Immaterielles Kulturerbe - die Themenseite
Am 15. Juli findet die Werkstatt zum Immateriellen Kulturerbe in Schwerin statt. Hier unsere Themenseite. Mit dem Programm. Den wichtigsten Fragen und Antworten. Und dem Link zur Anmeldung.
Frage: Was ist Immaterielles Kulturerbe?
Antwort: Immaterielles Kulturerbe umfasst lebendige Traditionen, Wissen und Fähigkeiten, die von Generation zu Generation weitergegeben und immer wieder an neue Zeiten angepasst werden. Es geht nicht um Gebäude oder Gegenstände, sondern um das Wissen und Können der Menschen. Ein Beispiel aus Mecklenburg-Vorpommern ist das traditionelle Zeesbootsegeln auf dem Bodden, bei dem altes Wissen über Bootsbau und Segeltechnik bis heute gepflegt wird.
Frage: Welche Bereiche gehören dazu?
Antwort: Zum Immateriellen Kulturerbe zählen mündliche Traditionen, darstellende Künste, Bräuche und Feste, Wissen über die Natur sowie traditionelle Handwerkstechniken. Beispiele aus Mecklenburg-Vorpommern sind das Tonnenabschlagen an der Ostseeküste, die Plattdeutsche Sprache und regionale Fischereitraditionen.
Frage: Worin unterscheidet sich das Immaterielle Kulturerbe vom Welterbe?
Antwort: Welterbe schützt besondere Bauwerke, Landschaften oder Naturstätten, während Immaterielles Kulturerbe lebendige Traditionen und das Wissen der Menschen bewahrt. Das Residenzensemble Schwerin ist zum Beispiel Welterbe, während regionale Bräuche zum Immateriellen Kulturerbe gehören können.
Frage: Warum muss Immaterielles Kulturerbe erhalten werden?
Antwort: Viele Traditionen gehen verloren, wenn sie nicht an jüngere Generationen weitergegeben werden. Deshalb unterstützt die UNESCO ihre Weitergabe durch Bildung und Öffentlichkeitsarbeit.
Frage: Soll Immaterielles Kulturerbe unverändert bewahrt werden?
Antwort: Nein. Traditionen dürfen sich verändern und an die heutige Zeit anpassen. Wichtig ist, dass sie weiterhin gelebt und weitergegeben werden. So werden zum Beispiel traditionelle Feste in Mecklenburg-Vorpommern oft modern organisiert, behalten aber ihre ursprüngliche Bedeutung.
Frage: Welche Vorteile hat eine Anerkennung?
Antwort: Die Anerkennung macht eine Kulturform bekannter und stärkt das Bewusstsein für ihren Wert. Dadurch können neue Mitglieder gewonnen und Fördermittel leichter beantragt werden. Eine direkte finanzielle Unterstützung durch die UNESCO gibt es jedoch nicht.
Frage: Wie wird Kommerzialisierung verhindert?
Antwort: Anerkannt werden nur Traditionen, die für eine Gemeinschaft wichtig sind und von ihr selbst gepflegt werden. Reine Touristenangebote oder kommerzielle Veranstaltungen erfüllen diese Voraussetzungen nicht. Im Mittelpunkt stehen immer die Menschen und ihre gelebte Kultur.
Frage: Wie läuft die Anerkennung in Deutschland ab?
Antwort: Gemeinschaften können ihre Kulturform in ihrem Bundesland vorschlagen. Danach prüfen Fachleute die Bewerbungen, bevor Bund und Länder über die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis entscheiden.
Frage: Warum gibt es ein Bundesweites Verzeichnis?
Antwort: Das Verzeichnis macht die Vielfalt lebendiger Traditionen in Deutschland sichtbar und hilft dabei, sie langfristig zu erhalten. Es zeigt, welche Bräuche, Handwerke und Traditionen in den verschiedenen Regionen – auch in Mecklenburg-Vorpommern – gepflegt werden.
Frage: Was bedeutet die Aufnahme in das Verzeichnis?
Antwort: Die Aufnahme ist eine öffentliche Auszeichnung für eine Kulturform und ihre Träger. Sie stärkt die Aufmerksamkeit für die Tradition und kann der erste Schritt zu einer späteren UNESCO-Nominierung sein.
Weitere Infos gibt es bei der UNESCO - hier
Werkstatt zum Immateriellen Kulturerbe
Mittwoch, 15. Juli. An diesem Tag findet die Werkstatt zum Immateriellen Kulturerbe in Schwerin statt. Im Mittelpunkt stehen Austausch, Praxis und neue Perspektiven auf lebendiges Kulturerbe. Hier der Hintergrund und die Infos zur Anmeldung.
Die Werkstatt zum Immateriellen Kulturerbe (IKE) ist ein offenes Arbeits- und Austauschformat für Menschen, die Immaterielles Kulturerbe in Deutschland lebendig halten. In Kooperation mit lokalen Partnern möchte die Deutsche UNESCO-Kommission mit der IKE-Werkstatt einen Raum für Begegnung, Austausch und Vernetzung schaffen.
An wen richtet sich die Werkstatt?
Interessierte und Antragstellende
Personen und Initiativen, die überlegen, eine Bewerbung für die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis einzureichen einzureichen oder bereits konkret an einem Antrag arbeiten. Auch Personen, die eine innovative Idee für die Weiterentwicklung ihrer Kulturform haben, diese aber noch nicht weiter verfolgen konnten, sind herzlich willkommen. Insbesondere für kleinere Initiativen ohne institutionelle Unterstützung kann der Bewerbungsprozess herausfordernd sein. Die IKE-Werkstatt bietet niedrigschwellige Beratung, um den Weg zur Bewerbung zu erleichtern. Eine Teilnahme ist für Interessierte deutschlandweit möglich.
Eingetragene Trägergruppen
Trägergruppen, deren Kulturform Teil des Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes ist und die sich vorstellen können, ihre Erfahrungen im Bewerbungsprozess und darüber hinaus mit Interessierten zu teilen. So soll der Austausch und das gegenseitige Kennenlernen eingetragener Trägergruppen gefördert werden. Daraus können sich Möglichkeiten zur Vernetzung und zum wechselseitigen Lernen ergeben. Auch hier ist die Teilnahme für Trägergruppen deutschlandweit möglich.
Die Praxis im Fokus
Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Arbeiten: Erfahrungen teilen, voneinander lernen und neue Kontakte knüpfen. Kurze Inputs bieten Orientierung zu Strukturen und Verfahren, vor allem aber geht es um die Praxis – um das, was Trägergruppen bereits erprobt haben, und um Fragen, die viele bewegen.
Unter dem Leitmotiv „Wissen. Können. Weitergeben.“ verbindet die Werkstatt fachliche Einblicke mit gelebter Erfahrung und richtet den Blick nach vorn: Wie kann Immaterielles Kulturerbe nachhaltig erhalten und weiterentwickelt werden? Die IKE‑Werkstatt lädt dazu ein, gemeinsam Antworten zu finden, Perspektiven zu entwickeln und Vernetzung zu stärken – als Grundlage für Zusammenarbeit über die Veranstaltung hinaus.
Kompakt
IKE-Werkstatt 2026
Datum: Mittwoch, 15. Juli, 13-19 Uhr
Ort: Wichernsaal der Diakonie in der Apothekerstraße/Körnerstraße in Schwerin
Die Teilnahme ist kostenlos. Die Plätze sind begrenzt und die Vergabe erfolgt nach Reihenfolge der Anmeldung. Zur Anmeldung geht es - hier
Programm
- 13 Uhr: Beginn
- Wissen. Impulse zu Immateriellem Kulturerbe
- Können. Einblicke aus der Praxis
- Nachmittagsimbiss & Gelegenheit zur Vernetzung
- Weitergeben. Themeninseln & Austausch in offenen Gesprächsformaten
- Reflexion im Austausch, Sicherung der Ergebnisse und gemeinsamer Ausblick
- 19 Uhr: Ende
Extra
Am 16. Juli wird bei einem Festakt im Wichernsaal in Schwerin (Apothekerstraße/Körnerstraße) die Neuaufnahme von fünf Kulturformen in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes gefeiert, darunter die Traditionelle Kleine Küstenfischerei an der Ostseeküste und in den Boddengewässern Mecklenburg-Vorpommerns. Den Festakt richtet das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission aus.

