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Die Konzertkirche, na klar. Die Kunstsammlung - sowieso. Neubrandenburg hat aber noch viel mehr zu bieten. Die Kulturszene zeichnet sich durch Vielfalt aus. Diese Vielfalt möchten wir vorstellen: in unserer Serie über die Vier-Tore-Stadt. Heute, Teil 9: 

„Es geht nicht ohne Besuch der Konzertkirche”

Eine To-do-Liste für Neubrandenburg: Silvio Witt gibt Tipps. Der Oberbürgermeister über Kunst und Kultur, über großartige Momente und Weltniveau in der Stadt.

Sie haben früher u.a. als Kabarettist gearbeitet. Hatten Sie eine Lieblingsbühne in Neubrandenburg?

Silvio Witt:​ Ja, das ist der Güterbahnhof. Hier habe ich nicht nur sehr viele Auftritte absolviert, sondern auch die, die mir persönlich am wichtigsten sind. Eine Ehre war es für mich jedoch ebenso, im Neubrandenburger Schauspielhaus auftreten zu dürfen.

Und heute: Wo sind Sie Stammgast als Zuschauer?

Heute bin ich oft in der Konzertkirche. Sie ist in jeglicher Hinsicht ein Juwel. Ich bin optisch und akustisch von ihr ein jedes Mal angetan. Sie ist ein Ort, der süchtig macht.

Welches Konzert, welche Lesung, welches Stück wird Ihnen immer in Erinnerung bleiben?

Eine schwere Frage. Wir sind die Stadt der vier Tore, also seien mir vier Erlebnisse gestattet. Als die Neubrandenburger Philharmonie die „Leningrader Sinfonie” gespielt hat, war ich physisch angespannt wie lange nicht. Das war großartig. Daniel Hope mit den „Vier Jahreszeiten” brachte die viel zitierte Gänsehaut. Heinz Rudolf Kunze allein auf der Bühne mit „Woran man mit mir war” erfüllte mir einen Wunsch. Und dass die legendäre Montserrat Caballé in Neubrandenburg war ist schlichtweg sensationell. Alle vier Erlebnisse fanden übrigens in der Konzertkirche statt.

Welche To-do-Liste empfehlen Sie Gästen für ein paar Kultur-Tage in Neubrandenburg?

Es geht nicht ohne einen Besuch und ein Konzert in der Konzertkirche. Dann unbedingt die Kunstsammlung besuchen. Ich sage nicht ohne Grund: Sie hat Weltniveau! Die 2,3 Kilometer lange Stadtmauer mit den vier Toren und Wiekhäusern ist ebenso Pflicht. Sonst war man eigentlich nicht in Neubrandenburg. Wer dann noch Bummeln mag, kann dies im Kulturpark. Er bietet eine Menge Skulpturen in Kombination mit Wasser und viel Grün.

Beschreiben Sie doch einmal die Kulturszene in der Stadt.

Sie ist eine Mischung aus großer Tradition und vielen kleinen neuen Initiativen. Mit dem Jazz-Frühling haben wir zum Beispiel ein sich jedes Jahr quasi neu erfindendes Musikevent. Die RWN-Art präsentiert mutige Kunst im historischen Ambiente eines alten Rüstungsbetriebes. Eine „Schallplatte” ist bei uns ein Laienchor, der auf dem Datzeberg einfach Freude am Singen bereitet. Ich finde, wir haben eine gute Mischung aus geförderter und fest verankerter Tradition sowie eigener Initiativen in der Kulturszene der Stadt. Ich persönlich freue mich immer über neue Ideen.

Was kann eine Stadtverwaltung tun, um die Kultur zu stärken?

Als Stadtverwaltung können wir vor allem unterstützen. Sei es bei der Organisation und dem Möglichmachen von Events oder dauerhaften Strukturen. Wir können neue Orte für die Kunst und Kultur eröffnen. Durch eine immer breiter aufgestellte Kommunikation ist es uns auch gelungen, neue Besuchergruppen und Interessenten zu erreichen. Letzten Endes stellt die Kommune selbstverständlich auch eine Menge Geld zur Verfügung.

Was haben Sie seit Ihrem Amtsantritt erreicht?

Ich glaube, mir ist es gelungen, dass wir wieder stärker gemeinsam Denken und Agieren. Dass wir erkennen, wir Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburger sind die wichtigsten Akteure und Multiplikatoren für unsere Stadt. Denn diese Stadt ist die spannendste, die ich kenne, und hat ein enormes Potential. Ich könnte jetzt viele bauliche oder andere Maßnahmen nennen, die wir auf den Weg gebracht haben, aber soweit liest man dann solche Interviews doch nicht, oder?

Trotzdem noch zwei Fragen. Welche Aufgaben haben Sie vor sich?

Stadtentwicklung hört nie auf. Wir haben in diesem Jahr vor allem viel Geld in unsere Infrastruktur investiert. Das macht Neubrandenburg schöner und moderner. Ich weiß, dass wir mit unserer Wirtschaftsstärke und unserem breiten Angebot weiter wachsen werden. Unsere Stadt ist wirklich auf einem guten Weg.

Und zuletzt: Wie lautet Ihr Veranstaltungstipp für den Sommer?

Das Vier-Tore-Fest bietet die Gelegenheit, Neubrandenburg an drei Tagen kennen zu lernen. Da ist sprichwörtlich für jeden etwas dabei.