Samson et Dalila
„Man spürt die Erde beben, am Himmel zuckt der Blitz.“ Samson in „Samson et Dalila.“ Unser Tipp: die Oper in drei Akten im Schweriner Theaterzelt.
Hintergrund
Es muss frustrierend gewesen sein: Trotz der erfolgreichen Uraufführung in Weimar 1877 fand Komponist Camille Saint-Saëns keine weiteren Orte, die seine Oper „Samson et Dalila“ aufführen wollten. Er klemmte sich persönlich dahinter – mit Erfolg: In Schwerin wollte Saint-Saëns Orchester und Geldgeber überzeugen. Später schrieb er selbst: „Ich glaube, die Aufführung hier ist gesichert. … Das Theater ist schön, das Orchester wunderbar.“
„…nun ist sie meine neue Lieblingsoper“
Bei so viel Vorschusslorbeeren will auch Dirigent Kiril Stankow nicht fehlen: „Ich hatte die Oper bisher nicht gehört, aber nun ist sie meine neue Lieblingsoper“, sagt der in Neubrandenburg geborene Stankow voller Bewunderung. Er sieht in der Aufführung eine Chance für die Zuschauer/innen. „Wir leben in einer Zeit, in der wir Informationen nur noch verarbeiten, aber wir haben kaum noch die Zeit, auch die dazugehörigen Gefühle zu empfinden. ‚Samson et Dalila‘ gibt uns diese Chance. Das Rezipieren eines Kunstwerks bewirkt nicht unmittelbar, dass ein Konflikt überwunden wird. Aber es kann die eigene Sicht auf die Dinge schärfen. Sie präsentiert im Idealfall Gegenpositionen nicht nur informativ oder argumentativ, sondern emotional. Als Rezipient/in kann man sie erfahren und dadurch nachvollziehen und fühlen.“ So entstünde eine Brücke, wo zuvor nur Gräben waren.
„Leider ist das Land arm“
Für diese Brücken war Camille Saint-Saëns auch in seinem Arbeitsleben durchaus bereit, eigene Ansprüche herunterzuschrauben. Neben seinem Lob für Theater und Orchester in Schwerin fügte er damals hinzu: „Leider ist das Land arm, und man darf wegen der Konditionen nicht pingelig sein.“
Das könnte am Ende der Grund gewesen sein dafür, dass in den Stadtaufzeichnungen nicht von einer tatsächlichen Aufführung berichtet wird. Erst 1927 wurde das Stück erstmals in Schwerin gespielt. Jetzt – rund 100 Jahre später – kehrt die Geschichte von „Samson et Dalila“ ans Mecklenburgische Staatstheater zurück.
Termine
- Sa 14.11.2026 19 Uhr
- So 22.11.2026 17 Uhr
- So 27.12.2026 17 Uhr
Musikalische Leitung: Kiril Stankow - Regie: Thomas Schmidt-Ehrenberg -
Ausstattung: Silke von Patay - Video: Ben Artmann - Chor: Aki Schmitt
Besetzung: Xavier Moreno, Alexandra Urquiola, Brian Davis, Gerard Farreras, Marco Mondragón Caroline Nkwe, Jaewon Kim, Pontus Rösing, Kerstin Schweers - zusammen mit der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin und dem Opernchor des Mecklenburgischen Staatstheaters
www.mecklenburgisches-staatstheater.de/programm/samson-et-dalila.html
