22.07.2026

Croy-Teppich wird in Schauwerkstatt restauriert

Ein riesiger Wandteppich ist in einer Vitrine ausgestellt.
Der Croy-Teppich wird erstmals seit mehr als 20 Jahren aus seiner Vitrine genommen.

Der Croy-Teppich von 1554, seit Jahrhunderten Eigentum der Universität Greifswald, ausgestellt im Pommerschen Landesmuseum. Der Teppich wird jetzt gründlich untersucht, in einer Schauwerkstatt restauriert und neu präsentiert.


Eine ganz besondere Teppichpflege steht im Pommerschen Landesmuseum an: Der Croy-Teppich wird Ende des Monats erstmals seit mehr als 20 Jahren aus seiner Vitrine genommen, aufgerollt und vor Ort in einer eigens eingerichteten Werkstatt restauriert. Dazu soll der Teppich, der im Verzeichnis national wertvoller Kulturgüter geführt wird, stückchenweise wieder abgerollt werden. Gäste sollen die Arbeit ab September vom Obergeschoss aus beobachten können. Die untere Ebene des Croy-Saals wird gesperrt.

Benannt nach Herzog Ernst Bogislaw von Croy

Seit 2005 ist der Croy-Teppich im Pommerschen Landesmuseum ausgestellt. Seinen Namen hat der Teppich von Herzog Ernst Bogislaw von Croy. Dieser vermachte den Teppich einst der Universität Greifswald verbunden mit der Auflage, alle zehn Jahre eine Gedenkfeier für seine 1660 verstorbene Mutter und die Pommernherzöge abzuhalten. Nachdem das Croy-Fest zu DDR-Zeiten ausgesetzt worden war, wurde die Tradition nach der Wiedervereinigung wieder aufgenommen. Die letzte reguläre Croy-Feier fand 2010 statt. 2020 ist sie wegen der Corona-Pandemie verschoben und später in kleinerer Form nachgeholt worden. 2030 soll die Feier wieder regulär stattfinden, so das Landesmuseum.

Restaurierung bis 2028

Die Restaurierung soll schon vorher abgeschlossen sein, bis 2028 zum Jubiläum „900 Jahre Pommern”. 900 Jahre weil: 1124 und 1128 führten zwei Missionsreisen Bischof Otto von Bamberg nach Pommern. Sie bildeten den Auftakt für die Christianisierung Pommerns und beeinflussten die kulturhistorische Entwicklung der Region maßgeblich.

Wandteppiche wie der Croy-Tepich gehörten laut Pommerschem Landesmuseum an den europäischen Renaissancehöfen zur Herrschaftsrepräsentation. Weltweit sei kein vergleichbares Stück aus der Mitte des 16. Jahrhunderts überliefert. www.pommersches-landesmuseum.de