11.07.2026

75 Jahre Philharmonie, 25 Jahre Konzertkirche

Ein Orchester steht auf der Bühne.

Die Konzertkirche wird 25, ihr hauseigenes Orchester, die Neubrandenburger Philharmonie, wird 75 Jahre alt. Das wird gefeiert – natürlich mit Musik!


Aus diesem besonderen Anlass erklingen Poulencs brillantes Orgelkonzert sowie Mahlers fulminante „Auferstehungssinfonie“, deren über den Tod hinaus verweisende visionäre Botschaft in diesem besonderen Kontext eine neue Symbolik erhält. Es ist eine große Ehre für die Neubrandenburger Philharmonie, Mahlers zutiefst berührende Sinfonie auch in der Dresdner Frauenkirche aufführen zu dürfen.

Das Festkonzert der Neubrandenburger Philharmonie wird live vor die Konzertkirche übertragen. Der Platz rund um die Kirche verwandelt sich dabei in ein stimmungsvolles Klassik Open Air unter freiem Himmel. Alle Interessierte sind eingeladen, mit Picknick und guter Laune einen besonderen Sommerabend voller Musik vor der beeindruckenden Kulisse der Konzertkirche zu erleben. 


Programm

Francis Poulenc: Konzert für Orgel, Pauke und Streicher g-Moll (nur am 16. Juli) 
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 2 c-Moll („Auferstehungssinfonie“)
Solistinnen und Solisten
Laura Albert, Sopran
Kelley O’Connor, Mezzosopran
Tobias Brommann, Orgel (nur am 16. Juli)
Chöre (Konzert am 16. Juli)
Philharmonischer Chor Neubrandenburg/ Opernchor der TOG (Einstudierung: Joseph Feigl)
Kantorei St. Johannis Neubrandenburg (Einstudierung: Tobias Brommann)
Chöre (Konzert am 17. Juli)
Mitglieder der Singakademie Dresden (Einstudierung: Michael Käppler) und des Universitätschors Dresden (Einstudierung: Benedikt Kantert)
Dirigent: GMD Daniel Geiss
Neubrandenburger Philharmonie


Termine

Konzert:
Donnerstag, 16.7.2026, 18 Uhr
Konzertkirche Neubrandenburg

Freitag, 17. Juli, 19:30 Uhr
Dresdner Frauenkirche 


Tickets

Kartentelefon: 03981 20 64 00 und 0395 569 98 32 
Online: tog.de
…und in allen bekannten Vorverkaufsstellen. 


Hintergrund

Am 17. Juli 1951 gab das erst wenige Monate zuvor gegründete Kreisorchester Neubrandenburg im Volkshaus Friedland sein Debüt. Die Landeszeitung berichtete von einem gelungenen Konzertabend, was der „starke Beifall des bis auf den letzten Platz gefüllten Saales“ eindrucksvoll belegte. Es folgten Konzerte in Woldegk, Burg Stargard und Neubrandenburg. 

Dirigent Martin Weiland war es gelungen, die ihm Anfang 1951 anvertraute Musiziergemeinschaft zu einem kleinen Sinfonieorchester zu formen – keine leichte Aufgabe, denn für klassisches Repertoire bedarf es einer ausgewogenen Besetzung. Diese musste zunächst improvisiert werden: Musiker wechselten ihre Instrumente, Talente wurden neu entdeckt, und Berufsmusiker aus der Region verstärkten das Ensemble. 

Erste kammermusikalische Ensembles

Schon bald entstanden aus dem Orchester heraus weitere musikalische Formationen, darunter eine Blaskapelle für festliche Anlässe sowie erste kammermusikalische Ensembles. Neben sinfonischen Programmen gehörten auch Kur- und Unterhaltungskonzerte zum vielseitigen Repertoire der Anfangsjahre. 

1953 erhielt der Klangkörper den Status eines Staatlichen Kreiskulturorchesters und konnte unter der Leitung von Wolfgang Schumann 1954/55 erstmals Anrechtskonzerte anbieten. In den folgenden Jahrzehnten prägten Dirigenten wie Hans-Georg Reichert, Hermann-Josef Nellessen und Fred Buttkewitz die künstlerische Entwicklung. 1981 wurde das Orchester – inzwischen als Staatliches Sinfonieorchester bekannt – in Neubrandenburger Philharmonie umbenannt. 

Romely Pfund übernahm 1987

Mit Romely Pfund übernahm 1987 eine außergewöhnliche Persönlichkeit die Leitung: Sie war damals die einzige deutsche Dirigentin mit eigenem Orchester. Unter ihrer Führung entstanden wichtige Impulse, darunter Benefizkonzerte für den Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Marienkirche.

Nach der deutschen Wiedervereinigung erweiterte das Orchester seine internationale Präsenz und arbeitete u. a. mit dem Deutschlandfunk und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zusammen. Gastspiele führten die Philharmonie zu renommierten Festivals und Spielstäten im In- und Ausland. 

Eröfnung der Konzertkirche Neubrandenburg im Jahr 2001

Mit der Eröfnung der Konzertkirche Neubrandenburg im Jahr 2001 – nach einem Entwurf des finnischen Architekten Pekka Salminen – erhielt das Orchester endlich eine feste künstlerische Heimat von internationalem Rang. Die folgenden Jahre waren geprägt von künstlerischer Kontinuität und Innovation. Unter Chefdirigenten wie Nicolas Pasquet und Stefan Malzew entwickelte sich das Orchester stetig weiter. Malzew setzte mit den Neubrandenburger Konzertnächten eindrucksvolle Akzente. Auch unter Sebastian Tewinkel konnte die Philharmonie ihr Profil schärfen und neue Publikumsschichten gewinnen. 

2027 Debüt in der Elbphilharmonie Hamburg

Seit 2023 steht Daniel Geiss an der Spitze des Orchesters. Es gelang ihm, die Philharmonie nach den Herausforderungen der Corona-Pandemie wieder erfolgreich zu stabilisieren und neue Impulse zu setzen. 

Im Jubiläumsjahr 2026 feiert die Neubrandenburger Philharmonie ihr 75-jähriges Bestehen mit einem festlichen Konzertprogramm. Höhepunkte sind Aufführungen in der Konzertkirche Neubrandenburg sowie in der Dresdner Frauenkirche – zwei Orte, die wie kaum andere für Wiederaufbau, Versöhnung und kulturelle Erneuerung stehen. Darüber hinaus wird das Orchester 2027 sein Debüt in der Elbphilharmonie Hamburg geben. 

Moderner, vielseitiger Klangkörper

Heute präsentiert sich die Neubrandenburger Philharmonie als moderner, vielseitiger Klangkörper. Neben klassischem Repertoire gehören Filmmusik, Jazz und genreübergreifende Projekte selbstverständlich zum Programm. Veranstaltungen wie die MüritzProms, die beliebten Neujahrskonzerte oder die Zusammenarbeit mit den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern unterstreichen die starke regionale Verankerung und überregionale Strahlkraft. Mit innovativen Projekten wie „ZukunftsMusik“, das sich Themen wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz widmet, sowie durch Kooperationen mit Musikhochschulen, dem Forum Dirigieren und der young academy rostock engagiert sich das Orchester intensiv für die Förderung des musikalischen Nachwuchses. Die 2023 gegründete Orchesterakademie ist ein weiterer wichtiger Baustein dieser Arbeit.