Landesfinale im Plattdeutsch-Wettbewerb
Am Samstag treffen sich die besten jungen Plattschnackers in Güstrow zum Landesfinale des 17. Plattdeutsch-Wettbewerbs. Motto: „Plattdüütsch allerwägens ünnerwägens – 150 Johr Martha Müller-Grählert.“
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene präsentieren ihre Beiträge und stellen unter Beweis, wie lebendig und vielfältig die plattdeutsche Sprache heute ist. Die öffentliche Veranstaltung beginnt am Samstag um 9:30 Uhr in der Aula der Regionalen Schule „Richard Wossidlo“ in Güstrow.
219 Kinder und Jugendliche mit 32 Beiträgen
Insgesamt 219 Kinder und Jugendliche aus 21 angemeldeten Einrichtungen haben am Wettbewerb teilgenommen und 32 Beiträge eingereicht. Die Finalisten haben die Jury bereits in den Regionalwettbewerben der Schulamtsbereiche Greifswald, Schwerin, Rostock und Neubrandenburg mit ihren digitalen Projekten überzeugt. Die Beiträge sind vielfältig: Von Video- und Audioaufnahmen über Lesungen und szenische Darstellungen bis hin zu digitalen Formaten wie Kurzfilmen. Eine Fachjury bewertete die Beiträge nach Kriterien wie Aussprache, Interpretation, Originalität und Kreativität.
Botschafterin für Niederdeutsch überreicht Preise
Beim Landesfinale in Güstrow wird Jette Bolz, Botschafterin für Niederdeutsch, die Preise und Urkunden an die Gewinnerinnen und Gewinner überreichen. „Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, mit wie viel Kreativität und Leidenschaft sich junge Menschen mit der plattdeutschen Sprache auseinandersetzen. Die Jury wird es sicherlich nicht leicht haben, die besten Beiträge zu küren, denn jede Darbietung trägt auf ihre Weise dazu bei, unsere Sprache lebendig zu halten. Välen Dank, leiwe Plattdüütschfrünn!“, so die Botschafterin, die selbst Teil der Jury ist.
Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt
Organisiert wird der Plattdeutsch-Wettbewerb vom Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) des Ministeriums für Bildung und Kindertagesförderung. Der Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt und steht 2026 im Zeichen des 150. Geburtstags der Zingster Heimatdichterin Martha Müller-Grählert, der Verfasserin des berühmten „Ostseewellen-Liedes“.
„Der Wettbewerb zeigt, wie jung und zeitgemäß unsere Traditionen interpretiert werden können. Ich bin jedes Mal aufs Neue beeindruckt, mit welcher Kreativität und Leidenschaft die Teilnehmenden ‚Plattdüütsch‘ leben: allerwägens ünnerwägens“, sagt Bildungsministerin Simone Oldenburg.
Martha Müller-Grählert
Was Sie von Martha Müller-Grählert (1876-1939) gehört haben? Mindestens dieses Lied: „Wo de Ostseewellen trecken an den Strand.“ Sie schrieb vor Heimweh ein Gedicht, das unter der Überschrift: „Mine Heimat“ 1907 zum ersten Mal in den „Meggendorfer Blättern“ veröffentlicht wurde. In Zürich vom Thüringer Simon Krannig vertont, vom Soltauer Verleger Peter Fischer-Friesenhausen in seine endgültige Form gebracht, entwickelte sich das Lied schnell zum Weltschlager - wenn auch in verschiedenen Fassungen. Noch heute trecken die Wellen durch die Welt. Das Lied erklingt in Europa, Amerika, Kanada, als Rumba abgewandelt in Brasilien, Afrika und Australien. 1925 schrieb Martha Müller-Grählert den Band I von „Sünnenkringel“ mit einer leicht veränderten Fassung von „Mine Heimat“, Band II folgte 1931. Einige Gedichte erschienen im Barther Tageblatt.
Martha Müller-Grählert starb am 18. November 1939 arm und einsam im Altersheim Franzburg bei Stralsund. Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof in Zingst. Die Inschrift lautet: „Hier is mine Heimat, hier bün ick to Hus“. Weitere Infos zum Hören - hier
