08.10.2025

Kunst der Täuschung

Eine Uhr zerfließt auf einem Tisch.

Die Ausstellung „Kunst der Täuschung“ im Museum Parchim, in der Kulturmühle, widmet sich dem facettenreichen Phänomen der Täuschung. Zu sehen bis 5. April.

Durch zahlreiche Kooperationspartner für die Ausstellung wird die Allgegenwärtigkeit von Täuschungsmechanismen sichtbar. Beiträge von Experten, u.a. von fünf Universitäten (Lüneburg, Rostock, Greifswald, Dresden, Chemnitz), vom Verbraucherschutz Hamburg sowie von Vereinen wie dem Heimatbund Parchim e.V. oder der Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen im deutschsprachigen Raum e.V. bereichern die Ausstellung, die erstmals auch die Pädagogikräume und die Veranstaltungsflächen des Museums nutzt.

Auf etwa 500 Quadratmetern Museumsfläche beleuchtet die Ausstellung ein breites Spektrum: von den Funktionen unseres Gehirns („Warum lassen wir uns täuschen?“), von Täuschung und Verbraucherschutz, zu historischen Beispielen wie Manipulation, Spektakel und Verschwörungen bis zur Täuschung durch Rassismus.

Spannende Beispiele finden sich auch in der Natur, etwa in den Tarnungen der Tier- und Pflanzenwelt. Darüber hinaus widmet sich die Schau kulturellen Formen der Täuschung – von Film und Theater bis zur bildenden Kunst. Natürlich dürfen physikalische und optische Täuschungen nicht fehlen, doch die Schau geht weit über klassische Illusionen hinaus. Besonders stolz sind die Ausstellungsmacher deshalb auf die Zusammenarbeit mit der Extended Reality (XR) Entwicklerfirma „2Sync“. Spezielle Videobrillen geben einen Ausblick auf die Möglichkeiten der virtuellen Täuschung.

„Täuschung ist Teil unseres Alltags. Sie kann amüsieren, gefährlich sein oder einfach nur den Blick schärfen“, sagt Museumsleiter Benjamin Kryl. „Mit der Ausstellung möchten wir zeigen, wie unterschiedlich Täuschung wirkt – und wie wichtig es ist, Mechanismen zu erkennen, um selbstbewusst und kritisch damit umgehen zu können. Das Ganze soll aber in der Ausstellung auch Spaß machen.“

Ziel der Schau ist es, Wissen zu vermitteln und die eigene Urteilskraft zu stärken. Ideal ist die Sonderausstellung somit auch für Schulklassen, um im immer heftiger umkämpften virtuellen Raum, zwischen Wahrheit und Täuschung unterscheiden zu können. Denn Täuschungen lassen sich nie ganz vermeiden – manchmal wollen wir uns auch bewusst verführen lassen. „Es geht nicht darum, jede Täuschung zu entlarven“, so Benjamin Kryl, „sondern darum, bewusst zu entscheiden, wann wir uns täuschen lassen – und wann nicht.“

„Kunst der Täuschung“ – die neue Ausstellung im Museum Parchim startet am 17. Oktober 2025. Alle Infos: www.museum-parchim.de