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Kurt Nolze lässt das Land hochleben

Kurt Nolze

Die Pommern haben ihr Pommernlied. Die Mecklenburger haben ihr Mecklenburglied. Und was summen die beiden gemeinsam? Wo ist die verbindende Landeshymne, die jedes Kind mitsingen kann und die allen das Herz erwärmt? Diese Frage wirft immer mal jemand in die frische norddeutsche Luft. Eben weil das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern wegen eines fehlenden gemeinsamen Liedes nach wie vor in Verlegenheit gerät.

Das soll sich ändern. Seit dem vergangenen Jahr sucht der Heimatverband MV die perfekte Erkennungsmelodie. Wie ernst es dem Heimatverband damit ist, zeigt die Höhe des Preisgeldes - 20.000 Euro sind ausgelobt. Dafür wurden die Auswahlkriterien auch besonders hoch gesteckt. „Die neue Landeshymne muss ein aufgeklärtes Heimatgefühl vermitteln“, sagt die Vorsitzende des Heimatverbandes Cornelia Nenz. „Der Text sollte zeitgemäß sein und auf beide Landesteile eingehen.“

Eine Hymne für die Masse gesucht

Heißt, nicht zu schwülstig, zu religiös, zu staubig. Eine Hymne, die den Massengeschmack trifft. Gar nicht so einfach. Versucht haben es dennoch eine ganze Reihe. Bis Ende 2017 trafen 150 Einsendungen im Schweriner Büro des Landesheimatverbandes ein. Kurt Nolze gehört eine davon. Der Liedermacher, Sänger und Schauspieler schickt seine eigene Hymne ins Rennen. Kurt Nolze ist den älteren Herrschaften ein Begriff.

So mancher hat eine Platte von ihm im Schrank stehen. Als Liedermacher veröffentlichte er vier Alben beim DDR-Plattenlabel Amiga, davon eines in niederdeutscher Sprache. Kurt Nolze, 1939 in Schwerin geboren, war 20 Jahre in seiner Heimatstadt Schauspieler am Staatstheater. Auch an der Fritz-Reuter-Bühne trat er auf. 1983 spielte er in dem DEFA-Film „Zille und ick" die Hauptrolle. Nach der Wende verschlug es ihn ans Ohnsorg-Theater in Hamburg.

Auf Platt oder Hochdeutsch?

Und heute? Schauspielert er schon eine ganze Weile nicht mehr. Dafür genießt er mit seiner Frau Margarete den Ruhestand in Lübstorf am Schweriner Außensee, wo er seit 1980 lebt. Kurt Nolze liebt seine Region. Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Heimatgefühle nicht mit ihm durchgehen. Dann greift er zum Pinsel und malt. Malt was das Zeug hält, die blauen Seen, backsteinfarbene Städte, weiße Ostseestrände, den Klatschmohn und die Kornfelder, über denen sich schwere Wolken aufbauschen.

Als er vom Landeshymnenwettbewerb erfuhr, legte er den Pinsel für einige Tage beiseite. „Da hab ich doch was“, schoss es ihm durch den Kopf. „Ein Lied, dessen Melodie mundgerecht ist, so dass sie jeder mitsingen kann. Und in den Text habe ich alles gepackt, was dieses Land lebens- und liebenswert macht. Meine Hymne ist zwar auf Plattdeutsch verfasst, lässt sich aber auch eins zu eins ins Hochdeutsche übertragen.“

Nicht irgendein Lied

Und wie geht es weiter? Bis der Sieger des Hymnen-Ausscheides fest steht, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Für Kurt Nolze und alle anderen Kreativen heißt es also abwarten und Tee trinken. In einer ersten Runde wird eine Jury aus  allen Einsendungen elf Titel auswählen. Aus diesen elf soll dann die Siegerhymne gekürt und im Jahr 2019 auf einer Gala der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Ob es aber dazu kommt, steht noch in den Sternen. „Die Hymne muss die Jury überzeugen“, betont die Heimatverbands-Vorsitzende Cornelia Nenz. „Auch wenn uns noch so viele Einsendungen erreicht haben - sollte nichts Passendes dabei sein, werden wir uns nicht für irgendein Lied entscheiden.“

Text: Anja Bölck