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Miro Zahra

Kunst ist mehr als nur Papier

Schloss Plüschow
Werk von Miro Zahra

Kulturpreisträgerin Miro Zahra betrachtet die Natur durch ein künstlerisches Mikroskop

Die Kunst ist ein hartes Brot. Endlich den Durchbruch zu schaffen, die Anerkennung zu erhalten, die man glaubt verdient zu haben, darauf hoffen viele Künstler in Deutschland. Manche ein Leben lang. Dass Arm wie eine Kirchenmaus-Dasein blieb Miro Zahra erspart. Gesegnet mit großem Talent und lebhaftem Geist gelang es ihr bereits in jungen Jahren auf die Sonnenseite des Künstlerlebens zu wechseln. Stipendienaufenthalte in den USA und Japan lassen sie wachsen.

Es folgen Einzelausstellungen in Schwerin, Rostock, Berlin, Hamburg, Italien und Chicago... In renommierten Galerien, Kunsthallen und Museen hinterlässt die Malerin ihre Farbtupfer. Alsbald regnet es Kunstpreise. Der mit 10.000 Euro dotierte Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern, den Miro Zahra 2015 verliehen bekommt, setzt allem die Krone auf. Spätestens seit diesem Tag kennt man die zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen des Landes zählende Malerin nicht nur in Insiderkreisen.

Stille Inspirationen

Zum Leben und Arbeiten wählte sich Miro Zahra einen stillen Ort aus. Im kleinen mecklenburgischen Dorf Plüschow bei Grevesmühlen lässt sie sich noch während ihres Studiums nieder. Plüschow ist fernab der Heimat. Miro Zahra wurde 1960 in Böhmen geboren. Nach dem Abitur in Prag geht sie zum Studium an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Im Jahr 1990 konzipiert sie gemeinsam mit ihrem Mann und Künstler Udo Rathke das Künstlerhaus Plüschow im Schloss des Ortes. Bis heute leiten die beiden abwechselnd diese mittlerweile international renommierte Institution.

Umgeben von Natur findet Miro Zahra reichlich Anregungen für die in Öl getauchten Bilder. Ihre Werke zu beschreiben kostet Mühe, sie anzusehen macht Freude. Sie versetzen den Betrachter in einen Zustand der Ruhe. Die Malerin schaut mit verhaltenen Farbtönen unter die Oberfläche, entblättert, hält alles wie durch ein Mikroskop betrachtet fest. Und doch scheinen die Dinge zitternd, pulsierend, rinnend in Bewegung zu sein.

Malen macht einsam. Miro Zahra füllt die Beschäftigung mit sich selbst nicht aus. Gemeinsam mit Künstlern und Menschen stürzt sie sich in unterschiedliche Projekte, inszeniert sie experimentelle Kunst im öffentlichen Raum. Als Vorsitzende des Künstlerbundes Mecklenburg-Vorpommern engagierte sie sich für „Kunst heute”. Die Veranstaltung richtet sich, anders als bei „Kunst offen”, nicht an ein Massenpublikum und Touristen, sondern an Kunstfreunde und Kenner.

Was ist kreative Arbeit wert?

In einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern muss mehr für die Künstler getan werden, ist Miro Zahra überzeugt und rüttelt gleich mal die gesamte Kreativszene wach. „Wir müssen uns fragen, was ist kreative Arbeit wert? Kann ich mit kreativer Arbeit eine Familie ernähren?” Längst nicht alle der rund 320 im Künstlerbund organisierten Kreativen können von ihrer Kunst leben.”

Rastlos, neugierig, engagiert widmet sich Miro Zahra diesen Themen. Eine Herzensangelegenheit ist ihr der Nachwuchs. Und so gehen im Künstlerhaus Plüschow Stipendiaten ein und aus. Seit neuestem findet einmal im Jahr in der Ferienzeit ein Talentcamp für begabte Kinder und Jugendliche statt. „Ohne Jugend keine Zukunft”, sagt Gegenwartskünstlerin Miro Zahra. „Das gilt auch für die Künstlerbranche. Von alleine passiert nichts. Wenn wir nicht dafür sorgen, dass die jungen Künstler hierbleiben, in diesem Flächenland gute Bedingungen vorfinden, werden wir sie an die Metropolen verlieren.” Miro Zahra will alles dafür tun, dass es nicht so weit kommt.
Bei so viel Engagement muss sie schauen, dass das eigene Schaffen nicht zu kurz kommt. Geschickt mit der Zeit haushalten. Rausgehen. Durchatmen. Um malen zu können und weitere verborgene Naturen freizulegen. Das ist sie ihrem Talent schuldig.

 

 

 

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