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12.10.2020

Der Deutsche Naturfilmpreis ist vergeben

Die Wolga ist der längste Fluss Europas. Für seinen Dokumentarfilm über das gut 3500 Kilometer lange Gewässer gewann Filmemacher Henry M. Mix den Deutschen Filmpreis.

„Auf dünnem Eis“ und „Im Reich der Wolga - Ein Strom wird geboren“ – diese beiden Filme haben beim Naturfilmfestival auf dem Darß den Deutschen Naturfilmpreis 2020 gewonnen.

Damit hatte der Berliner Filmemacher Henry M. Mix gleich doppelt Grund zur Freude: Beide Dokumentarfilme hat er produziert. „Auf dünnem Eis“ zusammen mit Boas Schwarz.

„Auf dünnem Eis“ geht der Frage nach, was nur zwei Grad mehr für die riesigen Gebiete am russischen Polarkreis bedeuten. Er wurde zum besten Film in der Kategorie „Mensch und Natur“ gekürt. Die Jury begründet ihre Wahl so: „Wie in einem Krimi hält uns dieser Film unsere eigenen Vergehen vor Augen. Eine seiner vielen Stärken liegt darin, dass er uns dabei nie vor lauter Verzweiflung resignieren lässt – im Gegenteil, er festigt den Willen, sich zu engagieren. In tragisch-schönen Bildern zeigt er uns die Auswirkungen des Klimawandels auf Regionen, die nur wenigen von uns bekannt sind. Wertneutral werden dem Zuschauer durch die eindrucksvoll recherchierte Präsentation individueller Schicksale die Dramatik des Klimawandels deutlich gemacht. Der reale Wahnsinn unseres eigenen Handelns wird uns am Ende des Films ohne jegliche Wertung vor Augen gehalten.“

„Im Reich der Wolga“ begleitet der Schriftsteller Wladimir Kaminer den Aufstieg des Flusses vom unbedeutenden Bächlein zu Russlands wichtigster Wasserader. Er wurde zum besten Film in der Kategorie „Wildnis Natur“ gekürt. Das sagt die Jury: „Nur äußerst selten schafft es ein Naturfilm, uns mit Natur- und Tiergeschichten auch die Menschen, die Kultur und die Lebenseinstellung eines Landes nahe zu bringen – und das auf besonders herausragende und humorvolle Art und Weise. Obwohl wir meist bekannten Tieren folgen, schafft es der Film durch herausragende Kameraarbeit, liebevoll detaillierten Schnitt und wunderbare musikalische Unterstützung Information, Witz und Unterhaltsamkeit in bestem Maße zu vereinen. Wir lernen etwas über Russland, indem wir den russischen Biber beobachten – wer hätte das gedacht?“

Die beiden Hauptpreise sind mit jeweils 10 000 Euro dotiert. Und nicht die einzigen Auszeichnungen, die die beiden Filme vom Naturfilmfestival mit nach Hause nahmen.

Die weiteren Kategorien und Gewinner im Überblick:

  • Publikumspreis: Auf dünnem Eis
  • Jury-Preis für herausragende Leistungen für die beste deutsche Naturgeschichte: Der Harz - Im Wald der Luchse
  • Jury-Preis für herausragende Leistungen für den Sprecher und das Buch: Im Reich der Wolga - Ein Strom geboren
  • Preis der Kinder- und Jugendjury: Im Reich der Wolga - Ein Strom wird geboren