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Porträt Caspar David Friedrich um 1800
Das Portrait zeigt Caspar David Friedrich um 1800. Foto: Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft e.V.

Caspar David Friedrich und die Melancholie

Caspar-David-Friedrich-Zentrum Außenansicht Vorderhaus
Das Caspar-David-Friedrich-Zentrum befindet sich im Geburtshaus des Malers in Greifswald. Foto: Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft e.V.
Der Eldena-Raum im Caspar-David-Friedrich-Zentrum
Motive des Künstlers aus dem Eldena-Raum sind im Caspar-David-Friedrich-Zentrum zu sehen. Foto: Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft e. V.

Dass dieser Säugling zu einem der bedeutendsten deutschen Maler heranwachsen würde, war ihm nun wirklich nicht in der Wiege gesungen. Als Sohn des Seifensieders Adolph Gottlieb Friedrich und dessen Frau Sophie-Dorothea kam Caspar David am 5. September 1774 in Greifswald zur Welt. Die Vorfahren seiner Eltern, die aus dem mecklenburgischen Neubrandenburg stammten, waren immer einfache Leute gewesen. Seifensieder? Galten nicht viel in jenen Tagen. Und doch sollte dieser Caspar David, sechstes von zehn Friedrich-Kindern, die Malerei derart tiefgreifend weiterentwickeln, dass man noch Jahrhunderte später von ihm spricht.

Als der Junge Caspar David Friedrich sieben Jahre alt war, starb die Mutter. Der Vater, pietistisch geprägt, führte ein strenges Regiment. Allzuviel weiß man nicht über die Jugend des Caspar David Friedrich, verbürgt ist allerdings der Einfluss, den der Zeichenlehrer und Universitätsbaumeister Johann Gottfried Quistorp auf den Heranwachsenden ausübte. Nicht nur brachte er ihn zum Zeichnen, Quistorp schickte Caspar David Friedrich zum Studium nach Kopenhagen und 1798 schließlich nach Dresden, wo Friedrich seine Laufbahn als Maler, Zeichner und Grafiker begann; Dresden - „Elbflorenz“ - galt damals als Hot-Spot der Künstlerszene.

Reisen führen den Maler nach Pommern und Mecklenburg zurück

Caspar David Friedrichs Leben sollte von nun an in Sachsen spielen, aber die Verbindung nach Greifswald, Pommern und Mecklenburg sollte nie abreißen. Zahlreiche Reisen sind dokumentiert, so in den Jahren 1802 und 1803, in denen Friedrich über die Insel Rügen streifte. „Man könnte diese Periode in Friedrichs Malerleben (…) die rügensche nennen, so viel und mannigfaltig hat er damals den poetischen Charakter der Insel (…) dargestellt“, schwärmt Friedrichs Zeitgenosse Karl Schildener, ein Hochschullehrer aus Greifswald. „Kreidefelsen auf Rügen“, Öl auf Leinwand, gilt als eines der zentralen Werke der Romantik in Deutschland.

Auch die Ruine des Klosters Eldena zog in jener Zeit den Künstler an. So entstanden zahlreiche Gemälde, von denen das bekannteste „Abtei im Eichwald“ ist. Offensichtlich hat den Maler dieses Zeugnis von Vergänglichkeit und gebröckelter Größe stark beschäftigt. Es wird bis heute viel spekuliert, woher die Melancholie rührt, die durch Caspar David Friedrichs Werk zieht. Man weiß, dass er depressive Phasen durchlebte. Historiker führen sie auf den Tod des Bruders Christoffer zurück, der bei dem Versuch, den ins Wasser gefallenen Caspar David zu retten, ertrunken sein soll.

Im Geburtshaus bleiben Erinnerung an den Maler erhalten

Friedrich selbst hat die Methode, mit der er seine Bilder findet, einmal so umrissen: „Schließe dein leibliches Auge, damit du mit dem geistigen Auge zuerst siehest dein Bild. Dann fördere zutage, was du im Dunkeln gesehen, dass es zurückwirke auf andere von außen nach innen." Am 7. Mai 1840 starb Caspar David Friedrich in Dresden, sein Grab findet sich auf dem Trinitatis-Friedhof. 

Wer sich heute für Leben und Werk des Malers interessiert, ist in Greifswald gut aufgehoben. Das Caspar-David-Friedrich-Zentrum findet sich in der Langen Straße, im Geburtshaus des Malers.  

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