Stadtgeschichtliches Museum der Hansestadt Wismar | SCHABBELL
Das SCHABBELL - ein faszinierendes Haus der Dinge, in dem Geschichte bewahrt und erlebbar gemacht wird.
01.01.2026 - 31.12.2026
Von 1229, dem offiziellen Gründungsjahr der Stadt, bis zum heutigen Tage - fast 800 Jahre Geschichte der Hansestadt Wismar!
Das SCHABELL präsentiert in gleich zwei Häusern auf über drei Etagen eine Dauerausstellung zu fast 800 Jahren Geschichte der Hansestadt Wismar. Angefangen im Kellergeschoss erhalten die Besucherinnen und Besucher einen Einblick in die Museumsarbeit hinter den Kulissen. Ausgewählte Objekte, die thematisch nicht ganz in die einzelnen Ausstellungsbereiche passen oder schlicht und einfach zu groß für die meisten Räume des einstigen Wohnsitzes Heinrich Schabbells sind, können hier im gläsernen Sch...
Das SCHABELL präsentiert in gleich zwei Häusern auf über drei Etagen eine Dauerausstellung zu fast 800 Jahren Geschichte der Hansestadt Wismar. Angefangen im Kellergeschoss erhalten die Besucherinnen und Besucher einen Einblick in die Museumsarbeit hinter den Kulissen. Ausgewählte Objekte, die thematisch nicht ganz in die einzelnen Ausstellungsbereiche passen oder schlicht und einfach zu groß für die meisten Räume des einstigen Wohnsitzes Heinrich Schabbells sind, können hier im gläsernen Schaumagazin bestaunt werden. Gleichzeitig können Gäste des Hauses hier am Medientisch nachvollziehen, wie Inventare funktionieren, welche Kategorien von Gegenständen es im SCHABBELL gibt und wie verschiedenste Objekte zu ihren Inventarnummern kommen. Auf derselben Etage kann der historische Gewölbekeller bestaunt werden. Neben einigen freigelegten originalen Wandmalereien, treffen die Besuchenden hier auf Figurinen, die die Kleidung der Renaissance erlebbar machen.
Die Zeitreise durch die bewegte Geschichte der Hansestadt beginnt im Erdgeschoss und führt chronologisch von der ersten urkundlichen Erwähnung Wismars Anfang des 13. Jahrhunderts bis zum Ende des Sozialismus im Rahmen der Deutschen Demokratischen Republik. Die zahlreichen Objekte und die Geschichten, die sie erzählen, werden den Besucherinnen und Besuchern auf verschiedensten Wegen zugänglich gemacht. Klassische Vermittlungsformen wie Ausstellungstexte halten sich mit moderneren Ansätzen der medialen Vermittlung die Waage. Immer wieder können unsere Gäste auf sogenannte Mitmach-Stationen treffen, die dazu einladen auch im Museum etwas in die Hand zu nehmen, auszuprobieren und Geschichte über mehrere Sinneskanäle zu erleben. Bei der Konzeption der Ausstellung wurde ausdrücklich versucht an alle Arten von Gästen zu denken. So laden beispielsweise die Museumsrallye und die Mitmach-Stationen insbesondere Familien mit Kindern, die barrierefreie Gestaltung des Rundgangs Menschen mit Einschränkungen der Mobilität, der eigens für sehbehinderte Menschen entworfene Audioguide und die zweisprachige Aufarbeitung der Ausstellung nahezu jede und jeden zu einer Zeitreise durch die bewegte Geschichte Wismars ein. Wer zwischen all diesen Erlebnissen eine Pause braucht, ist herzlich eingeladen im Innenhof oder Garten des Museums zu verweilen und die Sonne der einen herrlichen Blick auf St. Nikolai zu genießen.
Unsere Ausstellungsbereiche im Überlick:
Wismar hansisch
Die Abteilung besteht aus insgesamt drei Räumen und einem kleinen Schaulabor für Restaurierungsarbeiten. Hier werden von der Gründung der Stadt im Hochmittelalter bis zum Beginn der Frühen Neuzeit maßgeblich Themen des Alltags, des Glaubens und des Rechts verhandelt. Die Gäste stoßen hier beispielsweise auf Koggen als typisches Verkehrsmittel der Hansezeit, können speziell für die schwierigen Straßenverhältnisse entworfenes Schuhwerk anprobieren, erfahren von der umfassenden Bedeutung des Glaubens für das damalige Leben oder erhaschen einen Einblick in das eigens für Hansestädte entwickelte sogenannte Lübsche Rechtssystem. Die hier erhaltenen und freigelegten Wand- und Deckenmalereien sind einer der größten Gründe, warum die Häuser des einstigen Bürgermeisters Heinrich Schabbell noch heute als Denkmal gelten.
Wismar fürstlich
Hier lässt sich ein Gespür dafür bekommen, welche Wirkung die Reformation durch Martin Luther und die Erfindung des Buchdrucks in ganz Europa und besonders in Wismar entfalteten. Die goldenen Zeiten der Hanse sind für Wismar nun langsam aber sicher vorbei und die Stadt muss sich mit den Fürsten in Schwerin arrangieren. Gäste stoßen hier auf eines der größten Highlights der Ausstellung: eine raumhohe Tapisserie, die in einer Wismarer Werkstatt von flämischen Webern, die aus Glaubensgründen ihre Heimat verlassen mussten und Wismar Zuflucht fanden.
Wismar schwedisch
Als der Dreißigjährige Krieg in Europa zu toben beginnt, wird Wismar im Kampf um die Vorherrschaft im Ostseeraum zum Spielball fremder Mächte. Die einzigartige Lage der Hafenstadt in der Wismarbucht, macht den Ort zum begehrten Zankapfel, um den sich die Königreiche Dänemark und Schweden sowie das Zarenreich in die Wolle kriegen. Sich abwechselnde dänische und schwedische Besatzungsperioden plagen die einstige Hansestadt, bevor sie am Ende für mehr als 100 Jahre an das schwedische Königreich verpfändet wird. Neben dem Kriegsverlauf finden unsere Gäste hier allerdings auch den sogenannten Schwedenkopf als berühmtes Wahrzeichen der Stadt, eine reich gedeckte und typisch barocke Tafel sowie einige wichtige Rechtsgelehrte, die im Zuge der Schwedenherrschaft nach Wismar kamen.
Wismar mecklenburgisch
In der ersten Abteilung des 1. Obergeschosses landen die Besucherinnen und Besucher in der Epoche der Aufklärung. Mit den ersten Dampflokomotiven und Fotoapparaten halten bedeutende technische Neuerungen Einzug in Wismar, aufklärerische Gedanken kommen auf und eine Freimaurerloge wird gegründet. Im Mittelpunkt stehen hier jedoch die umfangreichen Arbeiten des Wismarer Künstlers Carl Nikolaus Georg Canow, der zahlreiche Wismarer Bürgerinnen und Bürger sowie sich selbst porträtierte.
Wismar weltweit
Die gescheiterte Revolution 1848, der in Nordamerika ausgebrochene Goldrausch und die Suche nach neuen Perspektiven und Arbeitsmöglichkeiten im Zuge der zunehmenden Industrialisierung - im 19. Jahrhundert gibt es für die Wismarerinnen und Wismarer viele gute Gründe auszuwandern und ihr Glück in der Ferne zu suchen. Zur Zeit der Reichsgründung 1871 eröffnet der spätere Unternehmer Rudolph Karstadt seine erste Filiale in Wismar, dessen Gebäude bis heute erhalten ist und genutzt wird. Einer der ersten massiven Registrierkassen der Kette lässt sich an dieser Stelle bestaunen. Viele Menschen zieht es ins europäische Ausland oder die Vereinigten Staaten. Einige wenige schaffen sogar bis ans andere Ende der Welt: Der wohl berühmteste Auswanderer Wismars ist Carl Möglin, der bis an die Südspitze Australiens reist und dort nicht nur ein Kinderheim gründet, sondern vor allem Kunstgegenstände aller Art sammelt. Angefangen mit Landschaftsmalereien aus Australien und Neuseeland, zieht es ihn im Laufe seines Lebens über Südostasien in Richtung Norden bis nach China und Japan. Die umfangreiche Möglin'sche Sammlung aus Gemälden, Porzellan, Räuchergefäßen und vielem mehr wird nach seinem Ableben durch Verwandte in die Heimat geschickt. Heute ist sie in Teilen an dieser Stelle im SCHABBELL zu sehen.
Wismar industriell
Der ehemalige Kapitän Heinrich Podeus setzt sich in Wismar teilweise zur Ruhe. Er fährt nicht mehr zur See, gründet aber eine Werk, in dem Automobile, Eisenbahntriebwagen und Schiffszubehör gefertigt wird. Sein Unternehmen schafft gleichzeitig Arbeitsplätze und neuen Wohnraum für die Stadt Wismar. Das wohl berühmteste Produkt ist die Wismarer Schweineschnauze, die in Gebirgsregionen der ganzen Welt verkauft wird. Als der Erste Weltkrieg tobt, ist Wismar zwar von Kriegshandlungen nur indirekt betroffen, ihre Folgen sind allerdings gravierend. In der Stadt brechen Hungersnöte aus, sodass viele Lebensmittel nur noch gegen Lebensmittelkarte ausgegeben werden. Wer noch über Mittel verfügt kann für die Stadt spenden und einen symbolischen Holznagel erwerben. Am Ende ergeben die Nägel das Wismarer Stadtwappen, dass sich seit Gründung der Stadt kaum verändert hat. Zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg macht die Wismarer Künstlerin Sella Hasse auf sich aufmerksam. Ihr Hauptwerk besteht aus Linolschnitten, die fleißige Reichsbürger bei der Arbeit zeigen. Sie hält sich viel in Paris und Berlin auf, weshalb sie die verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs für Wismar kaum miterlebt. Die vorhandene Infrastruktur wird von den Nationalsozialisten genutzt, um Flugzeuge zu bauen - genauer: Bomber. Das macht die Stadt zur Zielscheibe für Angriffe der Alliierten während der Befreiung. In dieser Zeit werden ganze Straßenstriche dem zerstört und die vielleicht älteste Kirche der Stadt, St. Marien, so stark beschädigt, dass ihr Schiff einige Jahre später kontrolliert gesprengt werden muss.
Wismar sozialistisch
Nach Kriegsende findet eine Art Wettlauf statt. Einigen Überlieferungen zufolge treffen schottische und kanadische Alliierte in Wismar auf Truppen der Sowjetunion. Später entsteht unweit von Wismar die innerdeutsche Grenze und die Stadt fällt nun in den Herrschaftsbereich der Deutschen Demokratischen Republik. Das große Aushängeschild Wismars wird die Mathias-Thesen-Werft. Sie beherbergt unzählige Arbeiter und bietet diesen einen eigenen Mikrokosmos mit betriebseigenem Supermarkt und Kindergarten. In einer kleinen Kinoecke der Abteilung können unsere Gäste die Gesichter und Stimmen von Zeitzeugen sehen und hören, typische Stoffe und Materialien des Sozialismus erfühlen oder eigene Erinnerungen wecken und teilen.
Das SCHABBELL - ein faszinierendes Haus der Dinge, in dem Geschichte bewahrt und erlebbar gemacht wird.
Eintritt: 9 €
Eintritt ermäßigt: 7 €
Museumspädagogisches Angebot:
3 €
nähere Inforamtionen zu unseren Angeboten für Kindertagesstätten und Schulklassen erhalten Sie bei unseren Museumspädagogen (aholst@wismar.de)
Sekretariat
Frau Cathleen Rick
Beguinenstraße 4
23966 Wismar
Dr.
Leiter Sachgebiet Sammlung
Herr Dr. Maximilian Marotz
Beguinenstraße 4
23966 Wismar
Museumsleiterin
Frau Corinna Schubert
Beguinenstraße 4
23966 Wismar
Museumspädagogik
Herr Alexander Holst
Beguinenstraße 4
23966 Wismar
Diplom-Restaurator
Restaurierung
Herr Diplom-Restaurator Jens Wyssusek
Beguinenstraße 4
23966 Wismar
Raumvermietungen
Frau Jacqueline Haase
Beguinenstraße 4
23966 Wismar