Mattheuer in der Kunsthalle Rostock
Vom 19. April bis 21. Juni präsentiert die Kunsthalle Rostock bislang nie gezeigte Arbeiten auf Papier des Leipziger Bildermachers Wolfgang Mattheuer (1927–2004).
Mit einer Auswahl von knapp 100 Werken gibt die Ausstellung einen Einblick in den mehrere tausend Blätter umfassenden zeichnerischen Nachlass des Künstlers, der derzeit von der Galerie Schwind erschlossen wird.
Landschaftseindrücke des Vogtlandes
Ein Großteil dieser Arbeiten hält Mattheuers Landschaftseindrücke des Vogtlandes sowie seiner zahlreichen Reisen im In- und Ausland fest. Während seine Gemälde oft in straffer Bildsprache eine metaphorische Idee transportieren, zeigt sein zeichnerisches Werk eine größere Offenheit im Umgang mit den künstlerischen Mitteln. Nicht selten sind die kleinformatigen Zeichnungen tagebuchartige Eindrücke seines Unterwegs-Seins.
Unbekanntes zeichnerisches Frühwerk
Im Fokus der Ausstellung liegt auch das bisher völlig unbekannte zeichnerische Frühwerk der 1940er- und 1950er-Jahre, das in akademisch-naturalistischer Manier seine Suche nach einem eigenen Ausdruck offenbart. Spätere Arbeiten lassen wiederum jene gestalterischen Tendenzen erkennen, die zu Mattheuers unverwechselbarer Bildsprache führen sollten. Damit eröffnet die Ausstellung einen neuen, spannenden Blick auf einen der bedeutendsten Künstler der DDR und Mitbegründer der Leipziger Schule.
Aufzeichnungen, aber auch Fernglas und Kamera
Ausgewählte Vitrinenobjekte, darunter persönliche Arbeitsmaterialien wie Skizzenbücher mit handschriftlichen Aufzeichnungen, aber auch Fernglas und Kamera ergänzen die Präsentation von Arbeiten auf Papier. Zusammen mit privaten Fotografien eröffnen sie zusätzliche Einblicke in den künstlerischen Arbeitsprozess und das Reisen von Wolfgang Mattheuer und seiner Partnerin Ursula Mattheuer-Neustädt.
Die Rostocker Ausstellung steht am Beginn einer Reihe von deutschlandweiten Ausstellungen, die anlässlich des 100. Geburtstags von Wolfgang Mattheuer im Jahr 2027 stattfinden werden.
Die Ausstellung in der Kunsthalle findet in Zusammenarbeit mit der Galerie Schwind Leipzig statt.
Kunsthalle Rostock
Hamburger Straße 40
18069 Rostock
Öffnungszeiten:
Di. – So. 11 – 18 Uhr
montags geschlossen
Wolfgang Mattheuer
….wurde 1927 in Reichenbach im Vogtland geboren. Von 1947 bis 1951 studierte er Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig; der Malerei näherte er sich seit den frühen 1950er Jahren autodidaktisch. Nach seiner Lehrtätigkeit an der Leipziger Kunsthochschule – zunächst als Assistent, später als Professor – gab er diese 1974 auf, um fortan freischaffend zu arbeiten.
Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern der sogenannten Leipziger Schule. Sein Œuvre, das Malerei, Zeichnung, Druckgrafik und Plastik umfasst, entstand überwiegend im Kontext der politischen und gesellschaftlichen Bedingungen der DDR. Dabei verstand er sich als kritischer Beobachter seiner Zeit: Ihm ging es darum, Widersprüche sichtbar zu machen, ohne eindeutige Botschaften vorzugeben.
