20.10.2026

Das Heimatprogramm für MV

Eine Bildcollage mit sechs Motiven aus Mecklenburg-Vorpommern. Zu sehen sind unter anderem das Schweriner Schloss, die Steilküste und ein Strand.

„Hier bün ik Tauhus.“ Das Heimatprogramm für Mecklenburg-Vorpommern. Was drin steht, was erreicht wurde, was geplant ist: hier unser Hintergrund.


Wie sieht die Neuausrichtung aus?
Die Weiterentwicklung des Heimatprogramms konzentriert sich auf langfristig wirkende Maßnahmen in den Bereichen Bildungs-, Wissenschaft- und Kulturpolitik. Die Neuausrichtung ist auf drei Säulen ausgerichtet:
1. Frühkindliche Bildung
2. Weiterführende Bildung
3. Kulturelle Bildung.

Weshalb die Neuausrichtung?
Die Ziele des 2016 beschlossenen Vorgängerprogramms, Heimatpflege und die niederdeutsche Sprache bereits in der frühkindlichen Bildung, aber auch in den Schulen und an den Universitäten und im Ehrenamt nachhaltiger zu verankern, sind erreicht.

Wer hat die Fortschreibung beschlossen?
Das Kabinett hat die Fortschreibung des Heimatprogramms für Mecklenburg-Vorpommern unter dem Titel „Hier bün ik Tauhus“ im Oktober beschlossen. Das Heimatprogramm wurde seit 2023 gemeinsam vom Beirat für Niederdeutsch- und Heimatpflege und dem Bildungs- und Kulturministerium weiterentwickelt. Damit hat Mecklenburg-Vorpommern einen Fahrplan, um auf die Erfolge des ersten Heimatprogramms aufzubauen.

Was wurde in Kitas und Schulen bislang erreicht?
„Wir haben alle Kindertagestätten des Landes mit Heimatschatzkisten ausgestattet. Niederdeutsch ist als reguläres Schulfach anerkannt, an Niederdeutsch-Profilschulen kann Niederdeutsch sogar bis zum Abitur vermittelt werden. Erfreulich ist, dass sich wieder mehr junge Menschen für die niederdeutsche Sprache und die Themen unserer Landesgeschichte interessieren“, sagt Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Was hat sich an Hochschulen und beim Heimatverband getan?
„An der Universität Greifswald arbeitet seit 2017 das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik und bildet Grundschullehrkräfte aus. Und wir haben den Heimatverband als einen zentralen Partner für die engagierten Vereine und Initiativen im Land gestärkt“, so Wissenschafts- und Kulturministerin Bettina Martin. Zudem habe das Fach Niederdeutsch mit der Professur für niederdeutsche Sprache und Literatur an der Universität Rostock weiter an Bedeutung gewonnen.

Wie heißen die Schwerpunkte in der Fortschreibung?
Das Heimatprogramm setzt jeweils fünf Schwerpunkte: Sprache, Heimat und Kultur, Digitalisierung, Inklusion und Evaluation. Für jeden dieser Bereiche schlägt das Konzept Maßnahmen vor, die langfristig und kontinuierlich umgesetzt werden sollen.

Was sind die Ziele?

  • Ziel ist es, dass Heimatmuseen und Handwerksbetriebe stärker eingebunden werden und das immaterielle Kulturerbe Kindern noch stärker präsentieren. Auch digitale Angebote mit Lehrmaterialen sollen aus- und aufgebaut werden, die niederdeutsche Fortbildungsmöglichkeiten und Medien zur Verfügung stellen.
  • Ähnlich sollen auch an den Schulen die bestehenden Aktivitäten ergänzt werden. Ein Landesfachtag für Lehrkräfte, den der Beirat für Niederdeutsch- und Heimatpflege vorgeschlagen hatte, ist bereits etabliert.
  • „Wir werden die Lehramtsstudienangebote Niederdeutsch auch im Zeitraum 2026 bis 2030, für den gerade die Zielvereinbarungen mit den Hochschulen geschlossen wurden, weiterführen“, sagt Bettina Martin.
  • In der Forschung kann Mecklenburg-Vorpommern auf die 2022 eingerichtete Professur für Regionale Kulturgeschichte Mecklenburgs und das 2025 begründete Zentrum für regionale Geschichte und Kultur Mecklenburgs an der Universität Rostock aufbauen.
  • Ein wichtiger Schritt ist auch, einen neuen Standort für die Pommernakten zu finden, wofür die Landesregierung bereits intensiv mit der Universität Greifswald im Gespräch ist.
  • Ebenso werden weitere akademische Kooperationen zwischen den in der Heimatpflege aktiven Akteuren angestrebt. Im Bereich der kulturellen Bildung soll die Vermittlung landeskultureller Inhalte auch abseits von Bildungseinrichtungen weiter gestärkt werden.
  • Ein Konzept für die bessere Sichtbarmachung und Förderung des Immateriellen Kulturerbes wurde im Sommer 2026 vom Kabinett bestätigt. Ein offizielles Landesverzeichnis für in Mecklenburg-Vorpommern vertretene Ausdrucksformen des Immateriellen Kulturerbes ist in Arbeit und wird zeitnah veröffentlicht werden.
  • Die niederdeutsche Sprache und das kulturelle Erbe, die Bräuche und Traditionen des Landes sollen in der Öffentlichkeitsarbeit des Landes eine prominente Rolle spielen.
  • „Der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern freut sich, dass das immaterielle Kulturerbe und insbesondere die niederdeutsche Sprache mit der Fortschreibung des Heimatprogramms im Fokus bleiben“, sagt Martin Buchsteiner, Vorsitzender des Heimatverbandes Mecklenburg-Vorpommern und Mitglied des Beirates für Niederdeutsch- und Heimatpflege.

Was sind die Grundlagen?
Grundlagen sind Artikel 16 der Landesverfassung, der die Förderung von Kultur, niederdeutscher Sprache und Wissenschaft zur Aufgabe für die Landespolitik macht, die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen, der Mecklenburg-Vorpommern mit Verpflichtungen zu Schutz und Pflege der Niederdeutschen Sprache beigetreten ist sowie die UNESCO-Konvention zum Erhalt des Immateriellen Kulturerbes, die seit 2013 in der Bundesrepublik Deutschland umgesetzt wird.