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Katrin Sass Foto: Cornelius Kettler

Sass, Lenin und das Leben

Matthias Schweighöfer, Devid Striesow, Nadja Uhl: Eine ganze Reihe von bekannten Schauspielern kommt aus Mecklenburg-Vorpommern. In loser Folge möchten wir sie auf www.Kultur-MV.de vorstellen. Zum Beispiel - Katrin Sass.

„Das ist wie ein Wunder für mich”, hat sie gesagt, als sie zur Berlinale eingeladen wurde. Nach Jahren ohne richtigen Kinofilm. 2003 war das. Mit „Good Bye, Lenin!” kehrte Katrin Sass zurück. In der traurigen Komödie spielte sie eine Mutter aus Ostberlin, die vor dem Zusammenbruch der DDR ins Koma fällt und erst zur Währungsunion erwacht. Der Film wurde ein internationaler Publikumserfolg.

Für ihre Rolle erhielt sie den Bambi und die Goldene Leinwand. Es folgten weitere Auszeichnungen. 2004 der Jupiter. 2005 die Berlinale Kamera. Und nicht zu vergessen: 2011 der Goldene Ochse beim Filmkunstfest MV.

Sie ist jetzt wieder zu sehen. In Kinofilmen wie „Reich mir deine Hand”. Im Tatort, in Serien wie „Bloch”, in TV-Produktionen wie „Weissensee” oder „Mörderhus – Der Usedom-Krimi”. 2011 dreht sie mit Rosenstolz das Musikvideo zu „Wir sind am Leben”.

Ein Kindheitstraum ging in Erfüllung

Katrin Sass, Jahrgang 1956, geboren in Schwerin, wollte schon als Kind und Jugendliche nur eines werden: Schauspielerin wie ihre Mutter Marga Heiden. Drei Jahre studierte sie in Rostock. In dieser Zeit wurde sie entdeckt, Regisseur Heiner Carow engagierte sie 1979 für die Hauptrolle in „Bis dass der Tod euch scheidet”.

Anfang der 80er-Jahre begann ihre Theaterkarriere am Kleist-Theater in Frankfurt/Oder. Peter Sodann holte sie nach Halle/Saale, später kamen Jahre am Schauspielhaus in Leipzig hinzu.

Sass spielte in zahlreichen DEFA-Filmen mit (u.a. „Meine Frau Inge und meine Frau Schmidt”, „Fallada – letztes Kapitel”) und wurde 1987 in der DDR zur Schauspielerin des Jahres gekürt.

Nach der Wiedervereingung war sie Hauptkommissarin Tanja Voigt im „Polizeiruf 110”, hatte darüber hinaus aber nur noch wenige Engagements. Erst 1998 überwand sie ihre langjährige Alkoholsucht, über die sie auch in ihrer Autobiografie „Das Glück wird niemals alt” schrieb.

Als sie im Februar 2003 bei der Berlinale auf der Bühne stand, schloss sich für Katrin Sass der Kreis. 21 Jahre zuvor hatte sie hier den Silbernen Bären bekommen. Für ihre Rolle in „Bürgschaft für ein Jahr”.