Hört auf! Literaturtage Rügen 2026

Aufhören. Und aufhorchen. Vom 30. Oktober bis 1. November kommen bekannte Autorinnen und Autoren nach Sassnitz zu den Literaturtagen Rügen. Drei Tage lang gibt es Lesungen, Kino, Performance und Debatte. In der Hafenstadt lesen unter anderem Ingo Schulze, Heike Geißler, Christoph Peters und Thea Mengeler. Die Plätze sind begrenzt, deshalb lohnt sich eine frühe Vorbestellung.

Die erste Rügener Rede
Mely Kiyak eröffnet das Festival. Die Berliner Schriftstellerin und Kolumnistin hat den Kurt-Tucholsky-Preis 2021 und den Heinrich-Mann-Preis 2025 erhalten. Für Sassnitz schreibt sie eine Rede über das Aufhören. Damit beginnt eine neue Reihe: Ab jetzt hält jedes Jahr jemand eine „Rügener Rede“.
Freitag: Entscheidungen und Aufruhr

Domenico Müllensiefen schickt in „Manchmal muss man sich entscheiden“ die LKW-Fahrerin Sandra quer durch Europa. Er erzählt das hart, komisch und mit viel Schwung. Danach stellt Heike Geißler „Michaela Kohlhaas“ vor. Ihre Heldin ist eine Friedhofsangestellte, die sich gegen die Bequemlichkeit auflehnt und dafür geächtet wird. Der Roman hat den Literaturpreis Sachsen 2026 erhalten. Zum Abschluss des Abends zeigt das Lichtspiel Sassnitz Christian Petzolds Film „Miroirs No. 3“ (D 2025, 86 Min.). Darin begegnen sich zwei Fremde, die einander beinahe ein neues Leben schenken.
Samstag: Verluste, Entzug, Widerstand

In Florian Scheibes Roman „Verluste“ lässt ein Familienvater einen Luxusbunker bauen. Die Geschichte nimmt viele Wendungen und ist sehr komisch. In „Entzug“ erzählt Christoph Peters schonungslos und mit bitterem Humor von einem alkoholkranken Schriftsteller. Dabei verarbeitet er eigene Erfahrungen. Ingo Schulze stellt „Das Wasser im August“ vor, vielleicht sein persönlichstes Buch. Für diesen Roman hat er den Uwe-Johnson-Preis 2026 erhalten. Spät am Abend öffnet die Bar Tleby im Westflügel des Grundtvighauses. In dieser Performance nach Motiven von Herman Melville bitten Michael Graessner und Sebastian Orlac das Publikum, etwas lieber nicht zu tun.
Sonntag: Zurückschauen und Abschied nehmen

Am letzten Tag zieht das Festival in den Hafenbahnhof Sassnitz um. Thea Mengeler liest aus „Öffentlicher Nahverkehr“. Darin steigt eine junge Influencerin aus und fährt Bus. Statt angestarrt zu werden, starrt sie nun selbst zurück. Zum Schluss liest Gabriele von Arnim aus „Abschied leben“, einem Essay über die Angst und die Zumutungen, aber auch über die Kraft und den Trost im Abschiednehmen.
Die Literaturtage finden im Grundtvighaus Sassnitz statt, am Sonntag zieht das Festival in den Hafenbahnhof Sassnitz um. Der Festivalpass kostet 45 Euro, eine Einzelveranstaltung 12 Euro. Karten gibt es per Vorbestellung unter www.literaturtage-ruegen.de oder telefonisch unter 038392 57726. Das vollständige Programm mit allen Zeiten. Veranstalter ist der Grundtvighaus e. V., gefördert vom Vorpommernfonds, vom Landkreis Vorpommern-Rügen, von der Stadt Sassnitz und von der Budde-Stiftung.