18.06.2027, 20:00 Uhr - 00:00 Uhr, Schloss Schwerin, Schlossinnenhof in Schwerin

Der Widerspenstigen Zähmung

von William Shakespeare

„Mein Mund muss sprechen von der Wut des Herzens, sonst bricht mein Herz, wenn es die Wut verschweigt.“
Katharina in Der Widerspenstigen Zähmung

Überheblich, intrigant und auf reiche Mitgift aus sind sie, die Freier der schüchtern auftretenden Bianca und der selbstbewussten Katharina. Letztere soll unter die Haube gebracht, besser vom Fleischmarkt weggekauft werden, bevor die jüngere, begehrte Schwester zu haben ist. Um deren Hand zu ergattern, braucht es also einen groben Klotz, der getrieben von Geldgier Katharina mitsamt ihrer Aussteuer ehelicht. Und auch ansonsten schrecken die...

„Mein Mund muss sprechen von der Wut des Herzens, sonst bricht mein Herz, wenn es die Wut verschweigt.“
Katharina in Der Widerspenstigen Zähmung

Überheblich, intrigant und auf reiche Mitgift aus sind sie, die Freier der schüchtern auftretenden Bianca und der selbstbewussten Katharina. Letztere soll unter die Haube gebracht, besser vom Fleischmarkt weggekauft werden, bevor die jüngere, begehrte Schwester zu haben ist. Um deren Hand zu ergattern, braucht es also einen groben Klotz, der getrieben von Geldgier Katharina mitsamt ihrer Aussteuer ehelicht. Und auch ansonsten schrecken die heiratswütigen Rivalen vor keinem Mittel zurück: Mit vorgetäuschtem Reichtum, misogynen Balzritualen und berechnendem Identitätstausch buhlen sie um Bianca. Und hofieren ganz nebenbei eine weitere Braut, die zwar weniger einbringt, doch leichter zu gewinnen ist.

Klamaukhaft wie eine Screwball-Komödie bietet Shakespeares Klassiker turbulente Verwechslungen, rasante Dialoge, toxische Männlichkeit entlarvenden Spott und einen unverstellten Blick auf soziale Klassenunterschiede sowie ungleiche Geschlechterverhältnisse.
Dabei endet Machogehabe in lächerlichem Betragen und erweist sich manch Überzeugung, ein toller Hecht zu sein, als Irrglaube. Ebenso wie die Annahme, auch eine „Widerspenstige“ sei mit Gewalt, List und Demütigungen zu „zähmen“. Denn kaum vermählt, erleben die Möchtegern-Alphamännchen verwirrt bis fassungslos, dass ihre Trophäen lebendig sind und sich Respekt verschaffen können. Wie gut für alle Beteiligten! Ein Happy End, das Männer wie Frauen dazu einlädt, sich ruhig mal selbst auf die Schippe zu nehmen.

Die in Zagreb geborene Schauspielerin, Autorin und Theater- und Opernregisseurin Adriana Altaras studierte in Berlin und New York, inszenierte u. a. in Berlin, Bern, Kassel, Heidelberg, Dresden, Potsdam und Wiesbaden, veröffentlichte neben ihrem Bestseller Titos Brille u. a. die Romane Doitscha – Eine jüdische Mutter packt aus, Die jüdische Souffleuse und Besser allein als in schlechter Gesellschaft und arbeitete darüber hinaus an der Universität der Künste Berlin sowie für die von Steven Spielberg ins Leben gerufene Shoa Foundation. Zudem hatte sie 2022 die künstlerische Leitung der Jüdischen Kulturtage inne und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Bundesfilmpreis, den Theaterpreis des Landes Nordrhein-Westfalen, den Silbernen Bären für schauspielerische Leistungen und den Deutschen Hörbuchpreis.

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