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Rico: Prozesse schaffen Statements

Im Atelier an der Alten Kachelofenfabrik in Neustrelitz zeigt Rico einen Querschnitt ihrer Arbeiten. „Die Auswahl war schwierig. Ich stellte mir immer dieselbe Frage: Was repräsentiert mein künstlerisches Schaffen?", sagt sie.
Auf einer Reise in Rumänien entdeckte die Neubrandenburgerin ihre Leidenschaft für Fotografie. Sie „knipst" keine Landschaften, sondern „malt mit Farbe". Rico: „Es hat klick gemacht."
Fotografien, realistische Zeichnungen, Audios, Texte – Rico schafft in verschiedenen Medien. Was sie alle gemeinsam haben? Ihre Arbeiten dokumentieren Prozesse.

Mechanismen. Prozesse. Transformationen. Ricos Werke wirken wie Katalysatoren. Sie sieben Realitäten und Emotionen, setzen sie neu zusammen. Bei Betrachtenden kommt ein Gedankenspiel in Gang, das Hintergründiges nach vorn drängt. Lichtmalereien, Zeichnungen, Audioaufnahmen, Texte – eine Übersicht ihrer Arbeit zeigte Rico in der Kachelofenfabrik Neustrelitz. Kultur-MV begleitete die Kunstkommission zu einer unermüdlichen Künstlerin. 

„Und nichts wird gesagt – gar nichts!" Ein Ausruf auf einer Karteikarte an der Wand eines Parteibüros in Crivitz. Die Unplausibilität der Kunst regte ihre Betrachtenden erst zu Kritik, dann zum Gespräch an. Die banale Aussage lässt ihre Rezipienten politische Prozesse in einem Parteibüro hinterfragen. 

​Die Künstlerin: „Ich schaffe meine Werke für den einen Ort. Ich stelle sie in der Regel nicht mehrfach aus." 

Veränderung zeigt Vergänglichkeit

Manche Arbeiten vergehen, andere nimmt Rico zurück, überführt sie in Speicherformen oder recyclt die Materialien. Lehmtropfende Tücher in Terrarien. Mehrfach übermalte Leinwände. Sie stellt offline und online aus. 

„Meine Kunst ist politisch motiviert, aber nie illustrativ oder dokumentarisch", sagt Rico. 

Ihre Arbeiten wurzeln im Gewohnten und verästeln sich in den Gedankenspielen ihrer Betrachtenden. Großformatige Kugelschreiberzeichnungen holen Fehlermeldungen aus der digitale Welt in den analogen Alltag. 

Im nie endenden Prozess

Während einer Rumänienreise entdeckte Rico ihren Faible für Fotografie: „Als ich mir meine Digitalkamera kaufte, hat es sofort klick gemacht. Ich zeichne mit Licht. Schärfe, Zoom, Belichtung und Bewegung. Ich steuere alles selbst." Ihre Fotografien entstehen aus einem fahrenden Bus heraus. Grüne Ampeln, Bremslichter und Straßenlaternen illuminieren Augenblicke.  

Rico: „Es gibt Phasen, in denen finde ich meine Arbeit toll. Genauso gibt es Phasen, da kann ich sie nicht mehr sehen. Im ständigen Prozess eben, so wie ich selbst."

Die Künstlerin Rico

Vorpommern ist Ricos Heimat und Zuhause. Unter ihrem eingetragenen Künstlerinnennamen arbeitet sie seit September 2013 freischaffend in Neubrandenburg. Doziert an verschiedenen Kunsthäusern, unter anderem in Neubrandenburg und Neustrelitz. Ihre Ausbildung: Sie lernte Glasbildnerin von 2005 bis 2008 an der Glasfachschule Zwiesel. Anschließend studierte sie freie Kunst mit Schwerpunkt Glas in Höhr-Grenzhausen. 

Mehr zu Rico

     

Jüngere Ausstellungen von Rico

2022 | „Scoala de la Bistrita“ Colibita, Rumänien

2021 | „Beuysifiziert“, Kulturhaus Mestlin

2020 | „Rumänien - Malerei“, Kreishaus Kassel

Weitere Ausstellungen mit Arbeiten von Rico


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19:30 Uhr, Online-Veranstaltung in Schwerin

19:30 Uhr, Mecklenburgisches Staatstheater, Großes Haus in Schwerin

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