Das Volkstheater geht in die Stadt
Das Volkstheater Rostock präsentiert das Programm für die Saison 2026/27 – und richtet seinen Fokus auf die Stadt. Unter anderem wird das Theater im Stadthafen nach über einem Jahrzehnt wieder zum Leben erweckt.
Auch in der 132. Spielzeit des Volkstheaters werden Produktionen aus allen vier Sparten zu sehen und zu hören sein, sagte Intendant und Geschäftsführer Ralph Reichel am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Programms. Zu Klassikern wie „Romeo und Julia“ und „Der Schimmelreiter“ mischen sich moderne Produktionen wie „Der gute Mensch und die KI“ in das abwechslungsreiche Programm aus Schauspiel, Musiktheater und Tanz. Startschuss ist am 13. September 2026 mit exklusiven Blicken hinter die Kulissen und kreativen Mitmachaktionen für die ganze Familie beim Spielzeiteröffnungsfest auf dem Theatervorplatz.
130. Spielzeit für Norddeutsche Philharmonie Rostock
Neben den bereits genannten drei Sparten geht die Norddeutsche Philharmonie Rostock mit dem Motto „Fest mit Freund:innen“ in ihre 130. Spielzeit. Dabei setzt das Orchester nicht nur auf das klassische Konzertpublikum, sondern verbindet bekannte Kompositionen und große Orchesterliteratur mit zugänglichen Formaten, die alle Menschen ansprechen sollen. Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Saison wird Komponist Johannes Brahms sein, dessen Tod sich 2027 zum 130. Mal jährt. Besondere Publikumslieblinge sind auch im Dezember 2026 die Aufführung des Kultfilms „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, der live vom Orchester begleitet wird, sowie das traditionelle Silvesterkonzert mit Beethovens 9. Symphonie.
„Die Legende von Paul und Paula“
Premieren im Großen Haus: Mit der berühmten Oper „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi beginnt die Spielzeit. Inszeniert wird der Klassiker von Regisseur Christian Poewe und Ausstatterin Wiebke Horn, die bereits die umjubelte „Tosca“-Inszenierung auf die Bühne des Volkstheaters gebracht haben. Mit viel Tempo und Spielwitz zeigt das Musiktheater die Operette „Die Fledermaus“. Das Publikum darf sich mit „Die Legende von Paul und Paula“ auf eine Schauspiel-Adaption des DEFA-Klassikers von Ulrich Plenzdorf freuen – inszeniert von Hausregisseur Daniel Pfluger. Und mit „kurz&nackig“ feiert eine moderne Komödie über den Alltag einer Familie Premiere.
„Romeo und Julia“ als spartenübergreifende Inszenierung
Besonders können sich Gäste auf Produktionen freuen, die bekannte Vorlagen nicht einfach nacherzählen, sondern etwas Neues wagen. „Romeo und Julia“ wird beispielsweise als spartenübergreifende Inszenierung gezeigt. „Der Schimmelreiter“ kommt als Tanztheater auf die Bühne, unterstützt vom Opernchor des Volkstheaters. Und bei „Der gute Mensch und die KI“ handelt es sich nicht nur zufällig um eine Anlehnung an den Brecht-Klassiker „Der gute Mensch von Sezuan“. Die moderne Interpretation stellt die sehr aktuelle Frage: Was passiert mit Menschlichkeit, wenn Technik immer stärker in Entscheidungen, Beziehungen und die Lebenswirklichkeit eingreift?
„Pippi Langstrumpf“ kommt zurück
Wiederaufnahmen: Die beliebte Heldin „Pippi Langstrumpf“ kommt zurück und bezieht ihre Villa Kunterbunt im Großen Haus. Die gefeierten Inszenierungen „The Black Rider“ und „Anatevka“ kehren ins Große Haus zurück, und im Frühjahr 2027 gibt es ein Wiedersehen mit „Stolz und Vorurteil* (*oder so)“.
Premieren im Ateliertheater: Mit „Baltic Perspectives“ beginnt die Saison mit Tanztheater, das junge Choreografinnen aus dem Ostseeraum zusammenführt. Zwei Romanklassiker rahmen das Schauspielprogramm im Ateliertheater. George Orwells „Animal Farm“ wird mit der hmt Rostock ko-produziert und „Dorian Gray“ nach Oscar Wilde zeichnet ein Bildnis von Schönheit und Verführung. „Die schönste Version“ nach dem Debütroman von Ruth-Maria Thomas erzählt mit großer Klarheit von Intimität, Gewalt und weiblichem Aufwachsen. Ein Kuss – und die Welt zweier Elternpaare stürzt ins Chaos. Die zeitgenössische Komödie „The Boys Are Kissing“ entlarvt bitterböse die Bruchstellen einer doch so toleranten Gesellschaft.
Zehn renommierte Gastdirigent/innen, zehn hochkarätige Solist/innen
Philharmonie und Konzertprogramm: Die Norddeutsche Philharmonie Rostock lädt in ihrer 130. Konzertsaison 2026/27 unter dem Motto „Fest mit Freund:innen“ zu einem vielfältigen musikalischen Programm ein. Neben den philharmonischen Konzerten prägen verschiedene Konzertreihen, Sonderkonzerte sowie zahlreiche Angebote für Kinder und Jugendliche die Spielzeit. Im Zentrum stehen die philharmonischen Konzerte, für die „viele Freunde“ gewonnen werden konnten: Zehn renommierte Gastdirigent/innen und zehn hochkarätige Solist/innen – darunter Raphaela Gromes, Viviane Hagner, Olga Scheps und Sebastian Manz – gestalten die Reihe.
Der Auftakt im August und September 2026 zeigt bereits die stilistische Bandbreite der Saison: In „Heidenreich exklusiv. Ich hab im Traum geweinet“ widmet sich Autorin Elke Heidenreich dem berühmten romantischen Musikerpaar Robert und Clara Schumann sowie deren Freund Johannes Brahms. Ausgewählte Musik von Clara und Robert Schumann, Johannes Brahms sowie Marc-Aurel Floros, dessen Komposition „Eismeer“ eine Orchester-Uraufführung erlebt, begleiten die Lesung.
Niklas Worgt und Eva Padberg als Duo „Dapayk & Padberg”
Mit „Groove Symphony“ kommen Niklas Worgt und Eva Padberg als Duo „Dapayk & Padberg” nach Rostock, elektronische Musik trifft auf orchestralen Klang. Das 1. Philharmonische Konzert in der Halle 207 wird mit der international erfolgreichen Cellistin Raphaela Gromes eröffnet. Auf dem Programm stehen das Cellokonzert von Maria Herz und „Schelomo“ von Ernest Bloch; den Abschluss bilden die „Symphonischen Tänze“ aus Leonard Bernsteins „West Side Story“.
Neben Johannes Brahms wird ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt der Spielzeit Ludwig van Beethoven sein: 2027 ist vor allem Beethoven-Jahr!
„Achtsam morden“ nach dem Bestseller von Karsten Dusse
Premieren in der Kleinen Komödie Warnemünde: Die neue Saison eröffnet mit der Krimikomödie „Achtsam morden“ nach dem Bestseller von Karsten Dusse. Eine besondere Liebesgeschichte in Briefen erzählt „Love Letters“. Und das Musiktheater-Ensemble taucht in „Die Gedanken sind frei …“ in deutsche Balladen und Lieder ein.
Auch außerhalb der regulären Spielstätten ist das Volkstheater Rostock aktiv. Nach dem Erfolg der vergangenen Jahre ist auch in dieser Adventszeit das „Weihnachtssingen im Ostseestadion“ geplant. Tausende Menschen werden gemeinsam mit Künstler:innendes Theaters moderne und klassische Weihnachtslieder im Kerzenschein singen und so richtig in Weihnachtsstimmung kommen.
Theater im Stadthafen wird zum Leben erweckt
Das Theater im Stadthafen wird nach über einem Jahrzehnt am 7. Mai 2027 mit der Uraufführung von „Windstärke 17“ wieder zum Leben erweckt. Die spartenübergreifende Inszenierung verbindet klassische Musik mit modernem Elektro-Sound. Das Stück basiert auf dem Erfolgsroman von Caroline Wahl und ist nach „22 Bahnen“ bereits die zweite Produktion am Volkstheater Rostock, die auf Werken der Autorin fußt.
Der Volkstheatersommer 2026 bleibt ebenfalls fester Bestandteil des Programms. Mit Titeln wie „Millennium“ und „The Time is now", in denen Hits von Robbie Williams, den Backstreet Boys, Blümchen und Tic Tac Toe gespielt werden, setzt das Volkstheater in der Halle 207 auf einen leichteren Zugang zum Publikum. Abgerundet wird das Angebot mit „The Addams Family“ – nicht nur für Fans der Netflix-Serie „Wednesday“ ein Muss in zwei Akten – sowie Konzerten der Norddeutschen Philharmonie Rostock.
Ausblick auf die Spielzeit 2027/28: Für Herbst 2027 ist die dritte Ausgabe des interdisziplinären Festivals „AXIS“ in Planung.
Weitere Informationen:
Das Spielzeitheft für die Saison 2026/27 finden Sie hier:

