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Die Konzertkirche, na klar. Die Kunstsammlung - sowieso. Neubrandenburg hat aber noch viel mehr zu bieten. Die Kulturszene zeichnet sich durch Vielfalt aus. Diese Vielfalt möchten wir vorstellen: in unserer Serie über die Vier-Tore-Stadt. Heute, Teil 7: 

Ein Museum der Gegenwart: Seit 1982 bewahrt die Kunstsammlung Neubrandenburg zeitgenössische deutsche Kunst, in der unspektakuläre Arbeiten mit hohem sinnlichen und zeichenhaftem Ausdruck überwiegen.
Immer wieder neu zusammensetzen lässt sich dieser Stahlspeicher von Jürgen Brodwolf. Er ist mit 45 Schautafeln bestückt.
Krippenknirpse, Kita-Kinder, Schüler - in der Kunstsammlung Neubrandenburg entdecken Heranwachsende ihren eigenen Zugang zu Kunst.
Thomas Ranfts Objekt mit Lithostein und Radierungen gehört zu den Lieblingsstücken von Dr. Merete Cobarg.

Ein Hort der Kunst

Krippen-Knirpse, Schulkinder, Studenten, Neugierige und Kunstkenner jeden Alters - sie alle gehören zum Publikum und somit zum Kosmos der Kunstsammlung Neubrandenburg. „Wir beziehen die Stadt und die Menschen in ihr mit ein, um die Kunst lebendig zu halten", erklärt ihre Leiterin Dr. Merete Cobarg.

Dabei ist Kunst ein weiter Begriff, genauso weit wie die Kunstsammlung selbst. Unter den rund 7.500 Bestandswerken finden sich nicht nur Arbeiten aus dem Neubrandenburger Raum, sondern auch aus anderen Ecken Deutschlands. „Alles, was wir für Neubrandenburg angemessen empfinden", sagt die Kunstkennerin. Hauptanliegen sei, den aktuellen Kunstprozess zu begleiten.

Erste Kunstsammlung gilt als verschollen

Seit 1982 wächst der Bestand zeitgenössischer deutscher Kunst unter anderem auch aus Berlin, Dresden und Chemnitz. Wieder muss dazu gesagt werden. Die ersten Kunstsammlung Neubrandenburgs wurde bereits im Jahr 1890 begonnen und gilt seit den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 größten Teils als verschollen (siehe unten).

Welche Schätze das vierköpfige Team um Merete Cobarg heute hegt und pflegt, zeigen eine einmal jährlich stattfindende Sonderausstellung, die aus dem Bestand entwickelt wird, und weitere wechselnde Schauen. Sie geben immer wieder neue Einblicke in die Sammlung.

Mit den Augen eines Kindes

Wie unterschiedlich diese ausfallen, erlebt die Museumsleiterin auch regelmäßig, wenn Kita-Gruppen und Schulklassen der Kunstsammlung einen Besuch abstatten. Gerade abstrakte Kunst wie die Figuren von Jürgen Schön aus Dresden würden auch die Jüngsten in den Bann ziehen. 

„Kinder erleben Kunst noch sehr unvoreingenommen", erzählt Merete Cobarg. „Das ist ja auch ein Grund, warum sich viele große Künstler von Kindern inspiriert fühlen."

Teil des Neubrandenburger Netzwerkes

Die Kunstsammlung soll vor allem die Neubrandenburger und Gäste der Vier-Tore-Stadt inspirieren, für die Kunst, die Stadt, das Leben und andere Kultureinrichtungen hier. „Wir sind Teil des Netzwerkes", so die Leiterin.

Dauerausstellungen

Der glückliche Griff - Malerei und Plastik aus dem Bestand

Städtische Kunstsammlung 1890 bis 1945 - Kabinettausstellung der Fragmente (siehe unten) 

Die Wiederentdeckung der Porzellanen, Bronzen und Terrakotten: Der Fund aus den Jahren 2006/7 ist vor allem von ideellem Wert für Neubrandenburg.

Wiederentdeckte Porzellane, Bronzen und Terrakotten

Am Markplatz, dort wo heute Autos in einer Tiefgarage parken, fanden Archäologen Überreste aus dem Besitz der Städtischen Kunstsammlung. Darunter stark überfeuerte Bronzeskulpturen, verbrannte und völlig zerscherbte Porzellanfiguren, Terrakotten und Prunkvasen, Reste von Uhren und Repliken im antiken Stil. Der Fund aus den Jahren 2006 und 2007 wurde in Teilen aufwendig restauriert.

Die Stücke stammen vermutlich aus der „ersten" städtischen Kunstsammlung (1890-1945), die im damaligen Südflügel des Herzoglichen Palais' untergebracht war. Seit den letzten Kriegstagen im April 1945 gelten seine Bestände als verschollen. Bei den Fundstücken liegt allerdings die Interpretation nahe, dass „dieser Teil der Sammlung bei einem Brand des Palais in den Keller stürzte" und dort liegen blieb.