24.03.2026

Das Landesarchiv wird digitaler

Eine Gruppe von Menschen schaut auf eine alte Chronik.
Blick in die Kirchberg-Chronik. Diese liegt jetzt auch digital vor.
Dieses aufgeschlagene Buch ist sehr alt.
Die Chronik stammt aus dem 14. Jahrhundert.
Ein Mann und eine Frau stehen an der Chronik und sprechen zu den Gästen.
„Die bis 1158 zurückreichenden Archivbestände können in ihrem Gesamtzusammenhang sichtbar und bis zur einzelnen Archivalie hinunter recherchiert werden“, sagt Dr. René Wiese.
Eine Frau steht am Pult und spricht. Die Frau ist Ministerin Bettina Martin.
„Durch die Zusammenarbeit mit unserem Nachbarbundesland (...) steigen wir in ein System ein, mit dem bereits zehn Jahre lang Erfahrungen gesammelt wurden“, so Kulturministerin Bettina Martin.
Ein Mann steht am Pult und spricht zu den Gästen.
Dr. Johann Bizer (Dataport)
Eine Kiste. In dieser Kiste lagert die alte Chronik.
Die Chronik darf nur alle paar Jahre aus ihrer Schutzkiste geholt werden.
Eine Frau steht am Pult und spricht zu den Gästen.
„Mit der Einführung von Arcinsys gehen wir einen entscheidenden Schritt hin zu einem modernen, zukunftsfähigen Archiv“, sagt Dr. Ramona Dornbusch.
Ein Gruppenfoto mit zwei Frauen und drei Männern.
Prof. Dr. Rainer Hering (Direktor Landesarchiv Schleswig-Holstein), Dr. Johann Bizer (Dataport), Ministerin Bettina Martin, Landesarchivleiter Dr. René Wiese, LADK-Direktorin Dr. Ramona Dornbusch

Mehr als 800 Jahre Landesgeschichte auf einen Blick. Das Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern wird digitaler. Möglich macht das ein neues Archivinformationssystem.

Die digitale Archivnutzung bietet durch das System „Arcinsys“ erhebliche Verbesserungen für Anwenderinnen und Anwender bei Recherche, Benutzerfreundlichkeit und in den Arbeitsabläufen der Digitalisierung. „Mit der Umstellung auf Arcinsys geht das Landesarchiv einen großen Modernisierungsschritt“, sagte Kulturministerin Bettina Martin am Dienstag in Schwerin.

Zusammenarbeit mit Nachbarland 

Die Abteilung Landesarchiv im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern (LAKD) kooperiert zukünftig mit Schleswig-Holstein. „Durch die Zusammenarbeit mit unserem Nachbarbundesland können wir nicht nur Ressourcen sparen, sondern steigen in ein System ein, mit dem bereits zehn Jahre lang Erfahrungen gesammelt wurden“, so Martin. „Diese Kooperation steht ganz im Geiste der Vereinbarung für mehr digitale Souveränität, die die Landesregierung im Oktober 2025 mit Schleswig-Holstein unterschrieben hat.“

Am Dienstag hat Bettina Martin im Rahmen eines gemeinsamen Pressetermins den ersten Datensatz freigegeben. Vorausgegangen war die Unterzeichnung einer Verwaltungsvereinbarung zwischen beiden Bundesländern. Am Termin wirkten als zentrale Partner der Direktor des Landesarchives Schleswig-Holstein, Prof. Dr. Dr. Rainer Hering, der Vorstandsvorsitzende der Firma Dataport, Dr. Johann Bizer, die das System für beide Bundesländer betreibt, sowie die Direktorin des LAKD, Dr. Ramona Dornbusch, maßgeblich mit.

Betriebskosten werden geteilt

In die Migration auf das neue Archivsystem investiert Mecklenburg-Vorpommern einmalig 50.000 Euro. Durch die Zusammenarbeit beider Bundesländer teilen sich Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern die Betriebskosten fortan zu gleichen Teilen. Die laufenden Kosten für das System belaufen sich auf rund 100.000 Euro pro Jahr für MV.

Das System ersetzt die Software „Faust“, die in MV seit 1996 im Einsatz war. Arcinsys steht auch anderen öffentlichen Archiven wie z.B. den Kommunalarchiven in MV zur Verfügung, wie auch schon die elektronische Archivierungssoftware. www.ego-mv.de/leistungen/dienstleistungen/-digitale-archivierung-nord/


Reaktionen

 Prof. Dr. Rainer Hering: „Mit der Freischaltung heute wird Archivgeschichte geschrieben: Arcinsys ist seit über einem Jahrzehnt ein bewährtes, alle Bereiche der archivischen Arbeit umfassendes Informationssystem, das kostengünstig nun auch den Archiven in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung steht. Dieses gemeinsame Portal mit Schleswig-Holstein ermöglicht die schnelle länderübergreifende Recherche und so einen nachhaltigen Erkenntnisgewinn. Für Schleswig-Holstein wird durch die Zusammenarbeit der fachliche Austausch mit Mecklenburg-Vorpommern intensiviert, was für uns eine Bereicherung darstellt.“

Dr. Ramona Dornbusch: „Mit der Einführung von Arcinsys gehen wir einen entscheidenden Schritt hin zu einem modernen, zukunftsfähigen Archiv. Besonders wichtig ist uns dabei, dass unsere Bestände nicht nur effizienter erschlossen werden können, sondern auch für die Öffentlichkeit deutlich einfacher zugänglich sind. Die Kooperation mit Schleswig-Holstein ermöglicht uns zudem, auf ein bewährtes System zurückzugreifen und gleichzeitig vom intensiven fachlichen Austausch zu profitieren.“

Dr. René Wiese, Archivdirektor, LAKD, Abteilung Landesarchiv: „Das System macht folgende Dinge möglich, die wir bislang mit Faust nicht konnten: eine von Archivfachleuten entwickelte, webbasierte Anwendung, für die kein eigener Server mehr benötigt wird. Arcinsys bildet alle wichtigen Arbeitsprozesse digital ab bis hin zum elektronischen Lesesaal. Die bis 1158 zurückreichenden Archivbestände können so in ihrem Gesamtzusammenhang sichtbar und bis zur einzelnen Archivalie hinunter recherchiert werden. Also über 800 Jahre Landesgeschichte Mecklenburg-Vorpommern auf einen Blick.“