Bleistiftzeichnung von einem Bartkauz.
„Spiegel“ (Bartkauz) von Ralf Wilhelm Schmidt
24.04.2026

Die Natur als Künstlerin

Ein Mohn. Mit blauer Blüte auf schwarzem Hintergrund.
„Kalifornischer Mohn“ von Gregor Philipps
Ein gemalter Hirsch.
„Hirsch zauberhaft“ von Daniela F. Lüers
Abbildung einer grünen Pflanze.
„Specimen Florae Berolinensis“ aus den Naturhistorischen Landessammlungen des Müritzeums.

Die Natur gestaltet. Formen, Farben und Vielfalt. Wissenschaft und Kunst. Im Müritzeum treffen sie bis Ende November in einer Sonderausstellung aufeinander. 

Die Natur gilt seit jeher als Inspirationsquelle für Kunstschaffende. Gleichzeitig dient sie der Wissenschaft als Gegenstand der Beobachtung, Dokumentation und Sammlung. In der Sonderausstellung „Von Kunst & Natur – Sammlung trifft Atelier“ verbindet das Müritzeum beide Perspektiven miteinander und zeigt, wie unterschiedlich Menschen die Natur dokumentieren und darstellen. „Als ob Kunst nicht auch Natur wäre und Natur Kunst!“ Das Zitat des Dichters Christian Morgenstern bringe die Idee der Ausstellung auf den Punkt, so die Veranstalter. 

Auf der einen Seite stehen ausgewählte, kunstvolle Objekte aus den Naturhistorischen Landessammlungen des Müritzeums. Sie sind über den gesamten Ausstellungszeitraum zu sehen und dokumentieren die Natur wissenschaftlich. Hinter den Objekten verbergen sich Geschichten, die verbunden mit Informationen zu Persönlichkeiten und naturwissenschaftlichen Hintergründen erzählt werden.          

Auf der anderen Seite stehen wechselnde künstlerische Positionen. Drei Künstlerinnen und Künstler präsentieren jeweils über mehrere Wochen ihre Arbeiten mit Naturbezug und zeigen, wie unterschiedlich Natur wahrgenommen und dargestellt werden kann. Dadurch entstehe ein spannender Dialog zwischen Natur(wissenschaft) und Kunst, zwischen dokumentarischem Blick und künstlerischer Interpretation, so das Müritzeum. „Beide Zugänge verbindet das gleiche Ziel: die Schönheit, Vielfalt und Faszination der Natur sichtbar zu machen.“

Drei Künstler im Wechsel

Den künstlerischen Auftakt macht Ralf Wilhelm Schmidt. Der brandenburgische Künstler widmet sich seit vielen Jahren intensiv der Naturbeobachtung und überträgt Tiere und Pflanzen mit feinen, präzisen Linien auf Papier. Seine Bleistiftzeichnungen sind bis 14. Juni zu sehen. 

Vom 18. Juni bis 6. September folgen großformatige Acrylgemälde von Daniela Friederike Lüers. Die Künstlerin, die an der Müritz lebt und arbeitet, stellt Naturmotive in kraftvollen Farben und dynamischen Kompositionen dar. Inspiration findet sie unter anderem in der Landschaft Mecklenburgs und ihren Tierbeobachtungen.

Den Abschluss der Reihe bildet Gregor Philipps, dessen Werke vom 10. September bis 29. November zu sehen sind. Der Berliner Künstler arbeitet unter anderem mit kameraloser Fotografie. Dabei werden Pflanzen oder andere Naturobjekte direkt auf Fotopapier übertragen und erzeugen außergewöhnliche, detailreiche Bildkompositionen. Neben der analogen Fotografie fängt Gregor Philipps außerdem als Reisefotograf weltweit Naturmomente mit seiner Digitalkamera ein.

Mit der Sonderausstellung lädt das Müritzeum Besucherinnen und Besucher dazu ein, Natur aus verschiedenen Blickwinkeln zu entdecken – als wissenschaftliches Objekt, als Inspirationsquelle und als künstlerisches Motiv.