Historische Wandbespannung ist zurück
„Das Wunder von Plüschow – Das verlorene Landschaftszimmer kehrt zurück.“ Die Ausstellung wird am Samstag im Künstlerhaus Schloss Plüschow eröffnet. Im Mittelpunkt steht eine barocke Wandbespannung.
Die Geschichte der Ausstellung geht bis in das Jahr 1990 zurück. Damals entdeckte ein aufmerksamer Bauarbeiter bei seiner Arbeit in einem Nachbargebäude des Schlosses unter Bauschutt eine historische bemalte Wandbespannung aus der Frühzeit des Schlosses. Mehr als 30 Jahre befand sich das Stück in der Obhut seiner Familie, bis diese es im Sommer 2023 an den Förderkreis Schloss Plüschow e.V. übergab.
Gemeinsames Projekt
In einem gemeinsamen Projekt des Künstlerhauses und des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege MV (LAKD) wurde der außergewöhnliche Fund von den beiden Restauratorinnen Susanne Buch und Annette Seifert restauriert. Gleichzeitig ging es auch darum, das Motiv, eine prachtvolle Fantasielandschaft, wissenschaftlich zu untersuchen und die Bespannung nach seiner Fertigstellung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Dies ist nun gelungen: Am 9. Mai eröffnet die Ausstellung „Das Wunder von Plüschow – Das verlorene Landschaftszimmer kehrt zurück“ um 15 Uhr mit einem Dialogformat mit der Künstlerin Juliane Laitzsch. Sie hat sich künstlerisch mit der Rückseite des Fundstückes auseinandergesetzt.
„Ein kleines Wunder”
„Dass diese verloren geglaubte Wandbespannung heute wieder in neuem Glanz für alle Menschen zugänglich ist, ist ein kleines Wunder”, sagt Kulturministerin Bettina Martin. „Dass sie nach so vielen Jahren wieder aufgetaucht ist und bewahrt werden kann, ist in diesem Fall direkt der Verdienst von bürgerlichem Engagement und Wertschätzung für unsere Geschichte.“
Das Projekt wurde maßgeblich ermöglich durch die finanzielle Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest. Auch der Förderkreis Schloss Plüschow e.V. steuerte Eigenmittel zu dem Projekt bei. Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege stellte u.a. fachliche Expertise zur Verfügung.
Ausstellung bis 7. Juni
„Geschichte wird hier nicht nur bewahrt, sondern es wird sich mit ihr auseinandergesetzt – und sie wird fortgeschrieben“, so die Leiterin des Künstlerhauses, Miro Zahra. „Das Motiv der Bespannung zeigt, wie weltoffen und kosmopolitisch die Bildwelt des Adels im 18. Jahrhundert war. Daran können wir uns heute ein Beispiel nehmen.“
Die Ausstellung ist bis 7. Juni 2026 geöffnet. Das Tapetenfragment soll auch danach dauerhaft in den Ausstellungsräumen des Künstlerhauses zu sehen sein. Weitere Informationen: www.plueschow.de
