Clemens J. Setz erhält Usedomer Literaturpreis
Clemens J. Setz hat Romane wie „Indigo“, „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ und „Monde vor der Landung“ geschrieben. Seine Arbeit ist mehrfach preisgekrönt. Nun kommt ein weiterer dazu: der Usedomer Literaturpreis.
Die Jury begründet ihr Wahl so: „Der Preis geht an Clemens J. Setz für seine meisterhafte Prosa, die Elemente der Groteske, des Unheimlichen, der Science-Fiction miteinander verbindet ohne dabei auf Humor zu verzichten und die ihn in die Tradition von Franz Kafka, Robert Walser oder Thomas Pynchon stellt. Für seine außerordentliche Präzision in der Beschreibung einer verstimmten Welt und der nicht im Einklang mit ihr stehenden Protagonisten. Für die Erkundung des Sonderbaren, des Wahnsinns und der Unangepasstheit – einerseits als Schlüsselrepräsentation unserer Gegenwart, andererseits als Schlüssel zur Bewältigung von Schmerz, Chaos und Ausgrenzung. Für seinen scharfen Blick und die Aufforderung zum genauen Betrachten der Dinge. Für die Beobachtung der Sprache in ihrer Unangemessenheit in Bezug auf die Erfahrung und zugleich für den Glauben an ihre Kraft. Und schließlich für den Hoffnungsschimmer, der sich aus der positiven Faszination für neue Technologien und Kunstsprachen ergibt sowie aus der Inspiration durch Computerspiele und Internet, und der Clemens J. Setz zu einem Schriftsteller macht, der den Puls der Gegenwart auf besondere Weise spürt und neue Räume für die Literatur öffnet.“
Preisverleihung ist öffentlich
Clemens J. Setz ist in Graz aufgewachsen und lebt heute als freier Autor und Übersetzer in Wien. Besondere Beachtung fanden sein Erzählband „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ und seine Romane „Indigo“, „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ und „Monde vor der Landung“. Zuletzt wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis 2021 und dem Österreichischen Buchpreis 2023 geehrt. Der Usedomer Literaturpreis ist mit 5000 Euro dotiert und mit einem einmonatigen Arbeitsaufenthalt auf Usedom verbunden. Der Autor erhält den Preis bei den Usedomer Literaturtagen. Die Verleihung ist eine öffentliche Veranstaltung. Sie findet am 18. April, 11 Uhr, im Ahlbecker Hof statt.
Übersetzerpreis für Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein
Die Usedomer Literaturtage haben in diesem Jahr auch eine neue Auszeichnung ins Leben gerufen: den Usedomer Übersetzerpreis. Dieser geht an Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein. Sie haben „Die Puppe“ von Bolesław Prus neu übersetzt. Die Jury sagt: „Die meisterliche Übertragung … dieses monumentalen Werks der polnischen Sprache setzt neue Maßstäbe in der Übersetzungskunst und erinnert uns an die nie nachlassende Kraft der literarischen Klassik, die in dieser erstklassigen Neuübersetzung neue ungeahnte Facetten zeigt, mit neuen Bedeutungen und Aktualitäten glänzt und gleichzeitig die polnische Geschichte den deutschen Leserinnen und Lesern näherbringt.“ Diese Preisverleihung findet am 18. April, 17 Uhr, in Swinemünde statt.
Karten für die Preisverleihungen gibt es über die Homepage der Literaturtage: www.usedomerliteraturtage.de.
Bisherige Preisträger/innen
Der Usedomer Literaturpreis wird in diesem Jahr zum 16. Mal vergeben. Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger sind:
- 2025: Szczepan Twardoch
- 2024: Ronya Othmann
- 2023: Sofi Oksanen
- 2022: Tanya Maljartschuk
- 2021: Georgi Gospodinov
- 2020: Saša Stanišić
- 2019: Jenny Erpenbeck
- 2018: Ilija Trojanow
- 2017: Joanna Bator
- 2016: Dörte Hansen
- 2015: Ulrike Draesner
- 2014: Jaroslav Rudiš
- 2013: Jan Koneffke
- 2012: Olga Tokarczuk
- 2011: Radka Denemarková, Eva Profousová

