Galerie der Romantik öffnet ihre Türen
Caspar David Friedrich. Eine neue Dauerausstellung widmet sich dem bekanntesten deutschen Maler der Romantik. Wo? In der neuen Galerie der Romantik in Greifswald.
„Man wird Caspar David Friedrich in Greifswald erleben wie nie zuvor”, versprach Ruth Slenczka, Chefin des Pommerschen Landesmuseums, am Montagabend bei der feierlichen Eröffnung. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nannte die neue Galerie der Romantik einen außergewöhnlichen Bildungs- und Erlebnisort, der hoffentlich auch jene anziehen werde, die nicht häufig ins Museum gingen. „In der neuen Galerie der Romantik wird Caspar David Friedrich mit modernen Mitteln neu erlebbar. Dazu gehören auch seine Verbindungen in andere Länder des Ostseeraums, zum Beispiel nach Dänemark.”
„Die Galerie der Romantik macht sichtbar, was Caspar David Friedrich für Deutschland bedeutet – und verankert sein Werk dauerhaft im kulturellen Gedächtnis. Mit der neuen Galerie der Romantik erhält Greifswald einen Kulturort von nationaler Strahlkraft”, sagte der Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer.
Meterhohe Bildschirme zeigen abstrahierte Wetterszenen
Eine aufwendige Multimediainstallation im Eingangsbereich soll Besuchern Caspar David Friedrichs (1774-1840) Blick auf die Natur vermitteln. Von einer emotionalen Schleuse sprach Jan Schmelter vom verantwortlichen Unternehmen Art+Com Studios aus Berlin.
In einer Art dunklen Kapelle zeigen meterhohe Bildschirme zu erhabener Musik abstrahierte Wetterszenen über dem Meer, etwa einen rötlichen Sonnenaufgang oder grauen Nebel. Durch Spiegelung scheinen Besucher auf einer Art Steg über Wasser zu gehen, während die Installation auf sie reagiert und sich verändert. „Ad Lumen” (lateinisch „zum Licht”) heißt das Kunstwerk, das über einem ehemaligen Kirchenbau auf dem früheren Klostergelände geschaffen wurde.
Nach der emotionalen Einstimmung erhalten Besucher Einblick in die Arbeitsweise Friedrichs. Dazu wird das Bild „Ruine Eldena im Riesengebirge” in mehrere Ebenen zerlegt und dargelegt, wie Friedrich Inspirationen von verschiedenen Orten zu seinen Kompositionen zusammenfügte. Anschließend wird das Original des Bildes zusammen mit weiteren Gemälden leuchtend wie in einer Art abgedunkelten Schatzkammer präsentiert.
Künstliche Intelligenz erweckt Portrait zum Leben
Den Zusammenhang Friedrichs Schaffen etwa mit Wetter, seinem Privatleben oder auch Zeitgeschichtlichem wie etwa Kriegen thematisiert ein raumfüllender Zeitstrahl. In einem sich anschließenden Raum mit Werken befreundeter Künstler gibt es zudem ein mittels künstlicher Intelligenz zum Leben erwecktes Portrait, das den für seinen üppigen Bart bekannten Maler zeigt. Zum Schluss wirft die Schau mit interaktiven Elementen den Blick auf das heutige Vorpommern, als Ort der Inspiration für Friedrich.
Ab Dienstag ist die neue Schau regulär geöffnet. Schnelle Romantik-Fans können sich über vergünstigten Eintritt freuen. Die Sparkasse Vorpommern übernimmt zwei Euro vom Ticketpreis für die ersten 1.000 Besucher und Besucherinnen. Von Januar bis März übernimmt die Sparkasse den Eintrittspreis für Kinder, die zusammen mit ihren Familien kommen.
Förderung vom Bund, Fördermittel von der EU und vom Land
Für die Galerie der Romantik wurden für 6,7 Millionen Euro ein Neubau geschaffen sowie Teile des Pommerschen Landesmuseums saniert. Dieses Geld kam vom Bund. Hinzu kamen unter anderem Fördermittel der EU und des Landes MV.
Öffnungszeiten
Di–So 10–17 Uhr. Die Galerie der Romantik befindet sich im Pommerschen Landesmuseum, Rakower Str. 9, 17489 Greifswald.
Ausnahmen an den Feiertagen: 24. und 31.12. geschlossen. 25. und 26.12. 13–17 Uhr. 01.01. 11–17 Uhr.
