29.08.2025

Der Einfluss wechselvoller Mobilitäten

Das Logo des Runden Tisches zur Landesgeschichte

„Eingewanderte und Dagebliebene, Durchgezogene und Abgewanderte. Mecklenburg und (Vor-) Pommern unter dem Einfluss wechselvoller Mobilitäten.“ So lautet das Thema der Wissenschaftlichen Konferenz in Güstrow am 12.–13. September. Hier die Infos.

Der heutige Nordosten Deutschlands war seit Jahrtausenden ein Raum des Abzugs, Durchzugs und Zuzugs von Menschen aus den verschiedensten Regionen. Ob germanische Völker auf dem Weg ins Römische Reich, slawische Zuwanderer im frühen Mittelalter, Kaufleute mit arabischen Münzen oder Siedler aus Deutschland, Dänemark und Polen – Mobilität prägte die Geschichte Mecklenburgs und (Vor-) Pommerns tiefgreifend. Auch Auswanderungen nach Skandinavien, ins Baltikum oder nach Amerika, Fluchtbewegungen vor dem Nationalsozialismus und aus der DDR, ebenso wie die Ankunft von Schweden, Hugenotten, baltendeutschen Flüchtlingen oder Vertragsarbeiter/innen hinterließen bleibende Spuren in Kultur, Gesellschaft und Landschaft. Neben Menschen bewegten sich auch Objekte, Wissen und Praktiken – und beeinflussten so Entwicklungen über Jahrhunderte hinweg.

Der Runde Tisch Landesgeschichte hat das Jahr 2025 zum Themenjahr „Mobilität“ ausgerufen. Zahlreiche Museen, Vereine und Institutionen beteiligen sich mit Ausstellungen, Vorträgen und Präsentationen. Den Höhepunkt bildet die wissenschaftliche Tagung „Eingewanderte und Dagebliebene, Durchgezogene und Abgewanderte“, die am 12. und 13. September 2025 in Güstrow stattfindet. Die Organisation der Tagung erfolgt in Kooperation mit Historischen Kommissionen für Mecklenburg und Pommern sowie dem Verein für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde.

Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Disziplinen beleuchten an beiden Tagen, wie sich Mobilität in unterschiedlichen Epochen, Regionen und Kontexten auswirkte – vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, von wirtschaftlichen Netzwerken über Wissensströme bis zu Zwangsmigrationen. Die Tagung richtet sich sowohl an die Fachöffentlichkeit als auch an historisch Interessierte.

Die Teilnahme ist kostenlos möglich. Um Anmeldung wird gebeten unter: mobilitaet@heimatverband-mv.de

Termin: 12.–13. September 2025

Ort: Kreistagssaal Güstrow, Am Wall 3–5, 18273 Güstrow

Weitere Informationen und vollständiges Programm:landesmuseum-mv.de/runder-tisch-landesgeschichte


Programm

Freitag, 12. September 2025

9.00 Uhr Begrüßung und Grußworte

Panel 1: Überall zu Hause?

Moderation: Gregor Rohmann

9:30 Uhr Sebastian Messal: Handel, Häfen, Schiffe – Mobilität im frühen Mittelalter im südlichen Ostseeraum.

10:00 Uhr Matthias Hardt: Ankunft – Ausweitung – Assimilation: Migration bei den Ostseeslawen

10.30 Uhr Pause

10:45 Uhr Philipp Höhn: Germans turn Westwards? Zur Migrationsgeschichte von hansestädtischen Eliten nach Westeuropa

11:15 Uhr Carsten Jahnke: Interurbane Mobilität im Hanseraum

11.45 Uhr Zusammenfassung und Diskussion

12:00 Uhr Mittagspause

Panel 2: Ideenmigration (oder: Wissen auf Reisen)

Moderation: Florian Ostrop

13:30 Uhr Nils Jörn: Innovationen nur von außen?! Chancen und Probleme für neue Ideen in Wismars Hanse- und Schwedenzeit

14:00 Uhr Michael Heinz: „Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen"? Einflüsse der UdSSR auf Land und Landwirtschaft in Mecklenburg und Vorpommern 1945–1989

14.30 Uhr Pause

Panel 3: Neue Nachbarn

Moderation: Martin Buchsteiner

14:45 Uhr Wolfgang Eric Wagner: Woher kamen die ersten Besucher der Universität Rostock?

15.15 Uhr Lena Mühlig: Interaktionsfelder von Eingewanderten auf Bornholm im 14. bis 16. Jahrhundert

15.45 Uhr Pause

16.00 Uhr Lars Kirsch: Die SED-Kampagne „Industriearbeiter aufs Land“ als Versuch einer sozialistischen Neugestaltung der ländlichen Sozialstruktur in den 1950er Jahren.

16.30 Uhr Zusammenfassung und DiskussionSonnabend

13. September 2025

Panel 4: Unfreiwillig mobil

Moderation: Michael Heinz

09:30 Uhr Matthias Asche: Franzosen in Mecklenburg und Pommern im 18. Jahrhundert – Hugenotteneinwanderung in Bützow, Stettin und Pasewalk

10:00 Uhr Jakob Schwichtenberg: Baltendeutsche Flüchtlinge im Mecklenburg der 20er und 30er Jahre

10:30 Uhr Pause

10:45 Uhr Elmar Koch: Kriegsgräber

11.15 Uhr Florian Ostrop: Verschleppt, festgehalten, unerwünscht: Zwangsarbeit und Displaced Persons in Mecklenburg (1939–1945)

11:45 Uhr Zusammenfassung und Diskussion

12:00 Uhr Mittagspause

Panel 5: In den Augen der ‚Anderen‘

13:30 Uhr Moderation: Wolfgang Eric Wagner

Karin Ritthaler-Praefcke/Ulrike Stern: Niederdeutsch, Hochdeutsch und Polnisch. Carl August von Pentz – Leben und schreiben im Dreiklang

14:00 Uhr Gregor Rohmann: Gewalt und Elitenmigration in Nordeuropa im Spätmittelalter

14:30 Uhr Pause

14.45 Uhr David Vollmuth: Alles typisch oder was? – Migration in der Pflanzenwelt Mecklenburg-Vorpommerns und ihre Auswirkungen auf Landschaften als Identität

15.15 Uhr Zusammenfassung und Diskussion

15:45 Uhr Schlusswort


Die Tagung wird durch das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Mecklenburg-Vorpommern finanziell gefördert.