18.10.2026

(R)Evolution in Stralsund

Ein Mann. Er trägt eine durchsichtige Haube über dem Gesicht.
Hendrik Andelfinger spielt in der Inszenierung von Lara Tacke & Lorenz Nolting den KI-Bot Alecto. Es ist seine erste Rolle am Theater Vorpommern.

Wenn Algorithmen unser Leben planen, Beziehungen optimieren und Entscheidungen treffen – wo bleibt dann eigentlich der Mensch? „(R)Evolution“ gibt nun auch in Stralsund eine Anleitung zum Überleben. 

Dr. Stefan Frank, Spezialist für Genpool-Optimierung, verspricht Perfektion: Krankheiten, Schwächen, Schönheitsfehler lassen sich schon in der Petrischale korrigieren. Auch Lana und René erhoffen sich ein perfektes Kind. Doch Forschung und Erfolg haben ihren Preis: Franks Ehe kriselt, und der Smart-Home-Assistent Alecto steuert längst nicht mehr nur Licht und Kühlschrank. Während sich die Krisen draußen zuspitzen, glaubt man drinnen weiter an die Überlegenheit des menschlichen Verstandes: Umweltkatastrophen, politische Spannungen, soziale Konflikte – für alles scheint es technische Lösungen zu geben. Doch als die Maschine plötzlich Fragen stellt, beginnt das vermeintliche Gleichgewicht von Macht und Moral zu kippen.

„(R)Evolution. Eine Anleitung zum Überleben im 21. Jahrhundert“ von Yael Ronen und Dimitrij Schaad ist ein bissig-komischer Abend über Fortschrittsglauben, Kontrollverlust und Verantwortung. Nach der Premiere in Greifswald holt das Theater Vorpommern das Schauspiel nun auch in Stralsund ins Programm: Hier hat es am 22. Oktober im Gustav-Adolf-Saal der Jakobi-Kirche Premiere.

Inspiriert von Yuval Noah Hararis Bestseller „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“, wirft das Stück Fragen auf, die unser Jahrhundert prägen: Wer entscheidet, wenn die Maschine klüger ist als wir selbst? Welche Kompromisse sind noch vertretbar? Und wo enden die Grenzen menschlicher Kontrolle?

„(R)evolution“ nimmt die großen Versprechen der technologischen Zukunft nicht als abstrakte Science-Fiction, sondern als Ausgangspunkt für eine sehr gegenwärtige Frage: Was macht diese Entwicklung mit uns – mit unseren Körpern, unseren Beziehungen, unseren Vorstellungen von Identität, Freiheit und Begehren? Yael Ronen interessiert sich dabei weniger für die futuristische Maschine als für den Menschen: für seine Hoffnungen und Ängste, seine Sehnsucht nach Verbesserung. Die Zukunft erscheint nicht als sauberer Entwurf, sondern als widersprüchlicher Raum, in dem sich Fortschritt und Verlust, Euphorie und Überforderung, Emanzipation und Kontrolle ständig ineinander verschieben.


Die nächsten Vorstellungen sind: 

Greifswald (Rubenowsaal): Sonntag, 25. Oktober, 18 Uhr | Samstag, 7. November, 20 Uhr (Restkarten) | Samstag, 9. Januar 2027, 20 Uhr.

Stralsund (Gustav-Adolf-Saal): Donnerstag, 22. Oktober, 20 Uhr (2. Premiere/Restkarten) | Mittwoch, 28. Oktober, 18 Uhr (Restkarten) | Samstag, 12. Dezember, 20 Uhr | Sonntag, 24. Januar 2027, 18 Uhr | Freitag, 5. Februar 2027, 20 Uhr. 

Karten unter www.theater-vorpommern.de.