13.10.2026

Historische Grabsteine gerettet

Blick auf alte Grabsteine auf einem Friedhof.

Die Rettungsaktion „Rettet die historischen Grabsteine“ des Fördervereins der Seemannskirche Prerow findet ihren feierlichen Abschluss: Am 23. Oktober um 14 Uhr werden 32 restaurierte Grabsteine sowie das neu errichtete Lapidarium an die Kirchengemeinde Prerow übergeben.


Rettungsaktion startete 2024

Wind, Sonne und Regen hatten den historischen Grabmalen rund um die Kirche über Jahrzehnte stark zugesetzt. Viele drohten unwiederbringlich zu zerfallen. Deshalb rief der Förderverein am 2. Januar 2024 zur einer Rettungsaktion auf. Ziel war es, die einmalige Sammlung von Kapitäns- und Schiffergrabmalen dauerhaft zu bewahren.

Aus der Zeit zwischen 1700 und 1880

Die Grabsteine stammen überwiegend aus der Zeit zwischen 1700 und 1880. Der vermutlich älteste Stein könnte bereits aus dem Jahr 1690 stammen – aus einer Zeit, als in Prerow noch die hölzerne Vorgängerkirche stand.

Ellipsenförmiges Lapidarium

Mit der Restaurierung ist ein bedeutendes Kulturgut und die größte derartige Sammlung im deutschen Ostseeraum erhalten worden. Zugleich entstand unmittelbar neben dem hölzernen Kirchturm ein neuer touristischer Anziehungspunkt: das scheinbar freischwebende, ellipsenförmige Lapidarium. Es wurde von Architekten aus dem Förderverein entworfen und gemeinsam mit ausschließlich regionalen Handwerksbetrieben realisiert.

Durch Spenden finanziert

Die Restaurierung der Grabsteine und der Bau des Lapidariums erforderten insgesamt einen Finanzaufwand von rund 350.000 Euro. Das Projekt wurde vollständig durch Spenden finanziert – durch viele kleine Beiträge von Bürgerinnen und Bürgern der Halbinsel und Urlaubsgästen, durch Steinpatenschaften sowie durch Zuwendungen der Zeit Stiftung Bucerius, der Katharina und Gerhard Hoffmann Stiftung und den Fonds des Landes Mecklenburg-Vorpommern für Vorpommern und das östliche Mecklenburg.

Grabmale mit Hinweistafeln

Alle Steine im Lapidarium und die 16 wieder rund um die Kirche stehenden Grabmale sind mit Edelstahl-Hinweistafeln versehen. Sie nennen die Verstorbenen sowie die jeweiligen Steinpatinnen und Steinpaten. Ein QR-Code führt zu weiterführenden Informationen über die Geschichte des jeweiligen Steins und der dazugehörigen Familien. Eine Informationstafel am Lapidarium erläutert die Geschichte des Gesamtprojekts; ein QR-Code würdigt alle bekannten Spenderinnen und Spender, Patinnen und Paten, Handwerksbetriebe und Unterstützenden. „Zu Beginn der Rettungsaktion hätten wir nicht geglaubt, das Projekt in so kurzer Zeit abschließen zu können“, erklärt Vereinsvorsitzende Susan Knoll. „Das außerordentliche bürgerschaftliche Engagement und der Einsatz unserer Vereinsmitglieder zeigen, was unsere Gesellschaft trägt.“


Termin

23. Oktober 2026, 14 Uhr
Seemannskirche Prerow