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Welche Farbe hat...

...Entspannung? Grün. Einsamkeit? Lila. Unendlichkeit? Blau. Die Bedeutungen der Farben haben sich mit der Zeit stark verändert, sind fast vergessen worden. Matthias Kanter holt sie zurück, bewahrt sie, arbeitet mit ihnen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern kaufte 2018 zwei Arbeiten für die Landeskunstsammlung auf. Für Kultur-MV öffnete der Künstler sein Atelier im mecklenburgischen Friedrichshagen.

 

Friedrichshagen bei Plüschow. Ein typisches mecklenburgisches Dorf mit Kirche. Hier lebt und arbeitet Matthias Kanter in einem ehemaligen Gasthaus. Während der Blick aus dem Fenster seines Ateliers in die typische mecklenburgische Landschaft wandert, eröffnet Matthias Kanter der Kunstkommission in seinem Atelier die Welt der Farben.
"Farben besitzen eine eigene kommunikative Kraft wie Musik", sagt der 50-Jährige. "Musik löst in uns wie selbstverständlich Gefühle aus, Farben nicht. Das war mal anders." In seiner Portraitarbeit "Eva Aibota" (l.) und in "Schöne Aussicht" - beides Malereien - holt er das zurück. Beide Werke befinden sich nun im Landeskunstbesitz Mecklenburg-Vorpommerns.
Matthias Kanter ist mehr als Maler und Fotograf. Weltenbummler. Ein bisschen Kunsthistoriker. Familienvater. Ehemann. Seine Sammlung chinesischer Scherben in typischem Blau erzählt von seiner Leidenschaft für andere Kulturen.
Zwei Jahre lebte der gebürtige Dessauer in Venedig, studierte ihre Geschichte und ihre Menschen. Die italienische Metropole ist für den Maler und Dozenten einer der bedeutsamsten Orte der Malerei in der Kunstgeschichte.
Aber zu Hause ist Kanter seit 1978 in Mecklenburg. Malerei ist kein bloßer Job, sondern ein Bedürfnis. Der Schaffensprozess hält den Künstler manchmal tagelang im Atelier. Farben und Formen werden zu Akteuren, der Bildraum zur Bühne, der Maler führt Regie. Erst am Ende entdecke er meist, was er eigentlich geschaffen habe, so Kanter.
Kanter wurde erst auf Umwegen hauptberuflicher Künstler, schloss 1988 seine Maurerlehre mit Abitur ab, arbeitete in einer Graveurwerkstatt in Leipzig und begann 1990 sein Studium für Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Es folgten mehrere Stipendien und zahlreiche Preise.
Kanter ist zufrieden. Die Malerei mache ihm Spaß. Er schaue mit Neugier in die Welt. Und genieße.
Kanter liebt gutes Essen, ausgezeichnete Gastronomie und guten Tabak.