Das offizielle Kulturportal für Mecklenburg-Vorpommern
Karte öffnen
Für Generalintendant Lars Tietje und Thomas Ott-Albrecht, Intendant Junges Staatstheater Parchim gabs zur Fusion ein neues Türschild. Für Parchims Bürgermeister Dirk Flörke (v.l.n.r.) ein Exemplar des Vertragswälzers.

Es ist vollbracht

Nach langem Ringen ist die Fusion der Theater in Schwerin und Parchim besiegelt. Die Rechte. Die Pflichten. Die Finanzen. All das auf ein paar Blättern festzuhalten? Unmöglich! Der neue Vertrag, der die beiden Theater in Schwerin und Parchim nun zum Mecklenburgischen Staatstheater vereint, ist dick und schwer wie ein großer Weltatlas.

Bevor der Wälzer am Donnerstagnachmittag bei einem Festakt stolz herumgereicht werden konnte, mussten Vertreter aller vier Gesellschafter am Vormittag zunächst einmal zuhören, zuhören, zuhören. Vier Stunden lang las ein Notar ihnen den Vertrag vor. Wort für Wort. Zahl für Zahl. Erst dann durfte unterschrieben werden. Vertragsrecht ist Vertragsrecht.

Vier Jahre lang haben das Land, die Städte Schwerin und Parchim sowie der Landkreis Ludwigslust-Parchim über die Inhalte verhandelt. „Zäh“ und „hart“, wie die Beteiligten betonen.

„Am Ende steht das erste wirkliche Staatstheater in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Kultusminister Mathias Brodkorb. Denn: Laut Vertrag steigt das Land mit 74,9 Prozent als Mehrheitsgesellschafter in die neue „Mecklenburgisches Staatstheater GmbH“ ein. Die Stadt Schwerin und der Landkreis Ludwigslust-Parchim halten jeweils zehn, die Stadt Parchim 5,1 Prozent.

Neben den Eigenanteilen, die die beiden Städte und der Landkreis in ihren Haushalten für das Theater bereitstellen, gibt es für den laufenden Betrieb jedes Jahr 10,4 Millionen Euro vom Land. Hinzu kommen weitere Gelder für Umstrukturierungen und den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis zum Jahr 2020.

Zwei Standorte, sechs Sparten

Das neue Theater vereint unter seinem Dach sechs Sparten: Musiktheater, Konzert, Schauspiel, Ballett, Kinder- und Jugendtheater sowie die Fritz-Reuter-Bühne. Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow und Landrat Rolf Christiansen sind sich einig: Der Vertrag gibt beiden Theaterstandorten eine Bestandsgarantie. „Damit geht eine fast unendliche Theaterdiskussion gut zu Ende“, so Angelika Gramkow. „Die Ensembles können sich auf ihre Aufgaben konzentrieren und müssen sich nicht ständig Gedanken um Kürzungen oder drohende Insolvenzen Gedanken machen. Theater kann jetzt endlich wieder Theater sein."

Das bringt die neue Spielzeit

41 Premieren, 32 Konzerttermine, mehrere Ballett- und Operngalas, eine Vielzahl an Gastspielen und, und, und...