Greifswald hört wieder MAKS



Was bedeutet es, nach Hause zu kommen, wenn man längst woanders lebt? Für MAKS ist die Antwort eng mit Musik verbunden. Vor sechs Jahren zog er von Greifswald nach Leipzig, um aus seinem Hobby einen Beruf zu machen. Am 17. Oktober kehrt er mit einem sehr persönlichen Konzertformat nach Greifswald zurück. Ein Abend über Musik, Heimat und die Frage, was bleibt, wenn man geht.
Noch ist es ruhig im Kulturbahnhof Greifswald. Doch MAKS hat den Abend längst genau im Kopf. Musiker, DJs, Techniker, Werbung, Sponsoren, Security – seit Monaten hält der 33-Jährige die Ideen und Fäden dafür zusammen. Für einen Abend, an dem aus einer sehr persönlichen Idee zum zweiten Mal ein eigenes Konzertformat wird: „Ich komm nach Hause“. Ein Gefühl, das er selbst sehr gut kennt. Vor sechs Jahren hat er Greifswald für Leipzig verlassen. „Die Chance, aus meiner Musik mehr als ein Hobby zu machen, war dort einfach größer.“ Inzwischen arbeitet er voll und ganz als Musiker.
Auch wenn sich Leipzig inzwischen ebenfalls wie ein Zuhause anfühlt: Nach Greifswald zieht es MAKS alias Max Schrut immer wieder zurück. „Greifswald ist der Ort meiner Kindheit, meiner Familie und Freunde.“ Und der Ort, an dem seine Geschichte beginnt. Dass darin Musik eine große Rolle einnimmt, zeichnet sich schon auf alten Kinderbildern ab: Darauf sitzt Max bereits in Windeln an den Schlagzeug-Drums seines Vaters. „Musik gehört für mich seit meiner Kindheit zum Leben. Meine ganze Familie ist sehr musikalisch.“ Ihn selbst zieht es – autodidaktisch – an Klavier und Gitarre. Bis heute beginne für ihn ein neuer Song oft am Klavier: „Ich setze mich hin, spiele ein paar Töne und warte auf die Melodie. Wenn sie fließt, kommen die Worte dazu.“
„The Voice“ öffnet Türen
Seine Lieder, das sind: persönliche Geschichten. Über Menschen, die gegangen sind. Über Beziehungen, die enden. Über Neues, das beginnt. Über Erinnerungen, die bleiben. So, wie in „Dauerhaft“, seinem bislang erfolgreichsten Song. Er wurde bei Spotify bislang mehr als 450.000-mal gespielt. „Melancholischer Pop – dafür schlägt mein Herz.“
2023 entdeckt ein Scout von „The Voice of Germany“ Max Schrut auf Instagram. „Er schrieb mich an, fragte, ob ich bei der Show mitmachen möchte. Ich dachte erst, das ist Spam und habe die Nachricht gelöscht.“ Kurz darauf stellt sich heraus: Die Anfrage ist echt. Am Ende steht er tatsächlich im Fernsehen auf der Bühne. Mit „Geile Zeit“ von Juli geht er in Staffel 13 in die Blind Auditions. Jene Runde, in der die Coaches sich allein nach Gehör für oder gegen Kandidaten entscheiden.
Ronan Keating und die Kaulitz-Brüder Bill und Tom buzzern, möchten Max in ihrem Team haben. „Als Kind war ich großer Tokio-Hotel-Fan, da habe ich mich natürlich für Bill und Tom entschieden.“ Auch wenn diese Reise in Runde zwei, bei „Weinst du“ von Echt im direkten Duell mit Kandidatin Naomi Mbiyeya endet: „Geblieben sind viele Kontakte. Menschen, die mich bestärken, mit mir weiterarbeiten. Und natürlich ein unvergessliches Erlebnis.“
Heimspiel mit eigenem Sound
Mit dem Konzertformat „Ich komm nach Hause“ erfüllt sich MAKS einen Herzenswunsch. „Ich wollte ein Konzert, das sehr persönlich ist. Ein Konzert, auf dem sich Musiker begegnen und das Publikum nach dem letzten Ton noch bleibt.“ Eine Bühne dafür fand er vor ziemlich genau einem Jahr im Kulturbahnhof von Greifswald. 150 Leute kamen. „Das war mein erstes Akustikkonzert und ein Abend voller Emotionen.“ Als der Kulturbahnhof fragt, ob er in diesem Jahr wiederkommt, überlegt er nicht lang. „Ich komm nach Hause“ ist dabei weniger ein Konzert über Rückkehr, als über die Frage: Was passiert, wenn Menschen gehen, aber die Verbindung zu ihrer Heimat behalten? „Ich möchte etwas zurückgeben an die Stadt, in der ich groß geworden bin. Ich möchte Menschen mit Musik zusammenbringen und anderen Künstlern eine Bühne geben.“
Die Nähe zum Publikum, sie spielt für MAKS dabei die wichtigste Rolle. „Ich muss nicht vor 5000 Leuten spielen. Es erfüllt mich, wenn die Menschen nach dem Konzert miteinander ins Gespräch kommen, neue Kontakte entstehen und nach dem letzten Lied mehr bleibt als Applaus.“
Ein Konzept, dem er am 17. Oktober treu bleibt – wenn auch nicht unplugged. An seiner Seite: Junge Künstlerinnen und Künstler aus MV und Berlin. Lex 177 und Angely Inci, zum Beispiel. Oder Hanna Batka, Thera DeVil, IRYS, DJ Tomit und DJane Selina. Und sein bester Freund Colin, mit dem Max zusammen als „CØMA“ auftritt. Sie alle bringen ihren eigenen Sound mit. Deutsch-Pop. Deutsch-Rap. Elektro-Pop. Rock. Mystische Sounds.
„Im Anschluss an das Konzert öffnen wir den Abend gegen 22 Uhr auch für Gäste ohne Konzertticket“, sagt MAKS. „Gegen einen Kulturbeitrag von 10 Euro können auch sie bis in den frühen Morgen Teil des Formats werden.“ Um Menschen zu treffen, Musiker kennenzulernen und ins Gespräch zu kommen. Vielleicht liegt darin auch die eigentliche Bedeutung des Formats: Nach Hause zu kommen und andere mitzubringen.
