Das Programm für die Spielzeit 2026/2027
Das Mecklenburgische Staatstheater hat das Programm für die Spielzeit 2026/2027 vorgestellt. Die Schlagworte dazu heißen: 100 Jahre Fritz-Reuter-Bühne, neue Künstlerische Leitungen im Schauspiel und im Jungen Staatstheater – sowie Rückkehr ins Große Haus in Schwerin. Hier der Überblick.
Mit der Spielzeit 2026/2027 stehen spannende Veränderungen bevor. Mit großer Neugier wird Joanna Lewicka als neue Schauspieldirektorin in Schwerin erwartet, die zusammen mit ihrem künstlerischen Team - der Dramaturgin und Übersetzerin Urška Brodar und der Dramaturgin und Autorin Anna Langhoff - das bestehende Ensemble mit nationalen und internationalen Künstler/innen bereichert.
Oliver Meyer wird Künstlerischer Leiter in Parchim
Im Jungen Staatstheater Parchim wird ab 1. Januar 2027 Oliver Meyer als neuer Künstlerischer Leiter die Kinder- und Jugendtheatersparte übernehmen. Das Programm für die kommende Spielzeit in Parchim wurde gemeinsam von Julia Sontag und Felicitas Loewe konzipiert, erstere wird das Junge Staatstheater interimsmäßig bis Ende des Jahres leiten.
„Freiheit ist das Herz unserer Kunst, sie ist das Einzige, das niemals auf dem Spiel stehen darf. Menschen aus 22 Nationen bringen im Mecklenburgischen Staatstheater ihre Ideen und ihr Können zusammen, um dieses wertvolle, freiheitsdurstige Erbe in die Zukunft zu tragen. Wir möchten mit dem weit gespannten Bogen aus Inszenierungen, Konzerten und Balletten für jeden erlebbar machen, wie groß, schön und auch irritierend unsere Kunst ist. Darüber hinaus wollen wir uns zukünftig wieder verstärkt an unser junges Publikum wenden. Allein 20 verschiedene Inszenierungen und Konzerte bieten wir für junge Menschen in der Region an“, sagt Hans-Georg Wegner, Generalintendant des Mecklenburgischen Staatstheaters. Titel der Spielzeit 2026/27: „Was auf dem Spiel steht.“
Christian Schwandt verlässt Mecklenburgisches Staatstheater
Einen Abschied in der Theaterleitung wird es im September geben: Christian Schwandt, der das Mecklenburgische Staatstheater als Kaufmännischer Geschäftsführer seit Januar 2021 erfolgreich leitet, verlässt das Haus auf eigenen Wunsch, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Seine Stelle ist ausgeschrieben und wird neu besetzt werden.
Mit einem großem Jubiläumsprogramm über die gesamte Spielzeit feiert die niederdeutsche Sparte des Mecklenburgischen Staatstheater den 100. Geburtstag der Fritz-Reuter-Bühne. 1926 gegründet, ist sie die traditionsreichste Theatersparte in Norddeutschland. Als eine von nur zwei professionellen niederdeutschen Bühnen – neben dem renommierten Ohnsorg-Theater in Hamburg – nimmt sie eine einzigartige Stellung in der niederdeutschen Theaterlandschaft ein. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ist Schirmherrin der Jubiläumsspielzeit.
Rückkehr ins Große Haus im März 2027
Einen weiteren Grund zum Feiern gibt es im März 2027: Dann werden nach den umfangreichen Baumaßnahmen mit dem „Theaterball“ die Türen des Großen Hauses endlich wieder fürs Publikum geöffnet.
Der Spielplan des Mecklenburgischen Staatstheater bietet für die kommende Spielzeit 32 Premieren, bislang 27 geplante Konzertaufführungen der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin, 17 Wiederaufnahmen, zahlreiche Sonderveranstaltungen und Gastspiele an den beiden Standorten in Schwerin und Parchim sowie an verschiedenen Gastspielorten.
In Schwerin beginnt die neue Spielzeit am 10. September
In Schwerin beginnt die neue Spielzeit am 10. September mit einem Harald-Schmidt-Abend im Rahmen von Deutschlandfunk „Kultur on Tour“ im Theaterzelt, wo tags darauf mit „Fidelio“ das Musiktheater seinen Auftakt gibt. Spielzeitstart in Kulturmühle Parchim ist am 19. September mit der Premiere „Die Asche meines Vaters oder plötzlich reich und unsympathisch“.
100. Geburtstag der Fritz-Reuter-Bühne
Den Jubiläumsauftakt der Fritz-Reuter-Bühne gibt am 19. September eine Ausstellungseröffnung in der Hofdornitz im Schweriner Schloss, die die bewegende Geschichte der Bühne lebendig werden lässt. Als erste Premiere steht am 16. Oktober in der M*Halle das musikalische Schauspiel „As in’n Häben” nach dem Film „Wie im Himmel“ auf dem Spielplan. Einen weiteren Höhepunkt des Jubiläums bildet der 29. November 2026, der 100. Geburtstag der Fritz-Reuter-Bühne: Eine festliche Gala im Theaterzelt begeht diesen besonderen Tag, zu der auch eine umfangreiche Chronik erscheint, die die Geschichte dieser niederdeutschen Sparte mit all ihren bewegenden Momenten dokumentiert – als bleibendes Zeugnis für alle, die diese Bühne geprägt haben und noch prägen werden.
Stück über Leben und Werk von Fritz Reuter
Bevor es zum Abschluss der Saison anlässlich der Schlossfestspiele wieder raus ins Freilichtmuseum Mueß geht, steht mit der Uraufführung „Uns Fritzing“ ein Stück über Leben und Werk von Fritz Reuter auf dem Spielplan (Premiere 16. April, M*Halle), dem großen niederdeutschen Dichter, nach dem die Sparte benannt wurde – und der mit seiner Sprache, seinem Humor und seiner Menschlichkeit bis heute nichts von seiner Strahlkraft verloren hat. Im Laufe der Spielzeit wird es darüber hinaus weitere Sonderveranstaltungen rund um das Jubiläum geben.
In Parchim beginnt die neue Spielzeit am 19. September
Das Junge Staatstheater Parchim widmet sich in der kommenden Spielzeit der Suche nach dem Glück und den Herausforderungen, die damit einhergehen. Den Auftakt macht am 19. September die Komödie „Die Asche meines Vaters oder plötzlich reich und unsympathisch“ von Soeren Voima in der Kulturmühle Parchim. Ein unerwartetes Millionenerbe konfrontiert die Hauptfigur mit Familiengeheimnissen und Fragen nach Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit. Zur Weihnachtszeit folgt mit „Die feuerrote Blume“ nach Sergei T. Aksakow ein poetisches Märchen über Mitgefühl, Vergebung und die Frage, was wahre Schönheit ausmacht.
Weihnachtsklassiker „A Christmas Carol“
Im Abendprogramm greifen die traditionsreichen „Adventsgeschichten“ in diesem Jahr Charles Dickens' Weihnachtsklassiker „A Christmas Carol“ auf. Ab 21. Februar 2027 begibt sich die sechsjährige Heldin in „Laura war hier“ von Milena Baisch auf eine warmherzige Entdeckungsreise durch die Lebens- und Familienwelten eines Mietshauses. Den Abschluss bildet „Alle außer das Einhorn“ von Kirsten Fuchs (Premiere 1. Mai 2027). Das Stück über Ausgrenzung, Cybermobbing und Gruppenzwang wird von Schüler/innen der Regionalen Schule „J. W. v. Goethe“ Parchim im Probenprozess begleitet. So verbindet das Junge Staatstheater gesellschaftlich relevante Themen mit Fantasie und Humor und erzählt starke Geschichten für Menschen jeden Alters.
Das Publikum mitten im Orchester
Als „Conductor in Residence“ prägt Dominik Beykirch die Saison der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin mit drei von insgesamt sechs Sinfoniekonzerten, einer Opernchorgala und den MeckProms. In den Sinfoniekonzerten spannt Beykirch ab Anfang Oktober den programmatischen Bogen „Vom Anfang“, „Vom Ende“ und „Vom Danach“ – von frühen Werken Prokofjews und Kaschperowas bis zu Mahlers „Rückert-Liedern“ und seiner 4. Sinfonie. Mit Richard Strauss’ „Metamorphosen“ entsteht zudem in einem Sonderkonzert im Konzertfoyer ein außergewöhnliches Klangerlebnis: Das Publikum nimmt mitten im Orchester Platz. Beykirch bringt dabei herausragende Solist/innen nach Schwerin, darunter Guy Braunstein (Violine), Charlotte Thiele (Violine), Friedrich Thiele (Violoncello) und Magdalena Lucjan (Sopran).
„Viertel 7“ – neues Format in der Kulturmühle
Neu ist das einstündige Format „Viertel 7“ in der Kulturmühle Parchim mit Solistinnen und Solisten aus den eigenen Reihen – kompakt, nahbar, der perfekte Start in den Abend. Die Rückkehr ins Große Haus feiert die Staatskapelle im Beethovenjahr mit Beethovens 5. Sinfonie unter Yura Yang und dem lange erwarteten 2. Klavierkonzert von Camille Saint-Saëns mit dem in Schwerin lebenden Pianisten Gottlieb Wallisch am 11., 12. und 13. April 2027.
Zum Saisonende kehrt Hartmut Haenchen für das Konzert „Klingendes Welterbe“ nach Schwerin zurück. Auch junge Musikfans erwartet ein vielseitiges Angebot – unter anderem mit einer musikalischen Entdeckungsreise für Schulklassen entlang von Smetanas „Moldau“.
Ballett präsentiert Werke von zwölf Choreograf/innen
Mit erzählenden Produktionen und gemischten Programmen präsentiert das Ballett Schwerin Werke von zwölf Choreograf/innen, darunter neun Neukreationen. Die Ballettsaison wird eröffnet mit „Walpurgisnacht: Das Erwachen“, einem abendfüllenden Werk von Hauschoreografin Ana Isabel Casquilho mit Originalmusik von David Nigro am 30. Oktober im Theaterzelt. Die Produktion interpretiert die bekannte deutsche Geschichte auf moderne Weise. „New Ground I“ wird zunächst in der Kulturmühle Parchim (Premiere 22. Januar 2027) und anschließend in der M*Halle gezeigt. Das Programm vereint drei neue Kreationen: Werke der Gewinner der Choreografie-Wettbewerbe von Biarritz und Hannover sowie eine Choreografie des Solo-Tänzers des Ensembles, Julio Morel. Mit „Roots – Goecke, Soto, dos Santos“ kehrt das Ballett Schwerin gemeinsam mit der Mecklenburgischen Staatskapelle am 30. April 2027 auf die Bühne ins Große Haus zurück. Der Abend umfasst „Le Spectre de la Rose“ von Marco Goecke, eine Uraufführung von Cayetano Soto sowie eine Neukreation von Jonathan dos Santos zur Musik von Heitor Villa-Lobos. Ergänzt wird die Spielzeit durch die Ballettgala „Connexion #6“zum Ende der Spielzeit (Premiere 16. Juni, Großes Haus) – moderiert von Ballettdirektor Jonathan dos Santos – und die
Wiederaufnahme von „Unbound“ mit Werken von Mauro Bigonzetti, Andonis Foniadakis und Garrett Smith.
Das Schauspiel eröffnet Saison am 25. September
Das Schauspiel eröffnet seine Saison am 25. September 2026 im Theaterzelt mit „Thyestes“ nach Seneca, einer spartenübergreifenden Inszenierung mit dem Ballett und der Mecklenburgischen Staatskapelle unter der Musikalischen Leitung von Yudania Gómez Heredia. Regie führt die neue Schauspieldirektorin Joanna Lewicka. „Red Zone“ (Premiere 2. Oktober 2026) und „Lichter in der Nacht“ (Premiere 4. Dezember 2026), zwei Uraufführungen von Helene Hegemann, River Roux und Sonia Ristić, inszeniert von den Regisseurinnen Bibiana Mendes und Simone Geyer, sind die ersten Premieren in der M*Halle, die auch der Musikerin, Autorin und Schauspielerin Riah Knight im Laufe ihrer Residenz als „artist in collaboration“ Raum gibt.
Antikriegskomödie „Nie wieder Friede“ in M*Halle
Nach dem Weihnachtsmärchen „Der Blaue Vogel“ (Premiere 26. November 2026, Theaterzelt) in Regie von Patricija Katica Bronić und der Deutschen Erstaufführung der Romanadaption „Liebe“ von Marguerite Duras (Premiere 12. März 2027, M*Halle) in Regie der slowenischen Regisseurin Živa Bizovičar geht es zurück in das Große Haus, wo die polnische Regisseurin Katarzyna Minkowska Shakespeares „Der Sturm“ (Premiere 9. April 2027) inszeniert. Und bevor die Schlossfestspiele im Juni den Sommer einläuten, bringt Joanna Lewicka am 30. April 2027 Ernst Tollers Antikriegskomödie „Nie wieder Friede“ auf die Bühne der M*Halle.
„Fidelio“ und „Mario und der Zauberer“
In der Spielzeit 2026/2027 untersuchen die Neuproduktionen des Musiktheaters, wie sich das menschliche Streben nach Freiheit im Spannungsfeld von Wahrheit, Verantwortung und Macht entfaltet. In Beethovens „Fidelio“ (Premiere 11. September, Theaterzelt) wird Leonores Entschlossenheit, sich gegen ein Unrechtssystem zu stellen und die Lüge des tyrannischen Herrschers Pizarro zu entlarven, zum Ausgangspunkt einer Befreiung, die über das persönliche Schicksal hinausweist. Stephen Olivers Kammeroper „Mario und der Zauberer“ nach Thomas Mann (Premiere 20. November, M*Halle) zeigt, wie fragil Freiheit wird, wenn sich Faszination für autoritäre Figuren, schleichende Angst und die Bereitschaft zur Unterwerfung ausbreiten.
Mit Camille Saint-Saëns „Samson et Dalila“ (Premiere 17. Oktober, Theaterzelt) entwickelt das Ensemble den Themenkomplex konsequent weiter und lotet in einer halbszenischen Aufführung aus, wie Macht und Verführung Konflikte befeuern und durch ihre Gewalt immer neue Gewalt erzeugen. In Verdis Maskenball „Un ballo in maschera“ (Premiere 22. Mai 2027, Großes Haus) lädt das Musiktheater dazu ein, Freiheit nicht als Selbstverständlichkeit zu begreifen, sondern als Aufgabe – als etwas, das immer wieder neu errungen und verantwortungsvoll gestaltet werden muss.
Schlossinnenhof wird zur Bühne fürs Schauspiel
Im Sommer 2027 wird bei den Schlossfestspielen Schwerin endlich wieder der Schlossinnenhof zur Bühne fürs Schauspiel. Mit „Der Widerspenstigen Zähmung“ inszeniert Adriana Altaras eine der berühmtesten Komödien von William Shakespeare (Premiere 18. Juni 2027). Auch die Staatskapelle spielt hier mit zwei Konzerten am 12. und 13. Juni unter der Leitung von Hartmut Haenchen auf. Das MeckProms-Konzert „Dolce Vita“ folgt am 9. Juli auf der Freilichtbühne. Unter freiem Himmel spielt auch die Fritz-Reuter-Bühne im Freilichtmuseum Schwerin-Mueß: den Goldoni-Klassiker auf Platt „Ein Deiner för twei Herren“ ab 19. Juni. Das Große Haus ist der Ballettgala „Connexion #6“ ab 16. Juni vorbehalten.
Die Abteilung Theaterpädagogik widmet sich wieder den verschiedenen Theatergruppen des Stadtensembles, in denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ihrer Freizeit selbst aktiv werden. Darüber hinaus ist in dieser Spielzeit mit dem Stück „Concord Floral“ von Jordan Tannahill erstmalig eine Produktion des Stadtensembles im regulären Repertoire zu erleben. Jugendliche ab 14 Jahren und Senior/innen werden dann gemeinsam auf der Bühne stehen. Die Ausstattung der Produktion wird durch die Benefizaktion „Hand in Hand“ des NDR ermöglicht.
Vorverkauf
Der Vorverkauf für sämtliche Premieren und im Spielplan veröffentlichten Vorstellungen und Konzerte im Theaterzelt beginnt bereits am 2. Juli 2026.
Auch in der kommenden Spielzeit werden wieder verschiedene Abonnements angeboten: für Konzerte und Premieren sowie gemischte Abonnements und ein Jugendabonnement. Neu ist ein Abonnement für die vier Schauspiel-Aufführungen in der M*Halle. Die niederdeutschen Premieren der Fritz-Reuter-Bühne werden wieder in der M*Halle und in der Kulturmühle Parchim stattfinden.
Spielzeitheft
Das Spielzeitheft ist mit dem kompletten Programm auf der Seite des Mecklenburgischen Staatstheaters als Download verfügbar:www.mecklenburgisches-staatstheater.de
