Das war der Festspielsommer!
Der Festspielsommer der Festspiele MV endet nach 13 Wochen und 120 Konzerten an 90 Spielstätten. Hier der Rückblick, die Bilanz und die schönsten Momente.
120 Konzerte, 90 Spielstätten
Mit dem Auftritt des NDR Elbphilharmonie Orchesters und der Geigerin Simone Lamsma geht am Samstag in Wismar der Festspielsommer 2026 zu Ende. Gestartet war das dreimonatige Festival am 13. Juni in Neubrandenburg mit dem Preisträger in Residence, dem Armida Quartett, und der NDR Radiophilharmonie. Dazwischen standen 120 Konzerte an 90 verschiedenen Spielstätten vom großen Open Air bis zum kleinen Gutshaus auf dem Programm.
Bothmer Open Air mit Kent Nagano
Tausende Menschen strömten zu Konzerthighlights wie dem großen Bothmer Open Air mit Kent Nagano, den „Queens of Soul” im Schlosspark Fleesensee, Anastasia Kobekina und der Academy of St Martin in the Fields in Ulrichshusen oder Rolando Villazón in der Haferscheune in Stolpe an der Peene. Der Sänger war übrigens zum ersten Mal zu Gast bei den Festspielen MV, ebenso wie Chansonette Annett Louisan, die im Schlosspark Ludwigslust begeisterte. Der Preisträger in Residence, das Armida Quartett, faszinierte mit 19 Auftritten und radelte sogar bei der Konzertreihe „Brahms am Haff” mit dem Publikum durch Vorpommern. Mit Lesungen verbundene Wandelkonzerte an historischen Stätten in Schwerin wurden zu eindringlichen emotionalen Höhepunkten.
Standing Ovations
Das Publikum feierte die Musiker/innen mit Standing Ovations, in Fleesensee sprang es von den Sitzen und tanzte, in Ulrichshusen wurde mitgesungen. Denn Begegnung und Verbindung durch Musik war das Motto des Sommers. Rolando Villazón brachte es in Stolpe auf den Punkt: „Ich freue mich jetzt hier zu sein, in Zeiten, wo es so viele trennende Stimmen gibt. Musik bringt uns alle zusammen.”
„Wir brauchen Sie”
Zur Eröffnung hatten die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern unter dem Motto „Wir brauchen Sie” einen Aufruf ans Publikum veröffentlicht. Mit jeder Eintrittskarte unterstützt es unmittelbar die Arbeit der Festspiele MV und damit die kulturelle Vielfalt des Bundeslandes. So konnte das Festival die Aufmerksamkeit auf die Lage der Kultureinrichtungen in MV lenken und eine besondere Wahrnehmung dafür anstoßen.
58 Veranstaltungen ausverkauft
Dass die Festspiele MV als privatwirtschaftlich organisiertes Festival 53 Prozent ihres Etats aus Ticketverkäufen generieren und damit direkt vom Publikum finanziert werden, kam vielen ins Bewusstsein. Obwohl 2026 weniger Konzerte als im Vorjahr programmiert waren (2025: 136 Konzerte, 2026: 120 Konzerte), erwarb das Publikum 65.000 Tickets. 58 Veranstaltungen waren ausverkauft. Die bewusst ehrgeizig ausgegebene Zielmarke von 70.000 Tickets konnte in diesem Sommer noch nicht erreicht werden. Doch Chancen gibt es noch zum Ticketkauf: Am 4. Dezember startet der Festspielwinter, u. a. mit „Weihnachten mit Daniel Hope” in der HanseMesse Rostock.
Breite Unterstützung
Intendantin Ursula Haselböck fasst zusammen: „Wir freuen uns sehr über das erreichte Ergebnis und die große Resonanz, auch wenn die 70.000 noch nicht geknackt wurden. Oft bin ich in diesem Sommer von unseren Gästen angesprochen worden, die durch den Aufruf überhaupt erst darauf aufmerksam wurden, wie sehr sie als Publikum dazu beitragen können. Das ist ein starkes Signal. Gleichzeitig bleibt die Situation volatil: Einige Traditionsformate wurden weniger gut angenommen und Konzerte in der dünner besiedelten Fläche des Landes haben es weiterhin schwer. Umso mehr bestärkt uns die breite Unterstützung darin, die Festspiele MV als starke Kulturmarke im ganzen Land weiterzuentwickeln.”
Frühling, Sommer, Winter
Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern veranstalten neben dem Festspielsommer auch den Festspielfrühling Rügen und den Festspielwinter. Jährlich besuchen durchschnittlich 75.000 Menschen insgesamt die Konzerte.