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Das Volksfest in Malchow - ein Kulturerbe

Das Volksfest in Malchow ist mit mehr als 160 Jahren eines der ältesten Heimatfeste in Mecklenburg-Vorpommern. Jedes Jahr im Juli wird die Stadt für drei Tage mit Wimpel- und Lichterketten geschmückt. Am Umzug beteiligen sich Betriebe und Vereine. Es ist ein Fest von Bürgern für Bürger. Kurz: ein Kulturerbe. 

Und als solches hat es das Volksfest auch ins deutsche Verzeichnis für das immaterielle Weltkulturerbe der Unesco geschafft. Wegen seiner Tradition, u.a. wegen des gelebten Brauchtums mit Trachten und Uniformen.

Im Gründungsjahr 1853 galt es noch als Zeichen der Unabhängigkeit, dass das Fest am Sonntag, unabhängig von der Kirche, nach dem Gottesdienst gefeiert werden durfte. „Somit war es als weltliches Ereignis festgelegt”, heißt es bei der Deutschen Unesco-Kommission.

Vielfalt kultureller Ausdrucksformen erhalten

Mit dem immateriellen Kulturerbe soll schrittweise ein Verzeichnis über die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und aus Deutschland erstellt werden. Über die Aufnahme in die Liste entscheidet die Kultusministerkonferenz.

Und die hat Malchow ausgewählt - ebenso wie, hier nur Beispiele, das Reetdachdecker-Handwerk, die Genossenschaftsidee oder die Brotkultur.

Beim Volksfest wird Wert gelegt auf musikalische Vielfalt. Es gibt allein vier Umzüge. Dazu ein Bootskorso auf dem Malchower See mit geschmückten und beleuchteten Booten. Das bereits 1868 festgelegte Programm ist bis heute weitgehend gültig.

Gemeinschaftlich dem Alltag entfliehen

„Das gemeinsame Vergnügen, das gemeinsame Lachen und das sich gemeinsam dem Alltag entziehen, sind wichtige Aspekte des Volksfests”, schreibt die Unesco-Kommission.

Und die Malchower? Älteren sagt man nach, dass sie kurz vorher von einer inneren Unruhe ergriffen werden, „die sich erst dann wieder legt, wenn das Volksfest eröffnet ist”, heißt es auf der Homepage des Volksfestvereins.

 

Kontakt
Volksfestverein e.V. / Bahnhofstraße 5 / 17213 Malchow
www.volksfest-malchow.de

Neues Kulturerbe: Tonnenabschlagen und Barther Kinderfest

Das Barther Kinderfest und das Tonnenabschlagen werden in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das hat die Kultusministerkonferenz am 9. Dezember 2016 beschlossen.

Die Ministerrunde sei damit den Empfehlungen des Expertenkomitees gefolgt, sagte Kultusministerin Birgit Hesse (SPD). Aus Mecklenburg-Vorpommern stehen jetzt sechs Traditionen in dem Verzeichnis: das Malchower Volksfest, das Reetdachdecker-Handwerk, die Niederdeutschen Bühnen, das Köhlerei-Handwerk - und nun auch das Barther Kinderfest und das Tonnenabschlagen.

Das Barther Kinderfest ist das älteste Kinderfest in MV. 2016 wurde es zum 188. Mal gefeiert. Das Tonnenabschlagen ist ein alter Volksbrauch, der vor allem in Küstennähe gelebt wird, auf dem Daarß zum Beispiel. Es handelt sich um einen Reiterwettkampf, bei dem eine hölzerne Tonne mit einem Holzknüppel zerschlagen werden muss.

Hier geht es zum bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes

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