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10 Fragen, 10 Antworten - der Hintergrund

Kulturpolitische Leitlinien. Wer ist auf die Idee gekommen? Wer hat sich am Prozess beteiligt? Und wie geht es jetzt weiter? 10 Fragen, 10 Antworten.

Was ist das Ziel von kulturpolitischen Leitlinien? 

Mit dem Leitlinienprozess erfolgte eine Verständigung auf gemeinsame Schwerpunkte, Aufgaben und Ziele, er stellt so den Selbstverständigungsprozess der an Kunst und Kultur Beteiligten dar.

Die Leitlinien sollen den Boden bereiten für Entscheidungen auf politischer Ebene, zugleich aber auch ein Leitfaden für die Unterstützung von Kunst und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern für die an der Förderung beteiligten Partner aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, aber auch für die Verbindung der Partner untereinander sein.

Wer ist auf die Idee mit den Leitlinien gekommen? 

Die Kulturministerin Birgit Hesse (Ministerin von 2016-2019) initiierte den Dialog als Reaktion auf Forderungen auf der Landeskulturkonferenz 2017 und auf einen Beschluss des Landeskulturrates am 26.3.2018.

Gibt es Vorbilder in anderen Bundesländern?

Auch andere Bundesländer haben entweder Kulturanalysen gemacht oder auch Vorschläge für Förderleitlinien oder Leitlinien für die Kulturpolitik entwickelt. Hierbei stand aber vor allem die Analyse im Vordergrund. Kulturanalysen hatten wir in MV auch bereits. Jetzt ging es aber darum, ein gemeinsam mit der Szene entwickeltes, in die Zukunft gerichtetes Papier zu erarbeiten.

Wie ist der Prozess in MV gestartet?

Zunächst gab es einen intensiven Austausch zwischen dem Ministerium und dem Landeskulturrat über kulturpolitische Schwerpunkte. Dann wurde dies mit den Vertreterinnen und Vertretern der kommunalen Ebene und den Landesverbänden als stetige Partner auf diesem Feld erörtert.

Den offiziellen Start bildeten dann die vier regionalen Konferenzen in Schwerin (16. Januar 2019), Güstrow (2. März 2019), Neubrandenburg (12. März 2019) und Stralsund (28. März 2019), auf denen in Workshops Schwerpunktthemen erarbeitet und zahlreiche Vorschläge gesammelt wurden. Das Ziel war es, hierüber ein Meinungsbild zu erfassen, etwaige regionale Unterschiede herausarbeiten und in einem Bottom-up-Prozess mit den an Kunst und Kultur Beteiligten am Ende zehn bis zwanzig Leitlinien zu erarbeiten. Es ist gemeinsam gelungen, jene Kernthemen herauszuarbeiten, die die Kunst- und Kulturszene in Mecklenburg-Vorpommern beschäftigen.

Wie sahen seither die einzelnen Schritte aus?

Mit den Ergebnissen der vier regionalen Kulturkonferenzen und mit einer Vielzahl schriftlicher Stellungnahmen lagen zahlreiche Anregungen für Themen und eine Menge an konkreten Umsetzungsvorschlägen vor. In mehreren Workshops und mit Beteiligung des Landeskulturrates, der kommunalen Partner und der Landesverbände wurden daraus die vorliegenden Leitlinien entwickelt. Diese wurden dann erneut im Landeskulturrat diskutiert und dort auch verabschiedet.

Wer hat sich am Leitlinienprozess beteiligt?

Rund 500 Beteiligte aus Kunst und Kultur, kommunalen Verwaltungen, Städte- und Gemeindetag, Landkreistag, Kirche, Landesverbänden, Tourismus, Bildung, Wirtschaft etc. haben sich beteiligt und ihre Anregungen, Ideen und Hinweise eingebracht. Wer nicht an den Treffen teilnehmen konnte oder auch die Eindrücke erstmal sammeln und auswerten wollte, hatte die Gelegenheit, eine schriftliche Stellungnahme einzureichen. Diese sind dann ebenso in die Auswertung mit eingeflossen.

Wie war die Resonanz der Beteiligten?

Die Resonanz war größtenteils positiv, v.a. wurde die Netzwerkarbeit und die Kommunikation auf Augenhöhe  hervorgehoben. Die zahlreichen Beiträge zeugen davon, dass der Prozess gut aufgenommen wurde.

Wo kann ich mich über Hintergründe informieren?

Auf dem Kulturportal wurde der Prozess von Beginn an transparent abgebildet. Unter www.kultur-mv.de gibt es daher auch nochmal alles zum Nachlesen. Das Leitlinienpapier findet sich - hier.

Wie hat Corona die Pläne durcheinandergebracht?

Zunächst einmal hat es die geplante Landeskulturkonferenz, auf der nicht nur die Leitlinien präsentiert, sondern auch ihre Umsetzung diskutiert werden sollte, platzen lassen. Dann war natürlich auch die Frage zu beantworten, ob das Papier dasselbe wie vor Corona sein kann. Es wurde aber sehr schnell deutlich, wie wichtig die Leitlinien oder vielmehr die dort getroffenen Aussagen sind und wie wichtig es zudem ist, damit jetzt weiter zu arbeiten.

Wie geht es mit den Leitlinien jetzt weiter?

Zunächst kann jetzt erstmal ein Ergebnis des Prozesses präsentiert werden. Der Umgang mit den Leitlinien ist aber ein stetiger Prozess, der regelmäßige Anpassungen oder Nachbesserungen erfahren soll. Daher sind weiterhin Anregungen, Fragen und Erörterungen, bspw. in den einzelnen Genres, erwünscht. Das Papier soll eine Agenda für den Landeskulturrat und Grundlage zukünftiger Kulturpolitik sein.