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Geschäftsfelder für Kreative

Kunst und Kultur ist für viele Genuss, für andere Bildung, für manche gelegentlicher Zeitvertreib. Doch auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten hat die Kultur- und Kreativwirtschaft durchaus einiges vorzuweisen. So weiten sich die Geschäftsfelder für Kreative stark aus.

Designer gestalten nicht nur Produkte, sondern übertragen im „Design Thinking” kreative Gestaltungsideen auf Innovationsprozesse in Unternehmen. Bildende Künstler stellen ihre Werke in ungenutzten Gebäuden aus, um in Kooperation mit der Immobilienbranche Stadtviertel und Dörfer zu beleben, aufzuwerten und den Leerstand zu verringern. Comiczeichner gestalten Hygienevorschriften in Krankenhäusern, damit die Botschaft richtig ankommt.

Die Kreativwirtschaft gilt mit 7,1 Millionen Beschäftigten als einer der größten Arbeitgeber in Europa und ist auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gewachsen. In Deutschland ist die Branche ebenfalls im Aufwind. Rund 249.000 Unternehmen waren 2014 in der Kultur- und Kreativwirtschaft beschäftigt und haben zusammen an die 146 Milliarden Euro erwirtschaftet. Neue Firmen entstehen vor allem in der Designwirtschaft, Software-/Games-Industrie und Werbung.

 

Junge Branche mit großem Potenzial

Gerade für Mecklenburg-Vorpommern birgt die innovative junge Branche ein großes Potenzial, etwa für die Stärkung des ländlichen Raums, aber auch zur Kooperation mit anderen Unternehmen, wie der Tourismuswirtschaft, dem Gesundheitsmarkt oder der Industrie.

Vor allem viele Kleinstunternehmen und freiberuflich Tätige prägen die Branche im Land. Derzeit gibt es etwa 2.660 Selbstständige und Unternehmen mit rund 9.500 Beschäftigten. Insgesamt zählt die Kultur- und Kreativwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern offiziell 17.500 Arbeitsplätze - vom Vollzeitmitarbeiter bis zum geringfügig Beschäftigten. Da jedoch nur ein Teil erfasst wird, etwa durch eine Kammerzugehörigkeit oder weil sie nicht unter die Kleinunternehmerregelung fallen, gehen die Experten eher von einer höheren Anzahl an Kreativunternehmen aus.

KREATOPIA – die Branchenkonferenz der Kultur- und Kreativwirtschaft

Für Donnerstag laden das Landesnetzwerk Kreative MV, das Wirtschaftsministerium und die IHK zu Rostock zur 3. Branchenkonferenz KREATOPIA nach Rostock ein. Kreativschaffende stellen dabei ihre aktuellen Projekte vor, kreative Hotspots bieten interaktive Gestaltungsräume und laden zur Vernetzung von Kreativbranchen, anderen Wirtschaftszweigen und kommunalen Partnern ein.

In drei Foren wollen kreative Akteure und Branchenexperten debattieren, wie die Kultur- und Kreativbranche in MV wirtschaftliche und soziale Innovationen initiiert und entwickelt. 

„Wir haben 2017 erstmals eine branchenübergreifende Innovationswerkstatt mit Unternehmen anderer Wirtschaftszweige in Neustrelitz durchgeführt – ‚kreativprozesse. unternehmen. zukunft.‘, ein innovatives Format, das wir nun in einem EU-Projekt der Baltic Sea Region international anwenden“, sagt Projektleiterin Veronika Schubring. Teilnehmende Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern berichten, welche Prototypen in der Zusammenarbeit mit Künstlern und Kreativen mit der Design Thinking Methode entwickelt wurden.

Im zweiten Forum stellt Corinna Hesse vom Landesnetzwerk den neuen, vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Wettbewerb „Kreative für MV – MV für Kreative“ vor: „Im ländlichen Raum sind es vor allem kreative Raumpioniere, von denen soziale Innovationen für die Regionalentwicklung ausgehen. Durch den Wettbewerb wollen wir diesen ‚hidden champions‘ mehr Sichtbarkeit geben. Aktuelle Studien aus MV und bundesweit zeigen, welche Wertschöpfungsketten und Impulse für andere Branchen wie den Tourismus gerade auch in dünn besiedelten Räumen von den Kreativen ausgehen.“

Im dritten Forum „Ohne Moos nix los“ stellt Teresa Trabert aus dem Kreativquartier Warnow Valley in Rostock die Themen Räume, Vernetzung und Weiterbildung der Kreativen in den Mittelpunkt: „Im Gespräch mit Jürgen Enninger, dem Leiter des Kompetenzteams Kultur- und Kreativwirtschaft in München, fragen wir: Wo stehen wir hier in MV im Vergleich zu anderen Bundesländern? Was haben wir erreicht und was sind unsere nächsten Ziele?“

Ein besonderer Workshop widmet sich der „Sichtbarkeit im Netz und innovativen Geschäftsmodellen im digitalen Zeitalter“. „Die digitale Disruption bewirkt, dass viele klassische Geschäftsmodelle nicht mehr funktionieren“, erläutert Verlegerin Corinna Hesse, deren Branche sehr früh vom digitalen Wandel erfasst wurde. „Wir wollen fragen, wo die Reise der digitalen Nomaden in Zukunft hingeht: Welche Geschäftsmodelle funktionieren für Freelancer und Kleinunternehmer? Wie können klassische Unternehmen davon profitieren?“

Die Jahresbranchenkonferenz findet im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit statt und wird von der Kreative MV – dem Netzwerk für Kultur- und Kreativwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern – durchgeführt.

Mail: kontakt@remove-this.kreative-mv.de

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