09.07.2026

Schliemanns Goldschätze

Eine Collage. Die Bilder zeigen Goldschätze, die Ausgrabungsstätte und Schliemann an der Ausgrabungsstätte.

Goldschätze, Königsgräber und eine weltberühmte Totenmaske: Vor 150 Jahren schrieb Heinrich Schliemann mit seinen Ausgrabungen in Mykene Archäologiegeschichte. Das Schliemann-Museum Ankershagen erinnert mit einer Sonderausstellung daran. 

Im Mittelpunkt von „Mykene – 150 Jahre Ausgrabung der Königsgräber“ stehen die Entdeckungen, die Schliemann im Jahr 1876 innerhalb der Burgmauern von Mykene machte. Mit der Freilegung der reich ausgestatteten Königsgräber gelang ihm ein Fund von weltgeschichtlicher Bedeutung. Besonders die spektakulären Goldfunde sorgten bereits damals für internationales Aufsehen – und zählen bis heute zu den bekanntesten archäologischen Entdeckungen des 19. Jahrhunderts. Zu ihnen gehört auch die sogenannte „Maske des Agamemnon“, die untrennbar mit Schliemanns Forschungen verbunden ist.

Ein besonderer Blickfang der Ausstellung ist das berühmte Löwentor von Mykene: Ein Mitarbeiter der Theaterwerkstatt Neustrelitz hat es eigens für die Sonderausstellung nachgebildet. Die Rekonstruktion vermittelt den Besucherinnen und Besuchern einen anschaulichen Eindruck von der monumentalen Architektur der mykenischen Burganlage und ist nun ein fester Bestandteil der Ausstellung. Für eine zusätzliche Überraschung sorgte Christoph Heckel, Mitarbeiter der Theaterwerkstatt Neustrelitz, zur Ausstellungseröffnung: Er überreichte Museumsleiterin Undine Haase eine Nachbildung der berühmten Maske des Agamemnon, die als eines der bekanntesten Symbole der mykenischen Kultur gilt.

Die Sonderausstellung nimmt das 150-jährige Jubiläum dieser Grabungen zum Anlass, die historischen Hintergründe der Entdeckungen, die einzelnen Gräber und ihre bedeutenden Fundobjekte näher zu beleuchten. Darüber hinaus erhalten Besucher Einblicke in Schliemanns Arbeitsweise sowie in die Bedeutung seiner Funde für die Erforschung der mykenischen Kultur.

Die Sonderausstellung ist bis zum 31. Oktober 2026 im Schliemann-Museum Ankershagen zu sehen und im regulären Museumseintritt enthalten. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Gewusst?

Porträt von Heinrich Schliemann
Heinrich Schliemann

Frühe Schicksalsschläge 

Heinrich Schliemanns Wiege steht in Neubukow. Dort wurde er am 6. Januar 1822 geboren und lebte er bis Mai 1823. Den Großteil seiner Kindheit verbringt er in Ankershagen. Er wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Er ist neun, als seine Mutter stirbt. Mit 14 beginnt er in Fürstenberg/Havel eine Lehre als Kaufmann. 1841 beschließt er, nach Südamerika zu gehen. Das Schiff strandet vor der niederländischen Küste. 1946 geht er nach St. Petersburg, gründet eine Firma. Er handelt mit Indigo, Tee, Baumwolle, im Krimkrieg auch mit Munitionsrohstoffen. Er arbeitet sich zum Großkaufmann und Multimillionär hoch, gründet im kalifornischen Goldrausch eine Bank. Als er sich intensiv der Archäologie widmet, ist er bereits Mitte 40. Heute gilt er als Pionier der Feldarchäologie. 


Einfach anfangen

… so legt Heinrich Schliemann 1869 am Hügel Hisarlik los. Ohne offizielle Erlaubnis. Die folgt erst im Herbst 1870. Die erste Grabung nach Troja beginnt 1871. 1873 findet er den „Schatz des Priamos“. Später stellt sich heraus, dass er nicht dem legendären trojanischen König zuzurechnen ist. Bis zu seinem Tod im Dezember 1890 folgen weitere Grabungen. Unter anderem 1876 in Mykene.


Sprachen über Sprachen 

Englisch, Französisch, Niederländisch, Russisch, Altgriechisch, Neugriechisch, Italienisch, Arabisch – Heinrich Schliemann konnte weit mehr als 10 Fremdsprachen. Beigebracht hat er sie sich alle selbst. 


Doktor der Philologie

1869 erhielt Schliemann an der Uni Rostock einen Doktortitel der Philologie.