Trauer um Janosch
Der Illustrator und Autor Janosch ist mit 95 Jahren gestorben. Mit Büchern wie „Oh wie schön ist Panama“ begeisterte er nicht nur Kinder in aller Welt. In der Kunsthalle Rostock wird Janosch mit seiner Kunst weiter präsent sein.
Hintergrund
Noch im Sommer widmete die Kunsthalle Rostock dem Künstler die Ausstellung Janosch - Mein Panama. Vom 4. Juli bis 13. September wurden mehr als 200 Werke aus unterschiedlichen Schaffensphasen präsentiert. Darunter befanden sich frühe Arbeiten, Originalillustrationen zu seinen literarischen Werken sowie Exponate aus seinem Atelier auf Teneriffa. Die Ausstellung gab einen umfassenden Einblick in die verschiedenen Facetten seines künstlerischen Schaffens.
Café im Stil seiner bekannten Figuren
Auch über die Ausstellung hinaus ist Janosch in der Kunsthalle Rostock präsent: Das Café der Kunsthalle ist im Stil seiner bekannten Figuren Tiger und Bär gestaltet. Dort sind zudem zehn Radierungen des Künstlers ausgestellt.
„Generationen begleitet”
„Die Kunsthalle Rostock nimmt Abschied von Horst Eckert, der unter seinem Künstlernamen Janosch internationale Bekanntheit erlangte”, heißt es in einer Mitteilung von Mittwoch. „Der Illustrator, Autor und Künstler prägte mit seinen Geschichten und Zeichnungen über Jahrzehnte die Kinderliteratur und die Illustrationskunst. Figuren wie der kleine Tiger, der kleine Bär und die Tigerente sind einem breiten Publikum bekannt und haben Generationen von Leserinnen und Lesern begleitet.”
Werke in rund 40 Sprachen
Janosch schuf mehr als 150 Bücher. Seine Werke wurden in rund 40 Sprachen übersetzt, die Gesamtauflage geht in die Millionen. Seine Figuren wurden erfolgreich in Lizenz vermarktet und zierten Tassen, Fahrräder, Schnuller und vieles mehr. Nach dem fulminanten Erfolg seiner Bücher zog sich Janosch in den 1980er-Jahren auf die spanische Kanareninsel Teneriffa zurück.
Gegenentwurf zur schweren Zeit
Janosch wurde 1931 als Horst Eckert geboren und verbrachte einen Großteil seiner Kindheit in Oberschlesien im heutigen Polen, geprägt von Armut, Gewalt und der Alkoholsucht seines Vaters. Seine Kindergeschichten sind wie ein Gegenentwurf zu dieser schweren Zeit, die er lange Zeit selbst mit Alkohol zu verdrängen versuchte: Sie sind lustig, anarchisch frech und oft auch etwas wehmütig. Seine Figuren wehren sich gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit, mutig, verschmitzt und mit viel Herz.
Eigenständige künstlerische Handschrift
Janoschs künstlerisches Schaffen geht weit über seine bekannten Kinderbuchillustrationen hinaus. Sein vielseitiges Werk umfasst neben Zeichnungen und Illustrationen auch Aquarelle, Radierungen und Ölmalerei. Mit seiner charakteristischen Bildsprache verband er erzählerische Elemente mit gesellschaftlichen Beobachtungen, Humor und einer eigenständigen künstlerischen Handschrift. Er verfasste Theaterstücke und bebilderte u.a. die pikanten Geschichten des französischen Adligen Marquis de Sade.
