Tyll. Das Theaterstück zum Bestsellerroman
Daniel Kehlmanns Bestsellerroman „Tyll“ ist ein literarisches Panorama des Dreißigjährigen Krieges: sprachlich hochpräzise, dramaturgisch mitreißend und historisch fundiert. „Tyll“ kommt jetzt in Greifswald und Stralsund auf die Bühne.
Für das Theater Vorpommern haben Johanna Schall und Grit van Dyk eine eigenständige Bühnenfassung entwickelt. Ihnen gelingt die Übersetzung der sprachmächtigen, vielstimmigen Prosa in dialogisches, konzentriertes Theater: ein verdichteter Abend, der dokumentarische Realität, surreal-magische Überhöhungen und politische Dringlichkeit miteinander verschränkt und zu einer präzisen Komposition aus Erzählung, Szene und Haltung werden lässt.
Die neue Bearbeitung hat auch Daniel Kehlmann überzeugt: Der Autor hat angekündigt, die Inszenierung am Theater Vorpommern in jedem Fall zu besuchen – sei es zur Premiere oder zu einer der folgenden Vorstellungen.
Das Stück
„Tyll“ erzählt vom legendären Narren Tyll Ulenspiegel, der als Gaukler, Seiltänzer und Störenfried durch ein von Krieg und Glaubenskämpfen geplagtes Europa zieht. Hunger, Gewalt und religiöser Fanatismus prägen den Alltag der Vielen, während politische Machtkämpfe jede Vorstellung von Recht, Maß und Moral unter sich begraben. Tyll begegnet Bauern und Mönchen, sprechenden Eseln und Drachenforschern – und zugleich historischen Figuren wie dem „Winterkönig“ Friedrich V., seiner englischen Gemahlin Elisabeth Stuart und dem schwedischen König Gustav Adolf.
In einer Welt, in der der Ausnahmezustand zur Normalität geworden ist, bewegt sich Tyll scheinbar mühelos durch Zeit und Raum, bis er bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wieder auftaucht: als Zeuge eines Europas, dessen alte Ordnung irreparabel zerbrochen ist.
„Als Narr ist Tyll gemein, wütend, verletzend, verhöhnend – egal wem gegenüber, denn er darf alles sagen. Bei Kehlmann heißt es, dass man über ihn manchmal begreifen kann, ‚wie das Leben sein kann für einen, der wirklich tut, was er will, und nichts glaubt und keinem gehorcht‘. Dieser Tyll trägt zwar eine Narrenkappe, aber ein Spaßmacher ist er nicht, eher ein anarchischer Provokateur. Er nimmt die Menschen beim Wort und beim Kragen und läuft dabei – wie immer beim Seiltanzen – dem Sturz davon“, so Johanna Schall.
Daniel Kehlmann
…wurde 1975 in München geboren und hat den Großteil seiner Kindheit und Jugend in Wien verbracht. An der Universität Wien studierte er dann auch Philosophie und Germanistik und begann in dieser Zeit, seine ersten literarischen Arbeiten zu veröffentlichen. 1997 erschien sein Debütroman „Beerholms Vorstellung“ und machte Kehlmann erstmals in der Literaturwelt bekannt. Der literarische Durchbruch gelang ihm aber erst 2005 mit dem Roman „Die Vermessung der Welt“, einer fiktiven Doppelbiografie über Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß. Das Buch wurde zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Romane der Nachkriegszeit, weltweit millionenfach verkauft und 2012 auch verfilmt. Weitere Werke sind „Ich und Kaminski“ (2003), „Ruhm“ (2009), „F“ (2013) und „Lichtspiel“ (2023) – sein vielfach ausgezeichneter Roman „Tyll“ erschien 2017.
Termine
Greifswald (Kaisersaal)
21.03. / 19.30 Uhr Premiere, 29.03. / 18.00 Uhr, 12.04. / 18.00 Uhr, 10.05. / 18.00 Uhr, 25.05. / 18.00 Uhr, 31.05. / 18.00 Uhr, 07.06. / 18.00 Uhr
Stralsund (Großes Haus)
10.04. / 19.30 Uhr Premiere, 18.04. / 19.30 Uhr, 25.04. / 19.30 Uhr, 22.05. / 19.30 Uhr, 12.06. / 19.30 Uhr
