17.10.2026

„FrankenstAIn“ für Kurzentschlossene

Ein Mann steht im Scheinwerferlicht auf einer Bühne. Im Dunkel des Hintergrunds stehen weitere Menschen.

Unser Tipp für Sonntag: „FrankenstAIn“ in Stralsund. Das inklusive Theaterensemble „Die Eckigen“ holt Mary Shelleys Geschichte 18.30 Uhr im Theater Vorpommern ins Hier und Jetzt. Zu kurzfristig? Am 6. November gibt’s noch eine Vorstellung. 

Frankenstein und sein Geschöpf sind ein Mythos der Moderne. Seine Wurzeln reichen bis zum feuerbringenden Prometheus zurück, seine Fragen wirken bis in die neuesten Technologien fort. Am Anfang steht die menschliche Sehnsucht, den Tod zu überwinden – und die Hybris, die darin liegt. Viktor Frankenstein muss schmerzhaft erfahren, dass sein Versuch auch den Menschen selbst verändert: Er verliert alles, was er liebt.

In Regie von Franz Triebenecker verlegen die „Die Eckigen“ in ihrer Inszenierung Mary Shelleys Geschichte in die nahe Zukunft und die vorpommersche Boddenlandschaft. So wird aus der Gruselgeschichte eine Frage, die uns alle angeht: Was tut der Mensch sich und den Seinen heute und morgen an?

Begleitet wird die Inszenierung von einer experimentelle Klangsprache: Aus den Stimmen der „Eckigen“ entsteht eine eigenständige musikalische Sprache, die durch räumliche Klanggestaltung und eine Live-Voice-Modulation – also eine Veränderung der Stimme in Echtzeit – erweitert wird. 

Nach der ausverkauften Premiere am 1. Oktober zeigen „Die Eckigen“ ihre Produktion noch zweimal im Theater Vorpommern: am Sonntag, 18. Oktober, 18.30 Uhr. Und am Freitag, 6. November, 19.30 Uhr – jeweils im Theater Stralsund. 

Eine Bühne. Ein Mann steht für einer übergroßen Figur aus Stoff. Im Hintergrund sitzen Schauspieler nebeneinander.
„FrankenstAIn“ ist eine Kooperation des Kreisdiakonischen Werkes Stralsund e.V. mit dem Theater Vorpommern und den Stralsunder Werkstätten.
13 Darsteller von den Eckigen stehen auf einer Bühne. Auf einer Leinwand im Hintergrund stehen in vielfacher Ausführung die Zahlen 1 und 0.
Die Produktion entstand in Regie von Franz Triebenecker. Ana Bulović und Friederike Gawenda haben aus den Stimmen der „Eckigen“ eine eigenständige musikalische Sprache gemacht. Inspiriert von Stück und Musik entwickelte Judith Tiedtke die Choreografien dazu.