01.10.2026

Chiharu Shiota in der Kunsthalle Rostock

Ein Kunstwerk. Ein rotes Netz mit Stoff hängt in einem Raum. Darunter stehen 2 Fußskulpturen.
Die Zerbrechlichkeit des Menschen zieht sich durch ihre Arbeit. Chiharu Shiota schuf diese Installation im Jahr 2022. Titel: Out of my Body.

Rote und schwarze Fäden, gespannt durch ganze Räume. Die Kunsthalle Rostock zeigt „Verbundenheit“ von Chiharu Shiota, einer der international bekanntesten Installationskünstlerinnen der Gegenwart. Die Ausstellung eröffnet am heutigen Freitag, 2. Oktober, um 18 Uhr.

Was verbindet uns mit anderen Menschen? Welche Spuren hinterlassen Begegnungen? Und woraus entstehen Erinnerung und Identität? Um diese Fragen kreist das Werk von Chiharu Shiota. Die in Japan geborene Künstlerin lebt in Berlin. 

Mit Fäden, Alltagsgegenständen und persönlichen Objekten verwandelt sie Räume in dichte Netze, in denen Gedanken und Lebensgeschichten miteinander verwoben scheinen. Gefühle, Erinnerungen, innere Zustände: Was sonst unsichtbar bleibt, wird in ihren Installationen sichtbar und lässt sich mit dem ganzen Körper erleben.

Der Körper als Speicher

Ihre Krebserkrankung hat Chiharu Shiotas Blick auf Körper, Leben und Kunst grundlegend verändert, wie sie selbst beschreibt. Im Krankenhaus fühlte sie sich dem eigenen Körper fremd und begann zu fragen, wie Körper, Seele und Identität zusammenhängen. 

Seitdem spielt die Zerbrechlichkeit des Menschen eine größere Rolle in ihrer Arbeit. Werke wie „Out of My Body“, „Light in the Darkness“ und die Werkgruppe „Cell“ handeln vom Körper als fragilem Speicher von Erfahrungen und vom Übergang zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem.

Vom Koffer bis zu den Sternen

In den Zeichnungen „Connected to the Universe“ öffnet Chiharu Shiota den Blick ins Kosmische. Die feinen Linien erinnern an Sternbilder oder an neuronale Netze, und jedes einzelne Leben erscheint darin als Teil eines größeren Ganzen. 

Ganz irdisch sind dagegen die Kofferobjekte „Where to Go, What to Exist“. Sie erzählen vom Unterwegssein und von dem, was wir mit uns tragen: Erfahrungen, Beziehungen und eigene Geschichten.

Im Dialog mit „Wer bin ich dank dir?“

„Verbundenheit“ ist parallel zur Ausstellung „Wer bin ich dank dir? – Trauer(er)leben im 21. Jahrhundert“ zu sehen. Beide Projekte bleiben eigenständig, behandeln aber verwandte Fragen. Die Hauptausstellung nähert sich Abschied, Verlust und Erinnerung über persönliche Lebensgeschichten. Chiharu Shiota antwortet darauf mit der poetischen Sprache der Kunst. Kuratiert wird die Ausstellung von der Kunsthistorikerin Tereza de Arruda.

Die Ausstellung „Chiharu Shiota – Verbundenheit“ öffnet in der Kunsthalle Rostock, Hamburger Straße 40 in Rostock – noch bis 10. Januar 2027. Geöffnet ist die Kunsthalle von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Weitere Informationen gibt es telefonisch unter 0381 – 44040500 oder per E-Mail an info@kh-rostock.de.