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Theater Anklam

Von jahrhundertealter Theatertradition zur Vorpommerschen Landesbühne

Vitus Pasler soll schon 1663 eine Art Dr. Eisenbarth auf dem Anklamer Markt zum Besten gegeben haben. Auch ein Dr. Johann Christoph Appelt durfte 1722 als Zahn- und Wundarzt mit theatralischen Aufführungen um Kunden werben. Beide stehen für die lange Tradition der Darstellenden Kunst in Anklam. Und nur 16 Jahre nach Appelts Auftritt wird das Schützenhaus erbaut, unter dessen Dach Zuschauer noch im heutigen Theater Anklam Dramen, Komödien und Schwänke miterleben.

„Strafkolonie am Ende der Welt“

Immer wieder gastieren Schauspielgruppen in Anklam und finden Gastspiele statt, bevor im historischen Schützenhaus im Jahr 1950 offiziell das Theater eröffnet wird. Erst drei Jahrzehnte danach wird es als „Strafkolonie am Ende der Welt“ überregional bekannter, als unbequeme Regisseure an die vorpommersche Bühne geschickt werden. In den 80er-Jahren machte die SED dann zusätzlich Druck, woraufhin mehrere Ensemblemitglieder die DDR verließen. Anklam bekam fortan den Ruf als „Ausreisetheater“.

Totgesagte leben länger: Neuanfang in Anklam

Nach der Wende 1989 wurde der Bühne in Anklam zwar ein schnelles Ende vorausgesagt, aber statt sich dieser Prophezeiung zu ergeben, setzte Bühnenchef Wolfgang Bordel auf Expansion. Befand sich das Theater Anklam bislang in kommunaler Trägerschaft, folgte 1993 die Umfirmierung zu einer Gmbh. Die neue „Vorpommersche Landesbühne“ wechselte in die Trägerschaft des Vereins „Vorpommersche Kulturfabrik“.

Im gleichen Jahr eröffnete die „Vorpommersche Landesbühne“ das Theaterzelt „Chapeau Rouge“ im Ostseebad Heringsdorf auf Usedom. Vier Jahre später kam die Ostseebühne in Zinnowitz hinzu. Dort zählen die Vineta-Festspiele mit rund 20.000 Besuchern pro Jahr zum erfolgreichsten Projekt des Anklamer Theaters. Außerdem gehören das gelbe Theater „Die Blechbüchse“ in Zinnowitz, das Deutsche Theater Peenemünde, Bühnen im Usedomer Hafen und im Anklamer Hafen, die Boddenbühne und die Hafenbühne in Barth sowie die in Zinnowitz ansässige Theaterakademie Vorpommern dazu.

ZUM AKTUELLEN SPIELPLAN 

 

Auszug aus der Spielzeit 2016/17

Zum aktuellen Spielplan 

Außer Kontrolle

Komödie von Ray Cooney

Staatsminister Richard Willey hat alles gut durchdacht: die Ehefrau belogen, die Suite im Nobelhotel gebucht und den Champagner kaltgestellt, damit das Date mit der Sekretärin von der Opposition auch gelinge. Als sie in ihrer Hotelsuite plötzlich eine Leiche entdecken, wird der Mann für alle Fälle, bestellt, um die Affäre zu regeln. Aber da tauchen der eifersüchtige Ehemann, ein geldgieriger Kellner, eine resolute Krankenpflegerin mit Liebeswallungen und natürlich auch noch die Ehefrau des Ministers auf. Als auch noch die Leiche Auferstehungstendenzen hat, gerät alles außer Kontrolle. 

Die feuerrote Blume

Russisches Märchen nach Karnauchowa/Braussewitsch

Es ist das Märchen vom einem verwunschenen Schloss, in dessen Garten die feuerrote Blume blüht. Der Vater, ein Kaufmann, bricht sie für seine jüngste Tochter.  Doch im Schloss herrscht ein Ungeheuer, um mit dem Leben davon zu kommen, verspricht der Kaufmann, dass seine Jüngste kommt und dem Ungeheuer dient. 

Hinterlistig und böse treibt auch noch die Hexe Baba-Jaga ihr Spiel. Doch aller Schrecken wird durch die Liebe besiegt. 

Rapunzel

von Peter Dehler nach den Brüdern Grimm

Jedes arme Weib bekommt ein Kind, nur die Herrin ist allein. Ihr Diener Balthasar kann zwar zaubern, aber ein Kind, das schafft er nicht. Da kommt die schwangere Frau gerade recht, die gierig auf das Grünzeug ist, das im Schlossgarten wie Unkraut wächst. Soll sie haben, Rapunzel körbeweise. Aber das Kind gehört dafür der Herrin. Es wächst einsam heran, hat alles, was es nicht braucht und glaubt, die Welt sei wild und schlecht. Nur im Turm herrscht Sicherheit, sagt die eifersüchtige Mutter und inszeniert böse Aktionen rund um Rapunzels Gefängnis. Und die Haare wachsen, reichen bald vom Balkon bis auf den Waldboden. Ein himmlisch kreuzgefährlicher Weg für den Prinzen, der bei einem Kletterbesuch Rapunzel spielend leicht lieben lernt!

Premiere: Sonntag, 23. Oktober, 15 Uhr im Theater Anklam

Macbeth

Tragödie von William Shakespeare

Macbeth ist eines von Shakepeares bekanntesten Werken, das er um 1606 verfasste. Die Tragödie beschreibt den Aufstieg des königlichen Heerführers Macbeth zum König von Schottland, seinen Wandel zum Tyrannen und seinen Fall. Shakespeare verknüpfte in seinem Drama geschichtliche Fakten über den Schottenkönig Macbeth und den englischen König Jakob I. mit Aberglauben und Mythologie

Premiere: Sonnabend, 5. November, 19.30 Uhr Theater Anklam 

Weitere Theater in Mecklenburg-Vorpommern

Theater Putbus: Hier wird seit mehr als 190 Jahren gespielt. In der jüngsten Stadt und dem ältesten Seebad der Ostseeinsel Rügen besitzt Schauspiel noch Tradition – fürstliche Tradition. Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus (1783-1854) gründete 1810 die Stadt und errichtete knapp zehn Jahre später das Schauspielhaus.