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„Da, guck mal da!”

Sabine Kliefert vor einem Porträt der Postbotin von Erich Kliefert
Wandbild von Erich Kliefert im Stralsunder Bahnhof

Sein bekanntestes Werk ist mit das Erste, was Reisende an den Wänden des Stralsunder Bahnhofes zu sehen bekommen. Das monumentale Fresko von Erich Kliefert aus dem Jahr 1935 gibt einen Vorgeschmack auf die aktuelle Sonderausstellung zum Leben des Künstlers im Stralsunder Katharinenkloster.

Es zeigt neben Sehenswürdigkeiten der Hansestadt, die Insel Hiddensee und die größte Rügenkarte der Welt.  Viele Orte auf dem Wandbild habe ihr Opa selbst mit dem Rad abgefahren, erzählt die Kunsterzieherin Sabine Kliefert in der Jubiläumsausstellung, die sie zu Ehren ihres Großvaters mit vorbereitet hat. Mit einer umfassenden Werk-Präsentation wird im Stralsund Museum bis zum 3. März unter anderem an Erich Klieferts 25. Todestag am 30. Januar 2019 gedacht.   

Nachdem der Maler sein Studium an der staatlichen Kunstschule und am Kunstgewerbemuseum Berlin abgeschlossen hatte, zog er am Anfang der Goldenen Zwanziger Jahre mit seiner Frau nach Stralsund. Dort arbeitete als Kunsterzieher, Restaurator und freischaffender Künstler. „Er liebe die Silhouetten der Stadt und hat Stralsund zu seiner Wahlheimat gemacht“, sagt Sabine Kliefert. 

Wie kein anderer hat er Menschen und Begebenheiten in der Region dokumentiert. So tritt die Zerstörung des Krieges, die Kliefert 1945 nach der Rückkehr aus sowjetischer Gefangenschaft erlebte, motivisch in Kontrast zu romantischer Landschaftsmalerei. Das jeweilige Thema spiegelt sich in der Stilistik seiner Arbeiten wider.  

Neben vielen Ölgemälden und Arbeiten auf Papier sind in der Ausstellung Skizzenbücher, Glasmalereien und vom Künstler erdachtes Spielzeug zu sehen. „Da, guck mal da“, sei einer der Lieblingsaussprüche von Erich Kliefert gewesen, wenn er ein malenswertes Motiv sah, erinnert sich seine Enkeltochter. 

Die Ausstellung des Stralsund Museums zeigt mit rund 150 Werken aus eigenen Beständen und Leihgaben aus Privatbesitz, wie vielfältig Erich Klieferts Oeuvre war. Mit Fotos und Dokumenten zeichnet sie außerdem Klieferts Lebensstationen in Berlin und Stralsund nach, eingebettet in die turbulente Zeitgeschichte des Ersten und Zweiten Weltkriegs, der DDR-Zeit und Nachwendezeit.   

Text: Nicole Müller

Infos

Stralsund Museum (ehemals Kulturhistorisches Museum der Hansestadt Stralsund)

Mönchstraße 25-28

18439 Stralsund

Telefon 03831 253 617

E-Mail: museum@stralsund.de

Internet: www.stralsund-museum.de

Geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr