1882 wurde in Schwerin das jüngste fürstliche Museum unter den damals namhaften deutschen Ausstellungshäusern eingeweiht. Malerisch am Schweriner See gelegen, bildet es gemeinsam mit Schloss und Theater ein eindrucksvolles Ensemble. Der Architekt Hermann Willebrand, ein Schüler Friedrich August Stülers, entwarf das Museumsgebäude, das in seiner Zeit nach modernsten technischen Gesichtspunkten ausgeführt wurde. Seit Juli 2024 gehört das Haus zum UNESCO Weltkulturerbe Residenzensemble Schwerin.
Die mecklenburgischen Herzöge liebten die Kunst und kauften sie dort, wo sie zu ihren Lebzeiten boomte: in Holland und Flandern. Prägend für die Sammlung Alter Meister aus dem sogenannten Goldenen Zeitalter sind Kunstwerke von heute berühmten Meistern wie Carel Fabritius, Jan Brueghel d. Ä. und Frans Hals.
Nach vier Jahren aufwendiger Modernisierung präsentiert sich das traditionsreiche Haus seit Oktober 2025 in neuer Farbigkeit, inklusiver, digitaler und familienfreundlicher – und mit einer völlig neu konzipierten Dauerausstellung, die ihre Besucherinnen und Besucher mitnimmt auf eine Reise durch die Jahrhunderte, und das auf mehr Ausstellungsfläche als zuvor.
Mehr Raum, mehr Möglichkeiten: Im Erdgeschoss setzt die neue Dramaturgie ein. Kräftige Farben treffen auf moderne Positionen, die mit Werken aus der fürstlichen Zeit korrespondieren. Themenräume widmen sich ausgewählten Schwerpunkten, so z. B. der außergewöhnlichen Duchamp-Sammlung des Hauses sowie der ostdeutschen Kunst. Eine Etage darüber öffnet sich die Welt der Alten Meister – Gemälde von Peter Paul Rubens oder Jean-Baptiste Oudry wirken durch die neue Lichtführung eindringlich und präsent. Es ist kein Bruch zwischen den Epochen, sondern ein Dialog: Fürstliche Sammlung, zeitgenössische Kunst und thematische Räume greifen ineinander.