„FrankenstAIn“ für Kurzentschlossene
Unser Tipp für Sonntag: „FrankenstAIn“ in Stralsund. Das inklusive Theaterensemble „Die Eckigen“ holt Mary Shelleys Geschichte 18.30 Uhr im Theater Vorpommern ins Hier und Jetzt. Zu kurzfristig? Am 6. November gibt’s noch eine Vorstellung.
Frankenstein und sein Geschöpf sind ein Mythos der Moderne. Seine Wurzeln reichen bis zum feuerbringenden Prometheus zurück, seine Fragen wirken bis in die neuesten Technologien fort. Am Anfang steht die menschliche Sehnsucht, den Tod zu überwinden – und die Hybris, die darin liegt. Viktor Frankenstein muss schmerzhaft erfahren, dass sein Versuch auch den Menschen selbst verändert: Er verliert alles, was er liebt.
In Regie von Franz Triebenecker verlegen die „Die Eckigen“ in ihrer Inszenierung Mary Shelleys Geschichte in die nahe Zukunft und die vorpommersche Boddenlandschaft. So wird aus der Gruselgeschichte eine Frage, die uns alle angeht: Was tut der Mensch sich und den Seinen heute und morgen an?
Begleitet wird die Inszenierung von einer experimentelle Klangsprache: Aus den Stimmen der „Eckigen“ entsteht eine eigenständige musikalische Sprache, die durch räumliche Klanggestaltung und eine Live-Voice-Modulation – also eine Veränderung der Stimme in Echtzeit – erweitert wird.
Nach der ausverkauften Premiere am 1. Oktober zeigen „Die Eckigen“ ihre Produktion noch zweimal im Theater Vorpommern: am Sonntag, 18. Oktober, 18.30 Uhr. Und am Freitag, 6. November, 19.30 Uhr – jeweils im Theater Stralsund.


