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Ihr Lebenswerk bewahrt Barbara Camilla Tucholski in ihrem Atelier in Oevelgönne.

Barbara Camilla Tucholskis Gärten des Glücks

Arg verschoben. Fast skurril. Allemal eigenwillig sind die Perspektiven, die Arbeiten von Barbara Camilla Tucholski innewohnen. Sie sind ihr Markenzeichen. Auf dieser Art beobachtet die Künstlerin ihre Umgebung. Zum Beispiel Kleingärten in Rostock. Sieben Gärten des Glücks bereichern nun die Kunstsammlung des Landes.

Viermal so lang wie breit. Ein Flechtzaun. Eine Hecke. Eine Laube. Zu Füßen eines Starkstrommastes. Einer von unzähligen Gärten des Glücks, die Barbara Camilla Tucholski auf Papier gebracht hat. Kleingärten aus Rostock in all ihren Facetten. Mit wenigen Linien erzählen ihre Zeichnungen von der Vielfalt des Lebens der Laubenpieper. 

Rücklinks auf der Erde hockend zeichnet die Künstlerin, was sie sieht. In den Minuten des Schaffens ist sie ganz bei sich. Hört nichts. Sieht nichts. Nur das Papier und den Stift. 

Stapelweise Beobachtungen

In ihrem Atelier lehnen Beobachtungen auf Leinwand aneinander. Hunderte. Weitere stapeln sich auf Papier in Mappen. Wie die Arbeiten, die Rostocker Kleingärten zeigen. Immer wieder zieht Barbara Camilla Tucholski ihre eigenen Werke von damals heraus. Vergleicht mit heutigen Arbeiten. Überarbeitet, schafft neu. Dabei kehrt sie immer wieder an den Ort ihrer Geburt zurück. Loitz an der Peene. 

Der Ort ihrer Geburt. Die zufällige Begegnung mit einem jungen Mädchen, das sie immer und immer wieder zeichnet. Straßen und Orte. Die gesammelten Beobachtungen eines ganzen Künstlerinnenlebens ferchen sich unter dem Dach ihres Ateliers zusammen. Die große Welt im Kleinen. Wie die Gärten des Glücks, in denen Freiheit und Spießertum sprießen.  

Die Künstlerin lebt in einem historischen Torhaus. Von der Geschichte im wahrsten Sinne gebogen steht das Gemäuer in Oevelgönne, Schleswig-Holstein.
Das Heim von Barbara Camilla Tucholski atmet Geschichte. Die eigene und die bewegte Lebensgeschichte der Künstlerin mit dem berühmten Namen. Mit dessen Namensgeber sie allerdings eigener Aussage nach nicht verwand ist.
Die den vielschichtigen Arbeiten beeindrucken Dr. Katrin Arrieta, Leiterin des Kunstmuseums Ahrenshoop. Als Mitglied der Kunstkommission besucht sie die Malerin an ihrem Schaffensort.
Auf zwei Etagen schlummern hunderte Arbeiten aus den Händen von Barbara Camilla Tucholski. Die Werke erzählen unter anderem von der Vertreibung ihrer Familie aus Loitz an der Peene ins westliche Ruhrgebiet.
Ein Besuch in ihrem Geburtshaus in Loitz inspiriert die Malerin zu einer ganzen Serie. Das Tapetenmuster verbindet die Arbeiten miteinander und die Künstlerin mit ihrer Kindheit.
Zeichnungen, Skizzen, Versuche. Barbara Camilla Tucholski schafft unermüdlich. Arbeiten auf Papier, auf Leinwand. Keine Fantasieräume aus der Einbildung heraus, sondern konkrete Beobachtungen.
In ihren aktuellen Arbeiten scheinen pointierte Linien fast wahllos auf die Leinwand gefallen zu sein. Dort verbinden sie sich zu Wegkreuzungen. Erzählen Geschichten von Orten, die überall sein können. Und doch Beobachtungen der Künstlerin entstammen.
Ob als Zeichnerin oder Malerin. Barbara Camilla Tucholski entwickelte eine ganz eigene Perspektive und Art, die Dinge abzubilden. Eigenwillig und unverwechselbar.

Die Künstlerin Barbara Camilla Tucholski

In Loitz an der Peene kam Barbara Camilla Tucholski auf die Welt. Sie studierte in den Jahren 1970 bis 1976 an der Kunstakademie in Düsseldorf und schließt als Meisterschülerin von Norbert Kricke ab. An der Universität Bonn schließt sie ein Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Germanistik an. 1981 promoviert Barbara Camilla Tucholski. Seit dem Jahr 1995 lehrt sie als Professorin im Fachbereich Kunst an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Heute lebt und arbeitet die Künstlerin in Oevelgönne, Schleswig-Holstein.

Einige Ausstellungen mit Barbara Camilla Tucholski

2016 | Galerie Parterre Berlin, Verleihung des 10. Egmont-Schaefer-Preises für Zeichnung

2015 | Erratische Blöcke, Kunstraum Peenetrans, Loitz

2014 | Menschen, Tiere und Kanonen, Kunsthalle Rostock

2012 | Albertina Contemporary, Albertina, Wien

2008 | Koordinaten M-V. Vom Wesen des Wandels, Staatliches Museum Schwerin

2005 | L’Espace Henri Matisse, Creil, Frankreich und Casa di Goethe, Rom, Italien

2000 | Kunstmuseum Düsseldorf

1999 | „Selections Fall” The Drawing Center, New York


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Land kauft Kunst

Die Kunstsammlung des Landes wächst stetig. Seit dem Jahr 1994 kauft Mecklenburg-Vorpommern Arbeiten von bedeutenden Künstlern des Landes auf, um sie für die Nachwelt zu erhalten. Eine Kommission aus Experten aller Genres wählt Künstler aus, deren Arbeiten angekauft werden, und macht sich auf den Weg in deren Ateliers.