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Everest Girards Reise, die das Leben schreibt

Von Träumen in Jugend und im Alter. Von der Faszination der Stimme. Und von der Sehnsucht des Meeres. Davon handelt der erste Roman von Everest Girard. Für das Verfassen ihrer Kernkapitel erhielt die Autorin jetzt ein Arbeitsstipendium des Landes. Warum das wie gerufen kam, erzählt sie Kultur-MV.

„Meine Figuren kreierte ich erst beim Schreiben. Ihr Geschlecht, ihr Alter, ihre Leben wuchsen mit jeder Seite”, sagt Everest Girard. 

Davon handelt der Roman

Der verwirtwete Rentner Klaus Krüger aus Rostock verwirklicht seinen Traum: Er zieht an die französische Atlantikküste. Am Ziel angekommen ist er vollkommen orientierungslos. Er findet erst zum Leben zurück, als er Arnaud und seine Mutter kennenlernt.

Mit seiner Mutter Lucile Boga, die ihn pflegt, lebt 13-Jährige zurückgezogen, denn eine Krankheit fesselt ihn an sein Bett. 

Klaus besucht beide und taucht tiefer ein in die virtuelle Welt von Arnaud. Er erzählt dem Jungen von seinen Reisen auf See. Von einer Welt, die Arnaud nie sieht. Abends versinken Klaus und Lucile während langer Gespräche in der Vergangenheit. 

Schließlich verrät der Junge Klaus seinen großen Traum: Einen Tag am Strand zu verbringen. Klaus entscheidet sich, ihm seinen Traum zu erfüllen.

Die Herausforderung des Schreibens

Ein Jugendlicher, den die Sehnsucht zum Meer am Leben hält. Und ein Senior, den die Trauer um seine verstorbene Frau vom Leben entfernt. 

Gegensätze von Mensch, Gesellschaft, Schicksal und Alltag spannt Everest Girard zwischen ihren Charakteren. Das fordert eine durchdachte Dramaturgie und fundierte Fakten, damit die Figuren authentisch und realistisch agieren. 

„Kitsch und Pathos vermeiden. Das ist schwierig. Die Krankheit von Arnauld, die Trauer von Klaus. Beides miteinander verweben fordert mich heraus”, sagt die Autorin. 

Seit drei Jahren schreibt Everest Girard an ihrem Debütroman. Im Schreibseminar von Wolfgang Gabler reflektiert sie ihre Charaktere, ihre Story, ihren Spannungsbogen. 

Das Stipendium des Landes Mecklenburg-Vorpommern verschafft ihr Zeit und Freiraum. Für Recherchen. Für Gespräche mit Experten und Zeitzeugen. Und dafür, tiefer in die Geschichte zu tauchen. 

Ihr Ziel: Innerhalb ihres Stipendiums die Kernkapitel ihres Romans (Arbeitstitel „Hofgespräche”) zu vollenden.

Über die Autorin

Everest Girard lebt seit 20 Jahren in Deutschland. Sie ist gebürtige Französin, studierte Philosophie, Germanistik und Romanistik in Paris und Berlin.

Seit 2016 lebt und arbeitet sie in Rostock als freie Autorin und Übersetzerin vom Deutschen ins Französische.

Die Autorin schreibt Kurzgeschichten und tritt auf Lesebühnen auf. Im Frühling 2022 gründete sie zusammen mit Claudia Schlegel und David Lorenz die Freiluftbühne terrain vague: freilufttexte

2020/22 nimmt Everest Girard am Professionalisierungsprogramm mentoringKUNST für Bildende Künstlerinnen und Autorinnen aus Mecklenburg-Vorpommern in Trägerschaft des Künstlerbundes Mecklenburg und Vorpommern e.V. im BBK teil.

Zur Webseite von Everest Girard

Land fördert Künstlerinnen und Künstler

Das Land vergibt Stipendien in den Bereichen Bildende Kunst/Fotografie, Darstellende Kunst/Tanzperformance, Musik/Komposition, Literatur und spartenübergreifende Vorhaben. Bewerbungen müssen nach der Veröffentlichung der Ausschreibung bis zum 15. Januar eines jeden Jahres im Kulturministerium in Schwerin eingehen.

Die Aufenthalts-, Arbeits- und Reisestipendien sind eine besondere Form der Einzelkünstlerförderung. Das Land unterstützt Künstlerinnen und Künstler, die ihren Wirkungskreis in Mecklenburg-Vorpommern haben und sich durch ihr bisheriges Schaffen ausgewiesen haben.

Die Stipendien werden in einem Bewerbungsverfahren vergeben. Bei einem Aufenthaltsstipendium erhalten die Künstlerinnen und Künstler beispielsweise eine monatliche Unterstützung von 1.000 Euro, bei einem Arbeitsstipendium sind es max. 5.000 Euro. Bei einem Reisestipendium handelt es sich um Zuschüsse in Höhe von max. 3.000 Euro je Projekt. Weiterlesen...