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„Kulturpolitische Leitlinien mit Leidenschaft entwickeln“

Kulturministerin Birgit Hesse

Mecklenburg-Vorpommern soll kulturpolitische Leitlinien erhalten. Die Landesregierung und der Landeskulturrat wollen sie gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern, allen anderen Kulturschaffenden und kulturell Engagierten entwickeln. Kulturministerin Birgit Hesse hat einen breiten Aufruf gestartet, sich an diesem Dialog zu beteiligen. Im Interview erklärt die Politikerin, warum kulturpolitische Leitlinien für die Kulturszene wichtig sind.

Frau Hesse, was versprechen Sie sich von den kulturpolitischen Leitlinien?

Mecklenburg-Vorpommern hat eine vielfältige Kulturszene. Die Kulturangebote sind reichhaltig. Theater, Bildende Kunst, Musik, Literatur, Museen, das Welterbe, die Heimatpflege oder das Immaterielle Kulturerbe - wir müssen unsere Kulturszene wahrhaftig nicht verstecken. Als ich vor zwei Jahren ins Amt gekommen bin, ist mir allerdings schnell klar geworden, dass wir uns nach außen anders präsentieren müssen. Wir müssen uns die Frage stellen, wo wir mit unserer Kulturszene hinwollen. Wo wollen wir kulturpolitisch Schwerpunkte setzen? Wie können wir uns weiterentwickeln, um im besten Sinne mehr Aufmerksamkeit zu erzielen – bei Einheimischen und bei Urlauberinnen und Urlaubern.

Wer kann an der Erarbeitung mitwirken?

Die Landesregierung und der Landeskulturrat wollen Mecklenburg-Vorpommern keine kulturpolitischen Leitlinien verordnen, sondern sie mit Künstlerinnen und Künstlern, Kulturschaffenden und kulturell engagierten Menschen im Dialog entwickeln. Wir richten uns auch an diejenigen, die unmittelbar an der Entstehung von kulturellen Angeboten beteiligt sind, also an Vertreterinnen und Vertreter des Kulturtourismus, der Kultur- und Kreativwirtschaft, der kulturellen Bildung, um nur einige zu nennen. Deswegen sage ich ganz deutlich: Bringen Sie sich jetzt ein, damit wir Ihre Expertise nutzen können. 

Wie können sich Interessierte beteiligen?

Das Kulturportal ist unser digitaler Treffpunkt. Hier auf diesen Seiten haben wir eine Reihe von Dokumenten zusammengestellt, mit denen sich alle Interessierten einen Überblick verschaffen können. Damit es mit dem Austausch klappt, wollen wir uns auch ganz analog treffen. Wir haben vier regionale Kulturkonferenzen im Zeitraum von Januar bis März 2019 in den vier Planungsregionen des Landes geplant. Los geht’s am 16. Januar in Schwerin, weitere Termine in Güstrow, Neubrandenburg und Stralsund sollen folgen. Zwei Konferenzen, eine in Mecklenburg und eine in Vorpommern, werde ich wahrnehmen, bei den beiden anderen Konferenzen wird mein Kulturstaatssekretär Sebastian Schröder dabei sein. Wir freuen uns auch über schriftliche oder mündliche Rückmeldungen an die Kulturabteilung des Ministeriums.

Wie sieht die Kooperation mit dem Landeskulturrat aus?

Beim Landeskulturrat als meinem Beratungsgremium und den Mitarbeiterinnen in der Kulturabteilung des Ministeriums laufen die Fäden zusammen. Gemeinsam werden Termine vorbereitet und Workshops organisiert. Außerdem haben wir mit Sabine Steffens eine externe Kulturwissenschaftlerin engagiert, die sich um die Organisation der regionalen Kulturkonferenzen kümmert und die Ergebnisse inhaltlich ordnet und auswertet. Den professionellen und unabhängigen Blick von außen halte ich für wichtig. 

Wann sollen die kulturpolitischen Leitlinien vorliegen?

Auf der Landeskulturkonferenz in diesem Jahr, die voraussichtlich im Spätherbst oder Ende 2019 stattfinden soll, wollen wir den Verlauf der Debatte reflektieren. Dann sollen die gemeinsam erarbeiteten Leitlinien auch präsentiert werden. Ich stelle mir vor, dass wir 10 bis 20 Leitlinien entwickeln, die von einer Mehrheit getragen werden, mit denen sich die kulturell Engagierten identifizieren und an denen wir die Kulturpolitik des Landes ausrichten können. Es soll also kein 250 Seiten starkes Papier werden, was zwar wichtig und gewichtig ist, aber von niemandem gelesen wird.

Was soll anschließend mit den Leitlinien passieren?

Die Leitlinien sollen das Fundament für eine konzeptbasierte Kulturpolitik bilden, die die Zusammenarbeit der verschiedenen Ebenen fördert, genreübergreifende Vorhaben und Kooperationen zwischen verschiedenen Trägern erleichtert, eine qualitative Weiterentwicklung der Kulturförderung des Landes ermöglicht und die Wahrnehmung von Kunst und Kultur im Land erhöht. So etwas hat es in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht gegeben. Im Mittelpunkt steht die Freie Szene, aber wir werden natürlich auch Einrichtungen in Landes- und kommunaler Trägerschaft in den Blick nehmen. Langfristiges Ziel ist ein Aktionsplan, aus dem Kulturprojekte hervorgehen, die an den kulturpolitischen Leitlinien ausgerichtet sind. Kultur lebt von der künstlerischen Energie. Wer sich kulturell engagiert, tut das in erster Linie aus einem eigenen, inneren Antrieb heraus und mit Leidenschaft. Genau diese Leidenschaft brauchen wir jetzt bei der Entwicklung der kulturpolitischen Leitlinien.

 

Hintergrund

Ihre Ideen, Stellungnahmen und Reaktionen sind gefragt. Machen Sie mit! Alle Infos finden Sie auf folgenden Seiten:

Schreiben Sie an: 

kulturleitlinien@remove-this.bm.mv-regierung.de