14.11.2025 - 31.12.2026
Laternenkinder,1938 von Rudolf Bartels
Ausstellung nach vom Land Mecklenburg-Vorpommern gefördertem Ankauf
Das Kunstmuseum Schwaan erwirbt ein Gemälde aus der berühmten Bildserie der Laternenkinder von Rudolf Bartels.
Am 14. November 2025 wurde ein besonderes Gemälde in Anwesenheit der Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten, Bettina Martin sowie der Repräsentantin der Kulturstiftung der Länder, Dr. Josephine Karg, der Ospa-Stiftung und der Fielmann AG im Kunstmuseum präsentiert: Die „Laternenkinder“ von Rudolf Bartels.
„Ich wollte s...
Das Kunstmuseum Schwaan erwirbt ein Gemälde aus der berühmten Bildserie der Laternenkinder von Rudolf Bartels.
Am 14. November 2025 wurde ein besonderes Gemälde in Anwesenheit der Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten, Bettina Martin sowie der Repräsentantin der Kulturstiftung der Länder, Dr. Josephine Karg, der Ospa-Stiftung und der Fielmann AG im Kunstmuseum präsentiert: Die „Laternenkinder“ von Rudolf Bartels.
„Ich wollte steigern, was ich in der Natur sah, es sollte werden wie das Ideal, was ich seit Kindertagen in mir trage, sollte leuchten und glänzen wie Edelsteine“. Rudolf Bartels
In der Sammlung des Kunstmuseums Schwaan nehmen die Arbeiten von Rudolf Bartels eine besondere Stellung ein, er gilt mit seiner originären Bildsprache als der bedeutendste Maler Mecklenburgs des frühen 20. Jahrhunderts. Die Bildserie der „Laternenkinder“ gehört zu den berühmtesten Bildern des Schwaaner Malers Rudolf Bartels. Das Kunstmuseum besaß bis jetzt kein eigenes Werk dieser Serie aus nur wenigen bekannten Gemälden. Bisher konnten Besucher eine Dauerleihgabe der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und ein weiteres Exemplar aus dem Besitz der Kunsthalle Rostock bewundern.
Nun ist es gelungen, mit großzügiger Unterstützung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, der Kulturstiftung der Länder und der OSPA Stiftung ein Exemplar dieser besonderen Bildserie für die Sammlung des Kunstmuseums zu erwerben! Das Bild hing fast 90 Jahre im Wohnzimmer einer Familie aus Magdeburg. Rudolf Bartels selbst hat es für die Familie angefertigt, wie ein überlieferter Briefwechsel belegt. Dieses wundervolle Gemälde hat nahezu drei Generationen der Familie begleitet und inspiriert. Es ist ein Glücksfall, wenn sich ein Kunstwerk seit seiner Entstehung im Besitz einer einzigen Familie befindet. Dadurch wird nicht nur seine Authentizität belegt, sondern es ist auch der Erhaltung eines Kunstwerkes dienlich, wenn es fürsorglich und liebevoll behandelt wird. Nun wird es dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und der Obhut des Kunstmuseums Schwaan anvertraut. Dafür danken wir der Familie Lörius aufrichtig.
Bei dem Gemälde „Laternenkinder“ von Rudolf Bartels (1872-1943) aus dem Jahr 1938 handelt es sich um das vermutlich letzte Bild aus einer Serie von bis zu neun bekannten Versionen, die diesem Motiv zuzuordnen sind. Die verschiedenen Fassungen der Laternenkinder entstanden über einen großen Zeitraum von über 30 Jahren, das früheste bereits um 1905.
Das Arbeiten in Bildfolgen ist ein für die Zeit der Entstehung des Bildes typische Vorgehensweise, um anhand des gleichen Motivs immer andere Lichtsituationen auszuprobieren. Der Ankauf des Werkes ermöglicht daher nicht nur die Betrachtung des Werkes selbst, sondern auch das Verständnis der Bildfolge.
Dass er dieses Motiv in den folgenden Jahren immer wieder aufgreift, lässt sich vermutlich auf das Vorbild Monets zurückführen. 1904 und 1905 waren Versionen von Claude Monets Serien der Heuschober und der Kathedrale von Rouen in Weimar zu sehen gewesen.
Mit seinen von Monet, aber auch von seinem Weimarer Lehrern Theodor Hagen beeinflussten Bildern fand Bartels auffällig früh, noch während seiner Studienzeit, Anerkennung. So wurde er bereits 1903 Mitglied der 1895 gegründeten Künstlergruppe Apelles in Weimar. Die erste Präsentation dieser Gruppe gemeinsam mit Bartels fand schon im Januar 1903 in der damaligen Permanenten Kunstausstellung (dem späteren Großherzoglichen Museum für Kunst und Kunstgewerbe) in Weimar statt, der ein bemerkenswerter Gastauftritt im Münchener Glaspalast folgte.
Bartels späteres malerisches Werk ist durch eine starke Vereinfachung der Formen und eine intensive, zunehmend expressive Farbgebung geprägt. Damit steht er am Beginn einer entscheidenden Entwicklung der modernen Malerei, die zur Befreiung der Farbe vom Bildgegenstand führte. Insbesondere seine Serie der Laternenkinder ist exemplarisch für die Entwicklung Bartels´ zu einem bedeutenden Vertreter des Spätimpressionismus. Alle Werke dieser Serie üben bis heute eine große Faszination auf die Betrachter aus. Sie sprechen in besonderer Weise eine Sehnsucht nach Kindheit, Heimat und Identität, an. Das Kunstmuseum Schwaan hat in wenigen Jahren eine beachtliche Sammlung von Werken Rudolf Bartels zusammengetragen, die nun durch den Erwerb eines eigenen „Laternenkinder“-Gemäldes gekrönt wird. Die leuchtenden, bunten Laternen sind Rudolf Bartels „Edelsteine“.
- Seit 14.11.2025
- Dienstag:
- 11:00 - 17:00 Uhr
- Mittwoch:
- 11:00 - 17:00 Uhr
- Donnerstag:
- 11:00 - 17:00 Uhr
- Freitag:
- 11:00 - 17:00 Uhr
- Samstag:
- 11:00 - 17:00 Uhr
- Art der Ausstellung: Dauerausstellung
- Mühlenstraße 12, 18258 Schwaan
- Sparte/n: Bildende Kunst
Ticketarten
Normal: von 0 € bis 0 €
Kontakt
Leiterin Kunstmuseum
Frau Annette Winter-Süß
Mühlenstr. 12
18258 Schwaan