Grafiken über die große nordische Expedition
Bei einer Kamtschatka-Expedition im 18. Jahrhundert strandeten die Reisenden auf einer unbewohnten Insel. 31 Seeleute starben. Die Sonderausstellung „Zwischen Kamtschatka und Alaska – Die Grafiken Wannhoffs über die Große Nordische Expedition 1733 bis 1743“ im Meeresmuseum erzählt bis 17. Mai davon.
Die Große Nordische Expedition (1733–1743) ging als eine der größten Forschungs- und Entdeckungsreisen der Neuzeit in die Geschichte ein. Der dänische Kapitän und Kommandeur in russischen Diensten Vitus Bering (1681–1741) leitete die Unternehmung, in die mehr als 3.000 Personen direkt oder indirekt involviert waren.
Auch der deutscheNaturforscher Georg Wilhelm Steller (1709–1746) nahm an der Seereise von Kamtschatka nach Amerika teil. Steller war der Frühen Aufklärung in Halle verbunden und stand somit im Widerstreit mit Bering und der russischen Gesellschaft. Auf dem Rückweg strandeten die Reisenden auf einer von Menschen unbewohnten Insel, die später den Namen Beringinsel
erhielt. Einunddreißig Seeleute starben an Auszehrung und Skorbut.
Berliner Künstler auf Spurensuche
Der Berliner Künstler Ullrich Wannhoff reiste seit 1991 selbst in die nordöstlichsten Gebiete Russlands und nach Alaska. Auf der Beringinsel lebte er oft monatelang unter einfachsten Bedingungen, eng verbunden mit der Natur. Für das im Oktober 2025 erschienene Buch „Gestrandet zwischen Alaska und Kamtschatka.
Der Naturforscher Georg Wilhelm Steller (1709–1746) und die Große Nordische Expedition 1733–1743" war er nicht nur auf Spurensuche vor Ort, sondern recherchierte auch in zoologischen Sammlungen, Bibliotheken und Archiven von Berlin über Petersburg bis Washington.
Seine Reisen und die Geschichte der Expedition inspirierten Wannhoff zu zahlreichen Grafiken, die in das Buch einflossen und bis 17. Mai im Meeresmuseum zu sehen sind. Mit expressivem Strich
zeigt der Künstler in seinen Werken die raue Landschaft, die Mensch und Tier auszehrte und im Überlebenskampf zu Konkurrenten machte. Starke Kontraste und sparsamer Farbeinsatz unterstreichen die unwirtliche Natur.
Der Künstler
Ullrich Wannhoff – Künstler, Maler und Grafiker – wurde 1952 in Aue geboren und studierte Theatermalerei an der Dresdner Kunsthochschule. Er unternimmt seit 1991 bis heute Langzeitreisen in arktische Regionen Amerikas und Russlands. Die gesammelten Erfahrungen finden in Gemälden, Zeichnungen, Collagen und Fotografien ihren Niederschlag. Darüber hinaus entstanden einige Publikationen. Wannhoff lebt heute als freiberuflicher Künstler in Berlin.
