Von Wolhynien in die weite Welt

Ein Holzhaus mit Reetdach. Vor dem Haus stehen Bäume und Sträucher.
Das Wolhynier Umsiedlermuseum in Linstow

Ein Wochenende zwischen Geschichte, Kultur und Begegnung: Das Wolhynier Umsiedlermuseum in Linstow lädt ab Freitag zum Museumsfest. 

Unter dem Motto „Von Wolhynien in die weite Welt – die Ansiedlung deutscher Bauern im Baltikum“ geht es in diesem Jahr um eine bislang wenig bekannte Facette der Migrationsgeschichte der Wolhyniendeutschen, teilt der Heimatverein Linstow mit. 


Freitag, 4. September

17.30 Uhr: Eröffnung mit musikalischer Begleitung

18 Uhr: „Von Wolhynien in die weite Welt – die Ansiedlung deutscher Bauern im Baltikum“: Mehrere tausend deutsche Bauern wanderten ab 1906 von Wolhynien ins Baltikum weiter. Dr. Ron Hellfritzsch und Dr. Kaisa Langer nehmen die Museumsbesucher mit auf eine Zeitreise nach Lettland und Estland. Für viele der dort angesiedelten Familien und ihre Nachkommen endete dieser Weg 1945 mit der Flucht nach Deutschland.

Samstag, 5. September

ab 14 Uhr: Kulturprogramm mit Musik, Tanz und wolhynischen Spezialitäten.

16 Uhr: Ukrainischer Chor „Smetana“ aus Stralsund. Rund 30 Sängerinnen und Sängern präsentieren traditionelle und moderne Lieder.

Sonntag, 6. September 

10 Uhr: Heimatgottesdienst in der Kirche zu Kieth.

12 Uhr: Gedenkfeier für die Opfer von Flucht und Vertreibung im Garten des Gedenkens.

Stichwort: Wolhynien

Wolhynien ist eine historische Landschaft, die heute hauptsächlich im Nordwesten der Ukraine liegt. Ab 1861 siedelten sich in Wolhynien verstärkt deutsche Handwerker, Bauern, Ärzte und Kaufleute an. Bis 1914 wuchs die Zahl auf mehr als 200.000 Menschen an. Im Ersten Weltkrieg – Wolhynien gehörte damals zum Russischen Kaiserreich – wurden die meisten deutschstämmigen Wolhynier enteignet und in entlegene Provinzen deportiert. Rund 50.000 Menschen starben. Nach dem Krieg kehrten mehr als 100.000 Vertriebene nach Wolhynien zurück. Im Zweiten Weltkrieg verloren sie ihre Heimat erneut. Viele von ihnen kamen nach langer Flucht in Mecklenburg an. Etwa 40 Familien siedelten sich auf der ehemaligen Domäne Linstow an. Ihre Geschichte prägt bis heute das Gesicht des Dorfes. 

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Mehr Infos zu Wolhyniendeutschen in Linstow – hier…


Stichwort: Das Wolhynier Umsiedlermuseum

Das Museum ist ein Bildungs- und Dokumentationszentrum. Mit vielfältigen Exponaten veranschaulicht es Migration, Siedlung und Lebensweise der Wolhyniendeutschen. Herzstück des Museums ist ein ehemaliges Bauernhaus, das 1947 in traditioneller Holzbauweise von einer wolhyniendeutschen Familie errichtet wurde. Anfang der 1990er-Jahre rettete die Gemeinde das Haus vor dem Verfall. 1993 wurde das Museum eröffnet. Träger und Betreiber ist der Heimatverein Linstow e.V. Von September bis Ende April öffnet das Museum mittwochs von 14 bis 16 Uhr sowie auf Anfrage. Nähere Infos unter www.umsiedlermuseum-wolhynien.de.